Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internet-Aktionsplan der EU begrüßt

27.05.2008
Den am heutigen Dienstag (27. Mai 2008) verkündeten Internet-Aktionsplan der Europäischen Kommission hat der deutsche IPv6-Rat begrüßt. Dessen Vorsitzender Prof. Christoph Meinel erklärte, die EU-Kommission gebe damit einen "entscheidenden Impuls für den zügigen Übergang auf die neue Internetgeneration".

Brüssel ebne den Weg zu mehr Sicherheit, höherer Leistung, leichterer Erweiterbarkeit und besserer Anpassbarkeit an neue Anforderungen im Internet, sagte der Wissenschaftler, der Direktor des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts (HPI) ist. Meinel appellierte an den EU-Ministerrat, die Kommissions-Pläne noch in diesem Jahr zu beschließen, um zu einem gemeinsamen Vorgehen aller Mitgliedsländer zu kommen.

EU-Kommissarin Viviane Reding, zuständig für die Informationsgesellschaft und Medien, hatte es als Ziel der EU-Kommission bezeichnet, bis zum Jahr 2010 rund 25 Prozent aller europäischen Anwender die Möglichkeit zu geben, den neuen Internetstandard IPv6 zu nutzen und dabei auf die meisten ihrer gewohnten Dienste und Inhalte zugreifen zu können. Der alte, seit 1981 gültige Standard IPv4 bringt nach Meinels Worten "eine immer stärkere Verknappung von Internetadressen und signifikante Sicherheitsdefizite" mit sich.

Das Kürzel IP steht für Internet-Protokoll und bezeichnet das Verfahren, mit dem sich Computer und Geräte im weltweiten Netz verknüpfen. "Der neue Standard IPv6 schafft Platz für mehr als 340 Sextillionen Internetanschlüsse - eine Zahl mit 37 Nullen", erläuterte Meinel. Somit könne der Traum von einem zukünftigen "Internet der Dinge und Dienste", in dem möglichst viele mobile und stationäre Geräte, aber auch Services miteinander vernetzt sind, uneingeschränkt verwirklicht werden.

Meinel, der am HPI auch den Lehrstuhl für Internet-Technologien und -Systeme innehat, verwies darauf, dass die EU-Kommission in ihrem Aktionsplan für ihren Bereich nun aufgreife, was die deutsche Bundesregierung bereits Anfang Mai angekündigt habe. "Künftig wird bei der Beschaffung von Geräten und Ausrüstung für die Netzinfrastruktur auf den neuen Internetstandard IPv6 gesetzt", sagte Meinel. Er verwies auf eine entsprechende Ankündigung des IT-Direktors im Bundesinnenministerium, Martin Schallbruch, auf dem nationalen IPv6-Gipfel am 7. Juni am HPI in Potsdam. Die öffentliche Verwaltung in Deutschland investiert nach Meinels Angaben jährlich rund 2,4 Milliarden Euro in die Netzinfrastruktur.

"Die Vorbereitungen für die Umstellung auf den neuen Internetstandard sind bei uns in Deutschland schon weit gediehen", betonte Meinel. Das Land habe deshalb gute Chancen, im technologischen Wettbewerb um das Internet der Zukunft mitzuhalten. Der Vorsitzende des deutschen IPv6-Rats verwies darauf, dass Deutschland bereits eines der weltweit größten Kontingente an Adressen für die nächste Internet-Generation reserviert habe. Mit seinem Anteil von 13 Prozent an den zugeteilten neuen Anschlussnummern sei Deutschland hinter den USA mit 20 Prozent die Nummer 2 in dieser Technologie und liege noch vor Frankreich und Japan (je 11 Prozent).

Meinel kündigte an, dass der deutsche IPv6-Rat im Vorfeld des dritten nationalen IT-Gipfels Ende November in Darmstadt einen Fahrplan für die anstehenden Aktivitäten zum Übergang auf den modernen Internetstandard aufstellen werde.

Kurzprofil Deutscher IPv6-Rat

Der am 6. Dezember 2007 in Potsdam gegründete IPv6-Rat ist der deutsche Landesverband des internationalen IPv6-Forums, dem mehr als 50 nationale Gremien angehören. Ziel ist es, alle nationalen Akteure aus Industrie, Forschung, Politik und Verwaltung, die mit der nächsten Internetgeneration befasst sind, zu vereinen und die Einführung des neuen Internet-Protokolls voranzutreiben. Dies soll durch die Sensibilisierung von Endnutzern und Industrie für ein ausgereiftes und sicheres Internet sowie durch Verbesserungen in Technik und Vermarktung erreicht werden. Dem Gremium gehören derzeit gut ein Dutzend Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft an. Es will dem neuen Internetprotokoll IPv6 zum Durchbruch verhelfen und arbeitet an einem Fahrplan dafür, wie das neue Internetprotokoll in die nationalen Strategien im Bereich der Informations- und Kommunikations-Technologien eingebunden werden soll.

Frieder Bechtel | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipv6forum.com
http://www.ipv6council.de -

Weitere Berichte zu: IPv6 IPv6-Rat Internet-Aktionsplan

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Der Form eine Funktion verleihen
23.06.2017 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Zukunftstechnologie 3D-Druck: Raubkopien mit sicherem Lizenzmanagement verhindern
23.06.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

Quantum thermometer or optical refrigerator?

23.06.2017 | Physics and Astronomy

A 100-year-old physics problem has been solved at EPFL

23.06.2017 | Physics and Astronomy

Equipping form with function

23.06.2017 | Information Technology