Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eine neue Technologie zur Herstellung preisgünstiger Infrarotdetektoren

23.05.2003


Durch eine neue Technologie ist es dem französischen Forschungszentrum CEA/Leti gelungen, einen Durchbruch im Bereich der nichtgekühlten Infrarotdetektoren ("Bolometer") zu erringen. Ein zehnjähriger Forschungsrückstand gegenüber den USA konnte durch die Entwicklung von Bolometern, die 100 %ig aus Silizium bestehen, aufgeholt werden. Auf diese Weise können sie sehr preisgünstig produziert werden, weil sie Technologien und Einrichtungen der klassischen Mikroelektronik-Verfahren nutzen.


Die Firma Ulis wurde Ende 2001 gegründet, um dieses Forschungsergebnis zu vermarkten. Sie ist eine Kooperation zwischen dem Leti und Sofradir, einem Spezialisten für gekühlte Infrarotdetektoren. Zur Zeit ist Ulis noch in den Einrichtungen der CEA/Leti untergebracht. Das Forschungszentrum nutzt die Einrichtungen am Tage, während in der Nacht serienmäßig Bolometer hergestellt werden. 2002 wurden immerhin 2000 Stück produziert, wodurch sich das Unternehmen auf dem Markt positioniert hat. Diese Situation ist provisorisch, denn ab Mai wird Ulis seine eigene Einrichtung bekommen. Es hofft dann die Produktionszahlen erheblich steigern zu können (10000 Detektoren im Jahre 2004, 20000 im Jahre 2005). Die Kooperation mit dem Forschungszentrum CEA/Leti wird aber auch nach dem Umzug fortgeführt werden, um die Technologie und das Produktionsverfahren weiterzuentwickeln.

Die Erhöhung der Stückzahlen soll unter anderem durch die komplette Automatisierung des Verfahrens erreicht werden: zur Zeit findet das Packaging noch per Hand statt. Durch eine bessere thermische Isolierung und eine Verkleinerung der Pixel (von 45*45 µm² in 2002 auf 35*35 µm² in 2003) soll außerdem noch die Leistung der Detektoren verbessert werden.


Durch den niedrigen Preis dieser Bolometer sind zahlreiche Anwendungsbereiche denkbar: industrielle und medizinische Überwachung, zivile und militärische Sicherheit, Automobilindustrie. Eine erste Anwendung ist eine Infrarotkamera, die auf dem Helm eines Feuerwehrmanns befestigt ist und dazu dient, bewußtlose Opfer eines Brandes im Rauch zu lokalisieren. Andere europäische Projekte sind im Gange, wie zum Beispiel ein Fiat Auto mit einer Infrarotkamera, wodurch in der Nacht die Sicht und die Sicherheit des Fahrers erhöht wird.

Michel Guichard | idw
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de/allemand/index.htm
http://www-leti.cea.fr

Weitere Berichte zu: Bolometer CEA/Leti Infrarotdetektoren Infrarotkamera

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht »Lernlabor Cybersicherheit« startet in Weiden i. d. Oberpfalz
12.01.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht Klick-Tagebuch: App-Projekt der HdM erlaubt neuen Ansatz in Entwicklungsforschung
11.01.2017 | Hochschule der Medien Stuttgart

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Feinstaub weckt schlafende Viren in der Lunge

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Energieeffizienter Gebäudebetrieb: Monitoring-Plattform MONDAS identifiziert Einsparpotenzial

16.01.2017 | Messenachrichten

Nervenkrankheit ALS: Mehr als nur ein Motor-Problem im Gehirn?

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie