Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Satellit und Signatur Autos auf der Spur: Trierer Telematiker schlagen neue Technik vor

17.12.2002


Auch Autos sollen sich künftig per digitaler Signatur ausweisen. Das schlägt der Trierer Informatik-Professor Christoph Meinel (48) vor.



Der Direktor des Instituts für Telematik will erreichen, dass Autos die digitale Signatur kombiniert mit Positionsdaten aus Navigationssystem oder Mobiltelefon automatisch an eine Basisstation funken. Dann könnten verunglückte, gestohlene oder an Straftaten beteiligte Autos leichter lokalisiert und zweifelsfrei identifiziert werden. Aber auch Fuhrpark-Leiter seien dadurch in der Lage, ihre Flotten effizienter einzusetzen, schreibt Prof. Meinel in einer soeben veröffentlichten Studie seiner Forschungseinrichtung.

... mehr zu:
»Basisstation »GPS »Satellit »Signatur


Weiterer Vorteil: die über Funk mögliche Aktualisierung der vielfältigen Software-Produkte in einem Auto. Auch "ganz neue Geschäftsmodelle für Bestell-, Bezahl-, Wartungs- und Rückruf-Vorgänge" seien möglich.

Meinel und sein Co-Autor, der Jurist Dr. Lutz Gollan, schlagen vor, dass künftig jedes Auto zwei digitale Schlüssel bekommt - einen öffentlichen und einen privaten. Beide sind einzigartig und ergänzen sich gegenseitig. Damit werden verschlüsselte Datensätze signiert, die ein eingebautes Global Positioning System (GPS) permanent mit einer Basisstation austauscht. Diese ist mit einer Datenbank gekoppelt, die detaillierte Informationen über den Wagen enthält. So können Besitzer und Standort zweifelsfrei festgestellt werden. "Fälschungen, wie sie bislang durch das Auswechseln von Fahrgestell- und Motor-Plaketten vorgenommen wurden, sind dann unmöglich", betont der Trierer Informatik-Professor.

Bislang dienen digitale Signaturen beim Austausch hochsicher verschlüsselter Daten bzw. Dokumente vor allem dazu, Personen als Absender eindeutig zu identifizieren - ähnlich wie es die manuelle Unterschrift auf Papier tut. Dass per elektronischer Signatur auch die authentische Identifizierung von Objekten wie Autos erfolgen soll, ist neu. Prof. Meinel will dazu von staatlich autorisierten Stellen - "Trust Center" genannt - in die Wagen ein kleines Gerät einbauen und versiegeln lassen, welches das digitale Schlüsselpaar generiert. Hier soll dann auch der private Schlüssel gespeichert sein, mit dem die per Funk übertragenen GPS-Daten signiert werden. Die Richtigkeit der Signatur kann mit Hilfe des ergänzenden öffentlichen Schlüssels überprüft werden, der in einer Datenbank abgelegt ist. Auf diese dürfen nur Berechtigte zugreifen.

Prof. Meinel sagt vor allem für Speditionen, Autovermietungen und die Chefs von Firmen-Fuhrparks große Vorteile voraus: "Bisher können GPS-Daten, die ein Auto weitergibt, nicht mit Sicherheit auf das betreffende Fahrzeug zurückverfolgt werden. GPS und digitale Signatur zu verbinden bedeutet aber, dass man immer eindeutig weiß, wo sich ein bestimmter Wagen gerade befindet". Auch für Streitkräfte, Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste sei dies wichtig. Allerdings: Ein Autonutzer müsse die Übermittlung digitaler Informationen über die Fahrzeugnutzung gegebenenfalls abschalten können, damit seine Privatsphäre geschützt bleibt, betont Meinel.

Hans-Joachim Allgaier | idw
Weitere Informationen:
http://www.ti.fhg.de
http://www.telematik-institut.de

Weitere Berichte zu: Basisstation GPS Satellit Signatur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht KogniHome feiert die Wohnung der Zukunft
26.06.2017 | Universität Bielefeld

nachricht Der Form eine Funktion verleihen
23.06.2017 | Institute of Science and Technology Austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie