Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Intelligente Überwachungskamera lernt hören

25.06.2008
Software analysiert Geräusche und optische Aufnahmen

Eine Überwachungskamera, die Geräusche wie brechendes Glas oder Schreie hört, soll auf diese Verdachtsmomente reagieren und schwenken, um die Quelle auch optisch unter die Lupe zu nehmen. Möglich machen wollen dies Forscher am Institute of Industrial Research der University of Portsmouth.

Dazu nutzen sie eine KI-Software (Künstliche Intelligenz), die zur Erkennung von optischen Hinweisen entwickelt wurde und nun auch nach hörbaren suchen soll. "Das System hört die Umgebungsgeräusche und erkennt, was abnormal ist", beschreibt Instituts-Direktor David Brown im Gespräch mit pressetext.

Das selbstlernende KI-System wird dabei mit der Zeit genauer. Insgesamt soll es helfen, Verbrechen schneller mit Kameras zu erfassen und zu erkennen. Das könnte die Arbeit von Sicherheitskräften deutlich erleichtern.

... mehr zu:
Ȇberwachungskamera

Die KI-Software ist für den Bereich der visuellen Muster-Erkennung schon weit entwickelt und kann beispielsweise Dellen in Autos ebenso erkennen wie auffälliges Verhalten, etwa das Heben eines Arms zum Schlag oder plötzliches Davonlaufen. Nun wird das auf Schall umgelegt. "Zur Identifizierung von Geräuschen betrachten wir die Wellenformen von Schall", beschreibt Brown.

Dabei soll das System lernen, auffällige Muster zu erkennen. Beispielsweise führt das Brechen von Glas zu einer charakteristischen Grundform, die dank Fuzzy Logic gut erkannt werden kann, obwohl die exakten Wellenformen bei verschiedenen Glasssorten unterschiedlich ausfallen, so Brown. Die KI der Software kann im Laufe der Zeit dazulernen und auch gesprochene Sprache und Ausrufe als Hinweis nutzen. "Spätere Versionen werden mit der Zeit cleverer. Auf die Dauer können vielleicht spezifische Worte erkannt werden", meint Brown. Dabei suche man aber nur nach Worten, die mit Gewalt in Verbindung stehen - komplette Gespräche sollen nicht belauscht werden.

Die Geräuscherkennung bildet den Anfang einer Reaktionskette. Beispielsweise würde eine Kamera auf einem Parkplatz in die richtige Richtung schwenken, wenn sie das Einschlagen eines Autofensters oder einen Schrei hört - und zwar ebenso schnell wie ein Mensch. Dann könnte die KI optisch verifizieren, ob ein Ausnahmezustand wie etwa ein Einbruch vorliegt, bevor sie einen Alarm auslöst. Durch derart gezielte Alarme könnte die Reaktionszeit von Sicherheitskräften verbessert und ihre Arbeit zielgenauer werden. Die Kombination intelligenter Erkennung von akustischen und visuellen Hinweisen soll auch die nachträgliche Auswertung von Aufnahmen erleichtern. Derzeit befindet sich das System allerdings noch im Forschungsstadium im Rahmen eines Projekts, das noch zwei Jahre läuft.

Auf die Suche nach "Geräuschen der Aggression und Angst" in Verbindung mit Überwachungskameras setzt auch das niederländische Unternehmen Sound Intelligence (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=061124002). Sein System "SIgard" kommt bereits in Städten in den Niederlanden und Großbritannien zum Einsatz. Den Beschreibungen des Herstellers nach analysiert diese Technologie aber nur Geräusche und kombiniert dies nicht mit intelligenter Bildanalyse.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.port.ac.uk/iir
http://www.soundintel.com

Weitere Berichte zu: Überwachungskamera

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Ergonomie am Arbeitsplatz: Kamera erkennt ungesunde Bewegungen
24.04.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht TU Ilmenau entwickelt Chiptechnologie von morgen
20.04.2017 | Technische Universität Ilmenau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Auf dem Gipfel der Evolution – Flechten bei der Artbildung zugeschaut

27.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Elektroimpulse säubern Industriewässer und Lacke

27.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

ZMP 2017 – Latenzzeitmesseinrichtung für moderne elektronische Zähler

27.04.2017 | Messenachrichten