Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wasserzeichen für 3-D-Modelle

07.03.2003


Eine unsichtbare Urhebersignatur für 3-D-Modelle haben die Forscher vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD entwickelt: Mit dem digitalen Wasserzeichen lässt sich der Vertrieb von Raubkopien nachvollziehen. Die PlugIn-Software GeoMark ist auf der CeBIT in Hannover in Halle 11 zu sehen.



"Digital Watermarking für 3-D-Modelle ist ein brandneues Thema", sagt Michael Arnold vom IGD. "Nur wenige Forschergruppen befassen sich bisher damit, dabei ist es hochbrisant, denn immer mehr dreidimensionale Animationen sind über das World Wide Web abrufbar." Mit 3-D-Modellen arbeiten Filmproduzenten, Industrie- sowie Möbeldesigner und nicht zuletzt die Hersteller von Computerspielen. Die Gefahr, dass die Daten unrechtmäßig kopiert und weiterverbreitet werden, wächst. "Wir haben unser Geomark-System als PlugIn für die gängige Software 3-D Studio MAX entwickelt, können sie aber auch an andere Programme anpassen", erklärt Arnold. Ist das Geomark-System installiert, erlaubt es dem Entwickler von 3-D-Modellen, einen Code - das so genannte Wasserzeichen - mittels eines geheimen Schlüssels in seine Werke einzubauen. Zur Identifikation werden verschiedene Daten wie Produktnummer und/oder Name verwendet. Nur wer diesen Schlüssel kennt, kann das Wasserzeichen aus dem markierten Modell wieder herauslesen. Für den Uneingeweihten ist das Wasserzeichen nicht erkennbar.



Bewährt haben sich digitale Wasserzeichen bereits beim Urheberschutz von Audio- und Videodaten. Das Prinzip wurde jetzt auf 3-D-Modelle transformiert: In dem Gitternetz, das die Oberfläche überzieht, lässt sich der Code in Form winziger Deformationen speichern. "Der von uns entwickelte Algorithmus liegt unterhalb der erlaubten Toleranz, er beeinträchtigt also die Genauigkeit des Modells nicht. Gleichzeitig ist er sehr robust", resümiert Arnold. Auf der CeBIT zeigt der Forscher, dass sich 3-D-Modelle verschieben und drehen lassen, ohne dass das digitale Wasserzeichen leidet. Die Automobil- und die Möbelindustrie, die mit 3-D-Modellen arbeiten, haben bereits Interesse an GeoMark signalisiert. Die Software kann zwar Raubkopien nicht verhindern, wohl aber nachweisen: Gleichgültig durch wie viele Hände und Rechner ein 3-D-Modell gegangen ist, das digitale Wasserzeichen des Urhebers bleibt im Modell festgeschrieben und lässt sich jederzeit wieder entschlüsseln.

Ansprechpartner:
Michael Arnold
Telefon: 0 61 51 / 1 55 -5 35
Telefax: 0 61 51 / 1 55 -4 99
Email: arnold@igd.fraunhofer.de





Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.igd.fraunhofer.de/
http://www.fraunhofer.de/presseinfo

Weitere Berichte zu: 3-D-Modell Code GEOMARK Graphische Datenverarbeitung Wasserzeichen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Der Form eine Funktion verleihen
23.06.2017 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Zukunftstechnologie 3D-Druck: Raubkopien mit sicherem Lizenzmanagement verhindern
23.06.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften