Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Japan: Gesichtserkennung und RFID gegen jugendliche Raucher

14.05.2008
Zigarettenautomaten werden mit Sicherheitssystemen ausgestattet

Die japanische Tabakindustrie rüstet im Kampf gegen minderjährige Raucher technisch auf und setzt künftig neben Legitimierungskarten auch eine Gesichtserkennung an Automaten ein. Die Zigarettenautomaten werden dazu mit einer Kamera ausgestattet, die das Gesicht aufnimmt und anhand von Falten oder Tränensäcken das Alter des Zigarettenkäufers überprüft. Das Unternehmen Fujitaka will die Systeme demnächst auf den Markt bringen, wie das Branchenportal Digital World Tokio berichtet.

Im Gegensatz zu der hierzulande gebräuchlichen Methode der Authentifizierung über die Maestro-Karte werden in Japan spezielle Taspo-Karten ausgegeben, die nur jene Personen erhalten, die über 20 Jahre und somit laut Gesetz alt genug sind, um rauchen zu dürfen. Die Karten sind mit einem RFID-Chip ausgestattet und können auf diese Weise mit dem Automaten kommunizieren und die Kaufberechtigung verifizieren. Ebenfalls möglich ist es, die Karte mit Guthaben aufzuladen und somit die Zigaretten gleich zu bezahlen. Um eine Taspo-Karte zu bekommen, müssen Japaner einen Antrag stellen und dabei beweisen, dass sie altersmäßig berechtigt sind zu rauchen.

Die Gesichtserkennung soll nun als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme umgesetzt werden und vor allem Erwachsenen das ständige Mitführen der Taspo-Karte ersparen. "Durch die Gesichtserkennung wird es jedem Erwachsenen weiterhin ganz einfach möglich sein, Zigaretten zu kaufen", streicht Hajime Yamamoto von Fujitaka hervor. Nachdem der potenzielle Käufer von der integrierten Digitalkamera aufgenommen wurde, vergleicht das System das Foto mit 100.000 Portrait-Bildern, die in einer Datenbank abgespeichert sind. Anhand biometrischer Merkmale im Gesicht wird schließlich das Alter errechnet. Sollte das System zu der Auffassung kommen, der Käufer wäre zu jung, um rauchen zu dürfen, wird die Warenausgabe unterbunden. Die Technologie ist zwar noch nicht zugelassen, jedoch ist die Entwicklerfirma zuversichtlich, dass mithilfe der Gesichtserkennung die Anzahl der jungen Raucher in Japan verringert werden kann.

... mehr zu:
»Gesichtserkennung »Raucher

Die Erfolgsaussichten des Systems bezeichnet Digital World Tokio hingegen bereits als sehr dünn. "Ich sehe den Sinn nicht", wird ein jung aussehender Raucher aus Tokio zitiert. "Bekomme ich hier keine Zigaretten, so gehe ich in ein Geschäft. Die Angestellten sind dort so beschäftigt, dass sie sich nicht um mein Alter nicht kümmern." Mit dem Problem angenommen zu werden kämpft derweilen die Taspo-Karte. Die Anzahl der Registrierungen sei gering, zudem brächten Juristen Datenschutzbedenken vor, berichtet das Portal.

Andreas List | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.fujitaka.com/en
http://www.taspo.jp/english

Weitere Berichte zu: Gesichtserkennung Raucher

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Industrie 4.0: Fremde Eindringlinge im Unternehmensnetz erkennen
16.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Die Thermodynamik des Rechnens
11.04.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von der Genexpression zur Mikrostruktur des Gehirns

24.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Bestrahlungserfolg bei Hirntumoren lässt sich mit kombinierter PET/MRT vorhersagen

24.04.2018 | Medizintechnik

RWI/ISL-Containerumschlag-Index auf hohem Niveau deutlich rückläufig

24.04.2018 | Wirtschaft Finanzen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics