Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit dem „Berührungslosem Gesichtsabdruck“ Personen wesentlich sicherer identifizieren

21.02.2003


Das zunehmende Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung hat zu einer Vielzahl von biometrischen Verfahren zur automatischen Identifizierung von Personen geführt. Eine hohe Akzeptanz haben dabei Methoden, die Videoaufnahmen des Gesichts auswerten, da sie keinen Körperkontakt erfordern und schnell und recht zuverlässig arbeiten. Die Siemens Forscher in München-Neuperlach haben nun ein System entwickelt, das in Bruchteilen einer Sekunde die vollständige Form des Gesichtes dreidimensional aufnimmt und damit gleichsam einen „berührungslosen Gesichtsabdruck“ erzeugt. Die neue Entwicklung wird die Sicherheit und Robustheit bei der Gesichtserkennung entscheidend steigern, da die Informationsqualität von dreidimensionalen Bildern deutlich höher ist als die reine Helligkeitsverteilung von zweidimensionalen Bildern.


In Sekundenbruchteilen das Gesicht dreidimensional aufnemmen.



Am Flughafen, bei der Bank, am Werkstor und bei vielen anderen Gelegenheiten ist es wichtig, die Identität einer Person mit hoher Sicherheit automatisch feststellen zu können. Die dafür eingesetzten biometrischen Verfahren müssen eine hohe Erkennungssicherheit bieten, schwer zu täuschen sein und von der Allgemeinheit problemlos akzeptiert werden. Darüber hinaus sollen sie möglichst geringe Kosten verursachen und sehr schnell und möglichst ohne Körperkontakt arbeiten. Diese Vielzahl von Anforderungen erfüllt die Personenerkennung anhand von Videoaufnahmen des Gesichts schon in hohem Maße. In der Regel werden dabei heute charakteristische geometrische Merkmale eines Gesichts ausgewertet. Ein Schwachpunkt dieser Verfahren ist jedoch, dass viele Faktoren wie die Beleuchtung oder die Kopfhaltung die Qualität des Videobildes und damit die Erkennungssicherheit beeinflussen.



Von Nebeneffekten ist man erheblich unabhängiger, wenn man der Erkennung anstelle des zweidimensionalen Videobildes ein dreidimensionales Abbild des Gesichts zugrunde legt. Voraussetzung für die praktische Anwendung ist dabei, dass die Erkennung ähnlich schnell abläuft und keine merklich höheren Kosten verursacht.

Die Siemens-Forscher in München-Neuperlach haben nun eine Lösung für dieses Problem gefunden: Für die räumliche Erfassung wird ein Muster aus parallelen, farbigen Linien auf das Gesicht projiziert und das so beleuchtete Gesicht von einer Farbvideokamera aufgenommen. Fällt das Muster aber auf Erhöhungen oder Vertiefungen, weichen die Farblinien vom geraden Verlauf ab. Die Abweichung eines einzelnen Bildpunktes hängt dabei in definierter Weise von der Position des Musterprojektors, der Kamera und der Größe der Erhebung beziehungsweise Vertiefung ab. Über die verschiedenen Farben wird eine eindeutige Zuordnung des Bildpunktes und der verschiedenen geometrischen Größen erreicht. Mit diesem Verfahren gelingt es den Siemens-Forschern innerhalb von 40msec das vollständige dreidimensionale Bild eines Gesichtes mit einer Genauigkeit von 0,2 x 0,2 x 0,2mm zu berechnen. Dieses Computerbild wird dann in einem zweiten Schritt mit den klassischen Methoden der Mustererkennung ausgewertet.

Versuche an realen Personen haben gezeigt, dass der neue Ansatz gegenüber einem zu Vergleichzwecken herangezogenen zweidimensional arbeitenden Verfahren eine deutlich geringere Fehl-Erkennungsrate aufweist. Darüber hinaus sind Erkennungsverfahren, die dreidimensionale Strukturen auswerten, erheblich schwerer zu täuschen. So ist es zum Beispiel sinnlos, der Kamera ein Foto anstelle eines realen Gesicht anbieten zu wollen.

| Siemens

Weitere Berichte zu: Bildpunkt Erkennungssicherheit Gesichtsabdruck

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Diagnose per Computer: Gefährliche Krankheitserreger mithilfe maschinellen Lernens erkennen
23.05.2018 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Frühwarnsystem RAWIS in Katastrophenübung mit THW final getestet
23.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Was einen guten Katalysator ausmacht

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Superkondensatoren aus Holzbestandteilen

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Schaltschrank-Plattform für die Energiewelt

24.05.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics