Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Qualitätsvorhersage für serviceorientierte Softwaresysteme

14.05.2008
Im EU-Forschungsprojekt Q-ImPreSS untersuchen acht Partner aus fünf Ländern, wie sich die Umstellung von Software auf serviceorientierte Architekturen (SOA) auf Dienstgüte und Wartbarkeit von Softwaresystemen auswirkt / Entwickelt werden ein Verfahren zur Qualitätsvorhersage in der Entwurfsphase und unterstützende Open-Source-Werkzeuge / Das FZI Forschungszentrum Informatik Karlsruhe koordiniert das Europaprojekt und bringt seine Kompetenzen im Bereich Softwarequalität und Struktursanierung ein

4,86 Millionen Euro investieren die Europäische Union (EU) und acht Forschungspartner aus fünf Ländern in die Entwicklung einer frühzeitigen Qualitätsvorhersage für die Evolution von Software-Altsystemen auf serviceorientierte Software.

Die Hauptinnovation im Projekt Q-Impress ist die Zusammenführung von Dienstgütevorhersageverfahren und Wartbarkeitsbewertung von geplanten serviceorientierten Softwarearchitekturen (SOA) mit Software-Sanierungsverfahren. Der einzigartige Ansatz, Qualitätsbewertung mit Software-Sanierung zu koppeln, brachte das Projekt an die Spitze der europäischen IKT-Forschung im Bereich Dienst- und Software-Architekturen, -Infrastrukturen und -Technik (Herausforderung ICT-2007 1.2).

Es errang die drittbeste Platzierung unter 85 der EU vorgeschlagenen Forschungsprojekten zur Lösung strategischer Herausforderung. Das FZI Forschungszentrum Informatik koordiniert das Projekt und bringt seine Kompetenzen im Bereich Qualitätsvorhersage und Struktursanierung ein. Für die wissenschaftliche Koordination verantwortlich zeichnet Professor Dr. Ralf Reussner, Direktor im Bereich Software Engineering (SE) am FZI. Ansprechpartner und für die operative Projektleitung zuständig ist Dipl.-Ing. Mircea Trifu.

Reussner erklärt zur Motivation für das Projekt: "Serviceorientierte Software bietet das Potenzial für Unternehmen, ihre Geschäftsprozesse deutlich flexibler zu gestalten und schneller an sich ändernde Anforderungen und Marktbedingungen anzupassen. Allerdings sind die Fragen der Softwarequalität bei der Neueinführung nicht gelöst, ebenso wie die systematische Evolution von Altsystemen zu einer SOA noch nicht wirklich verstanden ist. Das Risiko, dass bei der Migration qualitätsrelevante Attribute außer Kontrolle geraten, hebelt die Vorteile der Serviceorientierung unter Umständen aus.

Deshalb hinken Anwendungen, deren Funktion und Qualität hoch geschäftskritisch sind - beispielsweise Produktionssteuerungen, Telekommunikationsdienste oder betriebliche Steuerungssoftware - noch stark hinterher. Hier wollen wir mit Q-ImPrESS Sicherheit schaffen und die Migration mit Werkzeugen unterstützen".

Aus der Industrie beteiligen sich an Q-ImPrESS in Deutschland ABB und Itemis, aus Italien Softeco Sismat und aus Kroatien Ericsson Nikola Tesla. Wissenschaftliche Partner sind neben dem FZI die schwedische Mälardalen University, das italienische Politecnico di Milano und die tschechische Karls-Universität Prag. Q-ImPrESS verbindet damit Forschungsgruppen, die im Bereich der Qualitätsbewertung und -vorhersage zur Weltspitze gehören.

Die Projektpartner entwickeln ein Vorhersageverfahren sowie Werkzeuge, mit denen die Auswirkungen der Evolution von Softwaresystemen auf SOA in der Entwurfsphase überprüft und bewertet werden können. Zudem erarbeiten sie Rahmenempfehlungen für die Einführung von SOA-Systemen, setzen Fallbeispiele aus der Industrie an Demonstratoren um, und bauen eine umfassende Informationssammlung zu SOA auf. Vorhersageverfahren, Open-Source-Werkzeuge, Fallbeispiele und Informationen werden der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Die im Projekt erarbeiteten Erkenntnisse, Methoden und Werkzeuge sollen helfen, SOA künftig auch für hoch geschäftskritische Anwendungen einsetzbar zu machen.

Nach Wunsch der EU sollen die Forschungsarbeiten vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) Unterstützung bei der Evolution bieten. Q-Impress wurde im Januar 2008 gestartet und läuft bis Ende 2010. Weitere Informationen sind auf der Projektwebsite veröffentlicht:

http://www.q-impress.eu/

Hintergrund für die Redaktion:
Die Modernisierung von Softwaresystemen auf serviceorientierte Architekturen bietet Unternehmen das Potenzial, ihre Geschäftsorganisation und damit ihr Produkt- und Dienstleistungsangebot flexibler zu gestalten als bisher. Individuelle Anforderungen von Kunden und Geschäftspartnern können schneller bedient werden. Zudem können sie auf Marktveränderungen schneller reagieren. Durch diese positiven Effekte hat sich diese neue Art der Auslegung von Softwaresystemen in Diensten (Services), die jeder für sich ein eigenes Programm darstellen und sich, da sie mit anderen Diensten kooperieren können, nach dem Baukastenprinzip bedarfsgerecht zu einem Gesamtsystem zusammenschalten lassen, über viele Anwendungsbereiche ausgebreitet. Allerdings hinken hoch geschäftskritische Softwaresysteme wie beispielsweise Produktionssteuerungen, Informations- und Telekommunikationsdienste sowie betriebliche Steuerungssoftware noch deutlich hinterher. Der Grund dafür sind die fehlenden Möglichkeiten zur Bewertung und Vorhersage der Qualität und Wartbarkeit eines geplanten serviceorientierten Systems.
Weitere Informationen
FZI Forschungszentrum Informatik
Haid-und-Neu-Str. 10-14
76131 Karlsruhe
Ansprechpartner: Prof. Dr. Ralf Reussner / Dipl.-Ing. Mircea Trifu
Telefon:+49 721 6594-624
E-Mail: reussner@fzi.de, Mircea.Trifu@fzi.de
Internet: http://www.fzi.de
Vera Münch PR+TEXTE
Telefon: 05121/82613 mobil: +49 171 38 25 545
E-Mail: info@vera.muench.de
Über das FZI Forschungszentrum Informatik
Das FZI ist eine Forschungseinrichtung des Landes Baden-Württemberg und der Universität Karlsruhe (TH). Es hat die Aufgabe, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse aus Informatik, Ingenieurwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen
verfügbar zu machen. In Kooperationsprojekten und in Auftragsforschung
entwickelt das FZI für seine Geschäftspartner Konzepte für betriebliche Organisationsaufgaben, Software- und Systemlösungen und setzt diese in innovative Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse um.

Wissenschaftliche Exzellenz und Interdisziplinarität sind in der Organisation verankert: Für den Technologietransfer engagieren sich am FZI Professorinnen und Professoren, die an verschiedenen Fakultäten der Universität Karlsruhe (TH) und weiteren Universitäten Informatik und ihre Anwendungen erforschen. Die Forschungseinrichtung ist gemeinnützig.

Vera Münch | idw
Weitere Informationen:
http://www.fzi.de
http://www.q-impress.eu/

Weitere Berichte zu: FZI Qualitätsvorhersage SOA Softwaresystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Brain-Computer-Interface: Wenn der Computer uns intuitiv versteht
18.01.2017 | Technische Universität Berlin

nachricht »Lernlabor Cybersicherheit« startet in Weiden i. d. Oberpfalz
12.01.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise