Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zeichen in Microsoft-Captcha automatisch trennbar

02.06.2008
Forscher schätzen mögliche Angriffs-Erfolgsrate auf über 60 Prozent

Forscher an der School of Computing Science der Newcastle University haben gezeigt, dass sie mit einer einfachen, kostengünstigen Methode die einzelnen Zeichen bei Captcha-Tests von Microsoft sehr erfolgreich trennen und ordnen können. Da die Beständigkeit gegen diese Separierung der einzelnen Zeichen ein wichtiger Faktor für die Sicherheit des Captcha-Tests gegen automatisierte Angriffe ist, bedeutet das einen schweren Schlag für den Sicherheitsmechanismus. Gepaart mit einer geeigneten Zeichenerkennung könne der Microsoft-Captcha mit einer Erfolgsrate von über 60 Prozent geknackt werden, so die Einschätzung der Forscher.

Eine unregelmäßige Anordnung und störende, zusätzliche Linienbögen bei Captcha-Rätseln sind zwei der Ansätze, mit denen Programmen eine Separierung der Zeichen - also ein korrektes Trennen und Ordnen - möglichst schwer gemacht werden sollen. Die Forscher in Newcastle haben ein Set von 100 Bildern des Microsoft-Captchas analysiert und anhand der Ergebnisse ein Verfahren entwickelt, das eine Segmentierung der Zeichen eines Captcha-Tests mit mehreren einfachen Ansätzen und dementsprechend kostengünstig versucht. Bei einem Test mit 500 weiteren Captcha-Bildern konnte ihr Werkzeug bei 92 Prozent die Zeichenfolgen korrekt auflösen. Dabei werden auch überflüssige Lininenbögen entfernt, was nach Ansicht der Forscher auch die notwendige Zeichenerkennung erleichtert.

Für Microsofts Acht-Zeichen-Captchas, die beispielsweise beim Webmail-Dienst Hotmail zur Anwendung kommen, bedeutet das ein hohes Risiko. Ihr gutes Ergebnis bei der Separierung gepaart mit der Tatsache, dass einzelne Zeichen auch bei relativ starker Verfremdung mit gut 90 Prozent Wahrscheinlichkeit erkannt werden können, ließen laut Forschern insgesamt Erfolgsraten von über 60 Prozent bei automatischen Angriffen möglich erscheinen. Eigentlich sollte maximal eine von 10.000 Attacken Erfolg haben. Die offizielle Publikation der bereits als Vorab-Version verfügbaren Forschungsergebnisse steht zwar noch aus. "Microsoft hat sein Captcha bereits geändert, um auf unseren Angriff zu reagieren", betont jedoch der Computerwissenschaftler Jeff Yan zu pressetext. Ob damit wirklich eine Abhärtung gegen den Separierungs-Angriff gelungen sei, werde allerdings erst untersucht.

... mehr zu:
»Captcha »Microsoft-Captcha

Grundsätzlich sieht Yan Captchas als gute Idee, die er trotz des eigenen Ergebnisses und diverser Angriffe gegen Captcha-Mechanismen in diesem Jahr noch nicht am Ende sieht. "Der Teufel steckt im Detail", meint der Computerwissenschaftler. Ob es möglich ist, Captcha-Mechanismen deutlich sicherer gegen automatisierte Angriffe zu machen, ohne dabei die Anwenderfreundlichkeit zu gefährden, stehe noch nicht fest. Weitere Forschung auf diesem Gebiet sei daher unabdingbar.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cs.ncl.ac.uk

Weitere Berichte zu: Captcha Microsoft-Captcha

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb
27.06.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

nachricht Überschwemmungen genau in den Blick nehmen
27.06.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie