Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

RFID-Chips ersetzen Wohnungsschlüssel

10.07.2008
FAZIT-Anwendungsszenarien zeigen IT-Sicherheitslösungen im Jahr 2020

IT-basierte Sicherheitssysteme werden im Jahr 2020 nahezu alle Bereiche des täglichen Lebens durchdrungen haben: Auf öffentlichen Plätzen überwachen Tausende von Kameras jegliches Geschehen, intelligente Erkennungssoftware identifiziert herrenlose Gepäckstücke und RFID-Chips ersetzen den Wohnungsschlüssel.

Viele der hierfür notwendigen Technologien sind bereits heute verfügbar. In Zukunft werden sie aber noch leistungsfähiger und durch Vernetzung noch umfangreicher einsetzbar. Aber wird die Bevölkerung sie auch durchgehend akzeptieren? Im neuen Bericht "Sicherheit durch IT" des Forschungsprojekts FAZIT werden fünf Anwendungsszenarien entwickelt, in denen das fragile Gleichgewicht zwischen Nutzen und Ängsten deutlich wird.

IT-basierte Zugangs-, Identifikations- und Überwachungssysteme werden im Jahr 2020 in viele Bereiche des täglichen Lebens Einzug gehalten haben, so das Ergebnis aus den fünf Szenarien künftiger Sicherheitstechnologien, die das Forschungsprojekt FAZIT (www.fazit-forschung.de) untersucht hat. Hierfür wurden aktuelle Gefahrensituationen in die Zukunft projiziert und Technologien, die heute noch in der Entwicklung sind, als einsetzbar gedacht. Demnach haben die Sicherheitstechnologien im Jahr 2020 die unterschiedlichsten Aufgaben zu erfüllen, wie den Schutz vor terroristischen Anschlägen, die Reduzierung von Verkehrsunfällen und die Verhinderung von Identitätsdiebstählen im Internet.

In den Szenarien wird z.B. die Möglichkeit thematisiert, dass im Jahr 2020 die Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen, in Bahnhöfen, Zügen, Einkaufszentren usw. so umfassend sein wird, dass die Flut an Bilddaten nicht mehr von Menschen gesichtet werden kann, sondern von Computern auf verdächtige Personen und Objekte untersucht wird. Intelligente Software ist dann in der Lage, herrenlose Gepäckstücke zu erkennen und auch bei schlechten Lichtverhältnissen Gesichter von Passanten mit den Profilen von Straftätern abzugleichen. Ebenfalls weit verbreitet werden digitale Zutrittskontrollen zu Unternehmen, Hotelzimmern oder der eigenen Wohnung sein. Herkömmliche Schlüssel haben dann weitgehend ausgedient und Zugang erhalten die Berechtigten nur noch mit Chipkarten oder RFID-Transpondern, auf denen die biometrischen Daten wie Stimme, Fingerabdruck und Gesichtszüge gespeichert sind.

Für mehr Sicherheit im Straßenverkehr werden bis zum Jahr 2020 intelligente Fahrerassistenzsysteme der Standard sein - so beschreibt es ein weiteres FAZIT-Szenario. Sind diese Systeme heute bereits vereinzelt im Einsatz, begleiten sie den Autofahrer künftig wie selbstverständlich. Die Technologien wie Spurwechselwarnung, Verkehrzeichen- oder Toter-Winkel-Erkennung werden dann direkt auf die Frontscheibe projiziert. Drahtlose Kommunikationssysteme liefern zusätzliche Informationen, um in der Nähe befindliche Fahrzeuge zu erkennen und mit ihnen automatisch in Verbindung zu treten.

Doch nicht alles, was bis zum Jahr 2020 technisch realisierbar ist, wird die Bevölkerung ohne weiteres akzeptieren. Das Gefühl von Sicherheit geht nicht selten mit der Angst vor Überwachung und Datenmissbrauch einher. Wichtig für die Akzeptanz ist der eigene Mehrwert, den die Bürger für sich erkennen müssen, z.B. wenn Besitzer eines speziellen RFID-Ausweises bei Personenkontrollen schneller abgefertigt werden können. In der öffentlichen Sicherheit hängt die Akzeptanz von Überwachungstechnologien zudem von der jeweils aktuellen Bedrohungslage ab. Bei akuten Terrorwarnungen sind die Bürger eher bereit, überwachende Sicherheitsmaßnahmen wie Videoaufnahmen öffentlicher Plätze oder elektronische Chips im Reisepass mitzutragen.

Die fünf Anwendungsszenarien werden ausführlich im aktuellen Band 14 "Sicherheit durch IT" der FAZIT-Schriftenreihe dargestellt. Weitere Teile des Forschungsberichts sind eine Untersuchung zu Identitätsmanagement-Systemen in Unternehmen sowie eine Fallstudie zu Gebäudesicherheit durch IT anhand des Flughafens Stuttgart. Der Bericht kann auf www.fazit-forschung.de kostenlos heruntergeladen oder gegen eine Schutzgebühr angefordert werden.

Über FAZIT Forschung
FAZIT (Forschungsprojekt für aktuelle und zukunftsorientierte Informations- und Medientechnologien und deren Nutzung in Baden-Württemberg) identifiziert seit 2005 neue Märkte für innovative Informations- und Kommunikationstechnologien und erforscht bis Anfang 2009 Perspektiven zukünftiger IT- und Medienentwicklung von regionaler Bedeutung. Am Beispiel Baden-Württemberg beschreitet FAZIT neue Wege und kombiniert qualitative Forschung mit statistischen Erhebungen. Das Forschungsspektrum reicht von Marktanalysen und Unternehmensbefragungen über Fallstudien und wissenschaftliche Workshops bis hin zu Delphi-Studien, Szenarioprozessen und Roadmapping. FAZIT hat 15 relevante Schwerpunkthemen erkannt und präsentiert dazu kontinuierlich Forschungsergebnisse, die durch eine ausgeprägte Transferkomponente Impulse für weitere Forschung und Entwicklung geben. Projektträger von FAZIT ist die MFG Stiftung Baden-Württemberg in Stuttgart. Partner sind das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim und das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (Fraunhofer ISI) in Karlsruhe.

Über die MFG Stiftung
Die MFG Stiftung wurde 2003 ins Leben gerufen. Ziel ist Aus- und Weiterbildung sowie Förderung von Kunst, Kreativität und Kultur. Schwerpunkte sind Forschung und Entwicklung in den Bereichen Medien, IT und Film im Rahmen eigener Projekte. Die MFG Siftung fördert innovative Projekte und Forschungsaktivitäten durch Studien, Stipendienprogramme sowie Wettbewerbe. Darüber hinaus bietet sie neue Fort- und Weiterbildungsangebote an und vernetzt Akteure im Bildungs- und Forschungsbereich.


Ansprechpartner für die Presse:

MFG Stiftung Baden-Württemberg

Jürgen Pfeifle
Projektleiter Kommunikation FAZIT
Breitscheidstraße 4
70174 Stuttgart
Telefon: 0711-90715-317
Fax: 0711-90715-350
E-Mail: pfeifle@mfg.de
www.fazit-forschung.de

Silke Ruoff
Referentin Kommunikation und Marketing
Breitscheidstraße 4
70174 Stuttgart
Telefon: 0711-90715-316
Fax: 0711-90715-350
E-Mail: ruoff@mfg.de
www.mfg.de/stiftung

Jürgen Pfeifle | MFG Stiftung Baden-Württemberg
Weitere Informationen:
http://www.fazit-forschung.de
http://www.mfg.de/presse
http://www.mfg.de/stiftung

Weitere Berichte zu: FAZIT RFID-Chip Sicherheitstechnologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Pepper, der neue Kollege im Altenheim
17.08.2017 | Universität Siegen

nachricht Komfortable Software für die Genomanalyse
16.08.2017 | Technische Hochschule Mittelhessen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten