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Mobilfunk: Forschungsbedarf bei Kindern und Langzeitnutzern

17.06.2008
Bundesamt für Strahlenschutz: Nicht alle Fragen abschließend geklärt

Die derzeit gültigen Grenzwerte schützen nach wissenschaftlichem Kenntnisstand vor gesundheitsschädlichen Auswirkungen des Mobilfunks. Das ist das Ergebnis des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms (DMF). Allerdings rät das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) weiterhin zur Vorsorge.

Vor sechs Jahren hat das BfS im Auftrag des Bundesumweltministeriums das DMF gestartet, um die offenen wissenschaftlichen Fragen nach möglichen gesundheitlichen Wirkungen elektromagnetischer Felder des Mobilfunks zu klären. Das DMF gehört zu den weltweit größten Forschungsprogrammen, die in diesem Bereich stattgefunden haben. Planung und Durchführung erfolgten in enger Abstimmung mit dem internationalen Forschungsprojekt der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Das BfS hat bei der Konzeption und Durchführung des Programms größten Wert auf Transparenz der Verfahren gelegt sowie auf eine hohe wissenschaftliche Qualität der Forschungsprojekte. Ein zentrales Anliegen war eine interessensunabhängige Bewertung aller Forschungsergebnisse.

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Ziel des DMF war es, die geltenden Grenzwerte kritisch zu überprüfen. In 54 Studien wurden Fragen zur Strahlenbelastung im Alltag aufgegriffen, zu möglichen nicht-thermischen Wirkmechanismen sowie zu akuten und chronischen Wirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder des Mobilfunks. In Wiederholungsstudien wurde gezielt Hinweisen auf mögliche Wirkungen hochfrequenter Felder auf Mensch und Tier nachgegangen. Solche Hinweise hatten zu Beginn des Forschungsprogramms vorgelegen, konnten aber nicht bestätigt werden. Erstmals wurden auch Studien durchgeführt, wie die Bevölkerung die Risiken der Mobilfunktechnologie wahrnimmt.

Die Forschungsergebnisse des DMF haben gezeigt, dass die Strahlenbelastung der Bevölkerung trotz zunehmender Technisierung weit unterhalb der Grenzwerte liegt. Expositionen nahe an den Grenzwerten treten nur bei der Nutzung einiger körpernah betriebener Geräte auf, wie z.B. bei der Nutzung von Handys.

Das Forschungsprogramm konnte jedoch nicht auf alle Fragen abschließende Antworten geben. Weiterhin Forschungsbedarf gibt es vor allem in Hinblick auf die Fragen möglicher Langzeitrisiken für Handynutzungszeiten von mehr als zehn Jahren. Außerdem ist weiterhin unklar, ob Kinder empfindlicher auf Handystrahlung reagieren als Erwachsene. Das BfS rät deshalb weiterhin auf eine vorsorgliche Verringerung der Strahlenbelastung zu achten. Jeder kann die Strahlenbelastung durch das eigene Verhalten beim Umgang mit dem Handy selbst verringern:

- Möglichst nicht bei schlechtem Empfang telefonieren, z. B. aus Autos ohne Außenantenne.
- Beim Kauf des Handys auf den so genannten SAR-Wert (Spezifische Absorptionsrate) achten. Als besonders strahlungsarm gelten Mobiltelefone mit einem SAR-Wert von 0,6 Watt/kg oder niedriger. Die SAR-Werte der aktuell verfügbaren Handy-Modelle finden Sie auf http://www.bfs.de/de/elektro/oekolabel.html .
- Nutzen Sie Kopfhörer. Die Strahlungsquelle (Antenne) befindet sich dann nicht direkt am Ohr.
- Nutzen Sie die SMS-Möglichkeiten, da Sie dann das Handy nicht am Kopf halten.
- In Situationen, in denen genauso gut mit einem Festnetztelefon wie mit einem Handy telefoniert werden kann, sollte das Festnetztelefon genutzt werden.

HINTERGRUND:

Das Deutsche Mobilfunk Forschungsprogramm (DMF) hatte ein Gesamtbudget von 17 Millionen Euro. Das Bundesumweltministerium (BMU) und die Mobilfunkbetreiber haben jeweils 8,5 Millionen Euro beigesteuert. Für die fachliche und administrative Durchführung des DMF war ausschließlich das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) zuständig. Ein Einfluss der Netzbetreiber war damit ausgeschlossen. Um jederzeit Transparenz bei der Durchführung des Programms zu gewährleisten, wurde laufend auf einer eigens eingerichteten Internetseite über den Verlauf der einzelnen Forschungsprojekte berichtet.

Angela Chodek | idw
Weitere Informationen:
http://www.bfs.de
http://www.bfs.de/de/elektro/oekolabel.html
http://www.deutsches-mobilfunk-forschungsprogramm.de/

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