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RFID wird Synonym für Innovation

12.06.2008
Anlässlich des 4. Europäischen Workshops über RFID-Systeme und -Technologien trafen sich in Freiburg namhafte Experten, um die aus zahlreichen Forschungsprojekten resultierenden Innovationspotenziale der RFID-Technik vorzustellen und zu diskutieren. Gastgeber der Veranstaltung war die Informationstechnische Gesellschaft im VDE (ITG).

Vermutlich handelt es sich um das derzeit innovativste Bauvorhaben Europas. Auf einem rund 8.000 Quadratmeter großen Gelände in Duisburg, dem „inHaus-Park“, entsteht eine bisher einzigartige Immobilie – „inHaus2“ genannt. Ziel ist es, mit Hilfe modernster Techniken eine Immobilie über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg wirtschaftlich und umweltfreundlich zu gestalten und zu betreiben.

Eingemauert und dennoch aktiv: RFIDs senden Daten aus dem Gebäudeinneren

Nach Angaben des Duisburger Fraunhofer IMS ist die Baustelle ein Ort vielfältiger Innovationen. Dazu gehören unter anderem drahtlos per RFID-Technik vernetzte Sensoren, die einfach während der Bauphase mit dem Beton vergossen werden und den Härtungsprozess überwachen. Aufgrund ihrer langen Lebensdauer sind die „eingemauerten“ RFID-Sensoren auch in der Lage, während des Betriebs des Gebäudes permanent Daten aus dem Mauerinnern zu liefern. Hierzu gehören unter anderem Angaben über Temperatur und Feuchtigkeit.

Ein wichtiges Element der RFID-Technik ist die Transpondertechnologie, mit der sich auch die notwendige Versorgungsenergie drahtlos übertragen lässt. Am Dresdner Fraunhofer Institut IPMS zielt ein aktuelles Forschungsvorhaben darauf ab, die Technologie für neue Anwendungsgebiete zu erschließen. Im Fokus steht dabei die drahtlose Kopplung kompletter Mikrosysteme, die eine flexible Signalverarbeitung mit einem Microcontroller und einem oder mehreren Sensoren bzw. Aktoren gestatten. Anlässlich des RFID-Workshops stellte Dipl.-Ing. Frank Deicke vom IPMS auch die Möglichkeiten des computerunterstützten Designs von Antennen und Übertragungskanälen vor. Diese Technologie soll dazu beitragen, bestehende Transponder-Systeme zu optimieren.

Mit gedruckter Elektronik zu preiswerten Funketiketten

Der größte Hemmschuh für den breiten Einsatz der RFID-Technik ist der Preis. So basiert die aktuelle Generation der RFID-Etiketten auf Siliziumchips, deren Herstellung nach wie vor aufwändig ist. Mithilfe gedruckter Elektronik könnten RFID-Etiketten dagegen wesentlich kostengünstiger hergestellt werden. Einen Ausweg bieten elektrisch halbleitende Polymere, die sich im Gegensatz zu Siliziumchips in hochproduktiven Druckverfahren zur Herstellung kostengünstiger RFID-Etiketten einsetzen lassen.

„Die Basis für die druckbare Elektronik ist der organische Feldeffekttransistor, kurz OFET genannt“, erläutert Jürgen Krumm von der in Fürth ansässigen PolyIC GmbH & Co. KG. Dieser arbeite ähnlich wie ein konventioneller Dünnschichttransistor. Die ersten Prototypen konnten nach Krumms Angaben vor etwa sechs Monaten getestet werden. Daraufhin seien die ersten gedruckten Radiofrequenz-Transponder anlässlich der Frankfurter MEDIA-TECH Expo im Mai 2008 im Rahmen des Prisma-Projekts erstmals dem Publikum vorgestellt worden.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte und vom Projektträger VDI/VDE Teltow betreute Projekt „Printed Smart Labels“ (PRISMA) hat zum Ziel, solche polymerbasierten RFID-Systeme zu entwickeln und unter realistischen Bedingungen zu erproben. Es sollen Aussagen über mögliche Einsatzbereiche und die Wirtschaftlichkeit von polymerbasierten RFID-Systemen abgeleitet werden.

Rolf Froböse | Rolf Froböse
Weitere Informationen:
http://www.vde.com

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