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Werkbank der Zukunft für die militärische Aufklärung

24.01.2003


Bei der militärischen Auswertung von Luft- und Satellitenbildern kommt es auf Schnelligkeit und Präzision an. Hierfür entwickelten Forscher des Fraunhofer IITB in Karlsruhe einen computerbasierten, interaktiven Leuchttisch, der die ergonomischen Vorteile herkömmlicher Leuchttische mit denen von üblichen Computer-Monitoren verbindet und neuartige Interaktionstechnologien bietet.





Auf der großformatigen Mattscheibe wird das Bildmaterial durch Stereoprojektion dreidimensional dargestellt. Dadurch wird die weiträumige Durchmusterung des Geländes wesentlich erleichtert. Der Auswerter kann das Bild durch Berühr- oder Spracheingabe verschieben, vergrößern oder verkleinern und wird so nicht mehr durch Tastatur oder Maus von seiner eigentlichen Aufgabe abgelenkt. Bei der multinationalen Übung "Common Effort" des EuroKorps im Herbst 2002 wurde dieser Experimentalaufbau erstmals im Einsatz erprobt und besonders positiv aufgenommen.

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Bei der Luftbildauswertung geht es darum, größere Geländeareale zu untersuchen. Während man am herkömmlichen Leuchttisch die Bildmaterialien großflächig anordnen und sich mit Ausnutzen des peripheren Gesichtsfelds leicht einen Überblick über das abge-bildete Areal verschaffen kann, engt die kleine Fläche gängiger Bildschirme das auf einen Blick überschaubare Gebiet deutlich ein.

Mit dem Experimentalaufbau COBALT (Computer-basierter Leuchttisch) entwickelte das Fraunhofer IITB das Konzept für einen zukünftigen Arbeitsplatz in der Luftbildauswertung. Die Vorteile der computergestützten Verarbeitung digitaler Bilder werden mit der ergonomischen Reife des klassischen Leuchttischs kombiniert.

Auf eine großformatige, rechteckige Mattscheibe mit einer Diagonale von ca. 175 cm wird das Grafiksignal des Auswertungsrechners projiziert. Die Scheibe ist nicht flach gelegt, sondern schräg gestellt. Die stehende Haltung ist für den Auswerter ergonomisch günstiger als die gebeugte - ein Vorteil von COBALT gegenüber dem Leuchttisch alter Prägung. Zusammen mit der großen Projektionsfläche begünstigt dies auch die bei der Bildauswertung verbreitete Teamarbeit. Berühr- und Spracheingabe ersetzen Tastatur und Maus. Die Auswertung von Luft- und Satellitenaufnahmen verlangt visuelle Konzentration auf die Abbildung. Die Systembedienung darf also die visuelle Wahrnehmung des Menschen nicht wesentlich beanspruchen. Bilder lassen sich auf COBALT durch direktes Berühren einfach verschieben sowie vergrößern bzw.

verkleinern. Das System erlaubt die stereoskopische Bilddarstellung, wobei die Betrachter Brillen mit polarisierten Gläsern tragen. Bildverarbeitungsfunktionen werden durch Sprechen gesteuert.

Die grafische Benutzungsoberfläche kann sehr sparsam gehalten werden und macht dem auszuwertenden Bildmaterial Platz.

COBALT erlebte seine Bewährungsprobe im Herbst 2002 während einer multinationalen Übung des EuroKorps, wo es experimentell in die luftbildgestützte Operationsplanung einbezogen war. Die Eignung zur weiträumigen stereoskopischen Durchmusterung des Geländes im Team wurde besonders positiv vermerkt.

Über die militärische Anwendung hinaus liegen Potenziale in Fernerkundung und Umweltüberwachung, dem Management von Großereignissen oder auch der Anlagenplanung (als Nachfolger des Reißbretts). Fortschritte in der Display-Technologie werden in Zukunft höchstauflösende, großformatige Flachbildschirme bieten und großflächige Computerarbeitsplätze reif für den Massenmarkt machen. Mit den Forschungsarbeiten des Fraunhofer IITB an COBALT werden dann Konzepte vorliegen, welche helfen, das Potenzial weit spannender Darstellungsflächen für die interaktive Teamarbeit mit Bilddaten auszuschöpfen.

Ansprechpartner:

Dipl.-Ing. Jürgen Geisler
Telefon: (+49) 0721 - 60 91-262
E-mail: juergen.geisler@iitb.fraunhofer.de

Jens Oliver Bonnet | idw
Weitere Informationen:
http://www.iitb.fraunhofer.de

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