Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Speicherdichte sichert Festplatten die Zukunft

18.07.2008
Nanostrukturierung soll ein Terabit pro Quadratinch ermöglichen

Magnetische Festplatten (HDDs) mit höherer Speicherdichte, die mehr Daten auf kleinem Raum speichern können, sind das Ziel des EU-Projekts TERAMAGSTOR (Terabit Magnetic Storage Technologies). Damit soll dem Speicherbedarf in der zunehmend digitalen Welt entsprochen werden, der beispielsweise durch E-Books und immer mehr digitale Musik und Filme ständig wächst.

"Die HDD kann mit anderen Ansätzen noch nicht übertroffen werden", betont Manfred Albrecht, an TERAMAGSTOR beteiligter Physikprofessor der Technischen Universität Chemnitz, gegenüber pressetext. Durch die Weiterentwicklung könnte ihr Platz neben Solid-State-Disks (SSDs) und anderen Ansätzen langfristig gesichert werden.

Ein Vorteil der HDDs ist die hohe Kapazität. Seagate hat jüngst ein Modell mit 1,5 Terabyte und somit deutlich jenseits der Speichervolumina von SSDs vorgestellt. Die Kapazität von HDDs kann bei gleich bleibender Größe noch drastisch gesteigert werden. "Entscheidend ist dafür die Speicherdichte", erklärt Albrecht. Das EU-Projekt strebt an, ein Speichermedium zu entwickeln, das wenigstens ein Terabit pro Quadratzoll fasst. Im Vergleich dazu hat die Anfang dieser Woche vorgestellte HDD-Serie MK4058GSX der Toshiba Storage Device Division eine Dichte von 308 Gigabit pro Quadratzoll. Was aktuell einen Spitzenwert auf dem Markt darstellt, ist weniger als ein Drittel des Projektziels. Erreichen wollen die TERAMAGSTOR-Forscher die hohe Dichte mit einem Nanostrukturansatz, bei dem Datenbits auf einzelne Nanokörner gespeichert werden. "Für ein Terabit pro Quadratzoll ist eine Strukturperiode von 25 Nanometern erforderlich", so Albrecht. Mit noch kleineren Strukturen wäre ein rapider Anstieg der Speicherdichte erzielbar, beispielsweise auf 7,6 Terabit pro Quadratzoll bei zehn Nanometern Strukturperiode.

... mehr zu:
»Festplatte »HDD »Speicherdichte

Auch in anderen Bereichen ortet Albrecht Vorteile für HDDs. Beispielsweise seien die erreichbaren Geschwindigkeiten sehr gut und eine Langzeitstabilität im Bereich von zehn Jahren für diese Technologie erwiesen. Auch verweist er auf den gerade im Vergleich zu SSDs geringen Preis - ein Faktor, der auch für die verbesserten Festplatten bedeutend wäre. "Die Herstellungskosten gering zu halten, wird sehr wichtig", betont daher Albrecht. Geeignete, ökonomisch taugliche Herstellungsverfahren für hochdichte HDDs zu entwickeln, ist daher ein Aspekt des EU-Projekts.

Das Projekt TERAMAGSTOR ist auf 36 Monate anberaumt und wird von der EU mit knapp 3,5 Mio. Euro gefördert. Projektkoordinator ist das griechische National Center of Scientific Research. Zu den insgesamt neun Partnern aus sechs Ländern zählen Forschungseinrichtungen wie die Technische Universität Wien http://www.tuwien.ac.at ebenso wie Unternehmen wie die Dresdener FHR Anlagenbau http://www.fhr.de und der Liechtensteiner Beschichtungsanbieter Oerlikon Balzers http://www.oerlikon.com/balzers .

Thomas Pichler | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de

Weitere Berichte zu: Festplatte HDD Speicherdichte

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Roboter-Navigation über die Cloud
11.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Neuer Kaba Zylinder mit Service-Funktion: Zeitlich begrenzter Zutritt für Servicepersonal
07.12.2017 | dormakaba Deutschland GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Goldmedaille für die praktischen Ergebnisse der Forschungsarbeit bei Nutricard

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Nachwuchs knackt Nüsse - Azubis der Friedhelm Loh Group für Projekte prämiert

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen

11.12.2017 | Medizin Gesundheit