Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Top-Level-Domains: Teures Neuland in Sicht

24.06.2008
Einführung nicht-lateinischer Schriftzeichen wahrscheinlich

Lange hat die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) über die Vergabe neuer Top-Level-Domains (TLDs) nachgedacht, jetzt dürfte sie beschlossen werden. Seit Sonntag findet das 32. International Public ICANN Meeting in Paris statt. Zum Abschluss am Donnerstag kommt es zur Abstimmung darüber, ob die Vergabe von TLDs liberalisiert wird.

Wird der Vorschlag angenommen, würde dies den Weg für neue generische TLDs wie .berlin ebnen - allerdings zu möglicherweise sehr hohen Kosten. Für Domains in nicht-lateinischen Schriftzeichen wiederum, die von einigen Ländern bereits vehement eingefordert werden, könnte noch in dieser Woche ein beschleunigter Fasttrack-Prozess beschlossen werden.

Die Zeichen dafür, dass Neuland im Internet erschlossen wird, stehen gut. "Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass es beschlossene Sache ist, dass neue TLDs kommen werden", meint Richard Wein, Geschäftsführer bei nic.at, gegenüber pressetext. Allerdings bestünden noch viele Unklarheiten, die auf dem Pariser Meeting heiß diskutiert werden. "Offen ist beispielsweise, ob das System völlig offen wird, sodass wirklich jeder eine TLD beantragen kann", meint Wein. Dazu laufe eine Grundsatzdiskussion, denkbar sei etwa, dass die Unterstützung einer größeren Community erforderlich ist.

... mehr zu:
»TLD »Top-Level-Domain

Was genau am Donnerstag beschlossen wird, ist Wein zufolge schwer einzuschätzen. "Das ist eine der offensten Entscheidungen, die ich in ICANN-Prozessen je erlebt habe", meint er. Wahrscheinlich sei jedenfalls, dass eine Liberalisierung beschlossen wird, aber wohl eher in Form eines Prozessfahrplans denn einer fertigen Umsetzung.

Die Kosten der Registrierung der neuen Domains sind ebenfalls ein Punkt, der noch ungeklärt ist. Dass für eine Städte-Domain wie .nyc, eine Business-Domain wie .ebay oder einen Spaß wie .fun tief in die Tasche gegriffen werden muss, ist jedoch wahrscheinlich. " Heute sind Zahlen bis zu 250.000 Dollar gefallen", so Wein. Und das sei nur für den Domain-Antrag selbst. Der Aufbau einer entsprechenden Registry ohne Outsourcing würde seiner Ansicht nach ein bis zwei Mio. Euro erfordern. Einige neue TLDs wie etwa .berlin http://dotberlin.de dürften trotz solcher Hürden schnell umgesetzt werden, sobald die Möglichkeit besteht. Der Kostenfaktor könnte aber gerade andere lokale Domains mit geringem tatsächlichem User-Bedarf verhindern, vermutet Wein.

Internationalisierte Domainnamen (IDNs) in Schriften wie Kyrillisch, Arabisch, Chinesisch oder Hindi sind ein weiteres Thema des Meetings. Ihre Umsetzung gilt unter Experten als sicher. " Da machen schon Staaten, wie beispielsweise China oder Russland, enormen Druck", erklärt Wein gegenüber pressetext. Diesem Druck dürfte die ICANN zumindest teilweise nachgeben. Ein zu Beginn des Pariser Meetings veröffentlichter Entwurf schlägt jedenfalls ein zweigleisiges Vorgehen vor. Im Rahmen eines Fasttrack-Prozesses könnte demnach eine begrenzte Zahl an länderspezifischen TLDs in der jeweiligen Landessprache umgesetzt werden, während gleichzeitig eine allgemeine, langfristige Policy für IDNs erarbeitet wird.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://par.icann.org

Weitere Berichte zu: TLD Top-Level-Domain

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Volle Konzentration am Steuer
25.11.2016 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Warum Reibung von der Zahl der Schichten abhängt
24.11.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften

Diabetesforschung: Neuer Mechanismus zur Regulation des Insulin-Stoffwechsels gefunden

06.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Was nach der Befruchtung im Zellkern passiert

06.12.2016 | Biowissenschaften Chemie