Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein Supercomputer für die Spitzenforschung Norddeutschlands

10.07.2008
Höchstleistungsrechner

Am (heutigen) Donnerstag hat Wissenschaftsminister Lutz Stratmann offiziell den neuen Hochleistungsrechner der kalifornischen Firma Silicon Graphics GmbH (SGI) an die Universität Hannover übergeben. Am 3. Juli wurde der Computer durch die sechs Bundesländer Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein in Berlin eingeweiht.

Was dieses neue System für die Spitzenforschung Norddeutschlands bedeutet, wird durch ein einfaches Rechenbeispiel deutlich: Um die Leistung pro Sekunde des neuen Supercomputers nachzuvollziehen, müssten alle Einwohner der sechs norddeutschen Länder - vom Kind bis zum Greis - 85 Jahre lang täglich 12 Stunden mehrstellige Zahlen addieren oder multiplizieren.

Das leistungsfähige Rechnersystem mit rund 25.000 Prozessor-kernen wird gemeinsam vom Konrad-Zuse-Zentrum für Informations-technik (ZIB) in Berlin und vom Regionalen Rechen-zentrum für Niedersachsen der Universität Hannover (RRZN) betrieben. Auftraggeber ist der Norddeutsche Verbund zur Förderung des Hoch- und Höchstleistungsrechnens (HLRN). Die beiden Standorte sind mit einer 10-Gigabit-Datenleitung verbunden. Die mögliche Datenmenge, die in einer Sekunde über diese Datenleitung transportiert werden kann, entspricht dabei fast einer Million Buchseiten.

... mehr zu:
»Supercomputer

In einer zweiten Ausbaustufe wird der Supercomputer die Leistung des alten HLRN-Systems um den Faktor 60 übersteigen. Die Spitzenleistung beträgt dann 312 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde. Der Haupt-speicher ist mit einer Kapazität von 90 Terabyte ausgestattet - das entspricht etwa einer Speicherkapazität von 90 Millionen Büchern à 500 Seiten.

Die Gesamtkosten der Beschaffung betragen rund 30 Millionen Euro, die sich die beteiligten Bundesländer und der Bund teilen.

Der Norddeutsche Verbund zur Förderung des Hoch- und Höchstleistungsrechnens besteht seit dem Jahr 2001 und hat zu einer Intensivierung der Zusammenarbeit und vielen wissen-schaftlichen Kooperationen in den beteiligten Ländern geführt. Investitionen in dieser Größenordnung können der Spitzenforschung Norddeutschlands nur durch die Bündelung von Ressourcen vieler Länder zur Verfügung gestellt werden, die in der deutschen Forschungslandschaft einmalig ist.

Das neue System bringt einen gewaltigen Fortschritt für die so genannten Grand-Challenge-Probleme der HLRN-Nutzer. Das sind wissenschaftliche Probleme, die entweder zu groß sind, zu lange dauern oder zu kostenintensiv sind, um in einem Labor gelöst werden zu können.

Hier wird die hohe Rechenleistung neue Erkenntnisse auf vielen Forschungsgebieten ermöglichen, wie beispielsweise bei Strömungsproblemen an Fahrzeugen, dem Mechanismus der Proteinfaltung in der Biophysik zur Bekämpfung von Krankheiten, der Entwicklung von Sternenhaufen und Galaxien in der Astrophysik, den Molekülstrukturen in den Materialwissenschaften oder auch der Erderwärmung in der Klima- und Meeresforschung.

Meike Ziegenmeier | idw
Weitere Informationen:
http://www.mwk.niedersachsen.de

Weitere Berichte zu: Supercomputer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb
27.06.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

nachricht Überschwemmungen genau in den Blick nehmen
27.06.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive