Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kupfer-Nanodrähte versprechen hellere Flachbildschirme

07.05.2008
Feldemissions-Displays könnten haltbarer werden

Ein Forscher-Team an der University of Illinois at Urbana-Champaign (UIUC) hat eine Methode gefunden, mit der Bündel von Kupfer-Nanodrähten auf einer Vielzahl von Oberflächen gezüchtet werden können. Von der Entwicklung des Teams um Kyekyoon Kim und Hyungsoo Choi könnten speziell Feldemissions-Displays (FED) profitieren.

FEDs funktionieren ähnlich wie klassische Bildröhren, sind vergleichbar hell, aber extrem flach. Die Forscher haben den Einsatz der Kupfer-Nanodrähte in einem FED getestet und sind der Ansicht, dass die neuartigen Flachbildschirme durch die Verwendung der Kupfer-Nanodrähte haltbarer gemacht werden können.

In dem FED werden von den Spitzen der Nanodrähte Elektronen emittiert, die auf eine Phosphorschicht treffen und so ein Bild erzeugen. Das Prinzip ähnelt damit dem klassischer Kathodenstrahlbildschirme und verspricht vergleichbare Helligkeit und Schärfe. Jedoch kommt bei jedem Bildpunkt eines FEDs ein eigenes Bündel von Nanodrähten zum Einsatz. Das ermöglicht nicht nur wesentlich flachere Displays, sondern sorgt auch gleich für Redundanz - ein defekter Nanodraht führt nicht zum Ausfall eines Pixels, was ein Vorteil des Konzepts etwa gegenüber LCD-Flachbildschirmen darstellt.

Die Kupfer-Nanodrähte könnten auch bei deutlich geringerer Spannung operieren, als sie in Kathodenstrahlbildschirmen zum Einsatz kommen. Statt bei etlichen Kilovolt könnten sie bei nur 100 Volt effizient emittieren, so Kim gegenüber dem Magazin Technology Review. Dafür sei die feine Spitze der Kupfer-Nanodrähte verantwortlich.

Diese Spitze ist ein Resultat des Fertigungsprozesses. Auf einer beliebigen Unterlage - Silizium oder Glas kämen laut Forschern ebenso in Frage wie Metall oder Plastik - werden bei Temperaturen von 200 bis 300 Grad Celsius mittels chemischer Dämpfe die Drähte gezogen. "Wir können Wälder freistehender Kupfer-Nanodrähte mit kontrollierter Dicke und Länge züchten", beschreibt Kim. Ohne Katalysten könnten so fünfeckige Kupfer-Nanodrähte von 70 bis 250 Nanometern Dicke entstehen, die allesamt in einer feinen Spitze enden. Sie seien generell für den Einsatz in elektronischen Geräten geeignet, das FED nur ein Anwendungsbeispiel. "Unsere experimentellen Ergebnisse zeigen, dass Nanodraht-Bündel zu länger haltbaren FEDs führen könnten", betont Kim.

Das Problem der Haltbarkeit von FEDs ist ein wesentlicher Grund, warum die Technologie noch nicht bereit für den Massenmarkt erscheint. Zum einen müsse ein Vakuum zwischen Emittern und Phosphor-beschichtetem Glas erhalten werden, zum anderen könnten die Emitter mit der Zeit zerfallen, erklärt David Barnes vom Marktforschungsunternehmen DisplaySearch.

Sowohl Vakuum als auch Emitter über eine zehnjährige Lebensdauer zu erhalten, sei eine Herausforderung. "Kupfer könnte etwas robuster sein", bestätigt Barnes die Einschätzung der UIUC-Forscher. Bei industriellen Bemühungen um FEDs etwa von Motorola und Samsung kommen derzeit Kohlenstoff-Nanoröhren als Elektronen-Emitter zum Einsatz. Der Sony-Ableger Field Emission Technologies arbeitet mit konischen, metallischen Emittern.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uiuc.edu
http://www.displaysearch.com
http://www.fe-tech.co.jp

Weitere Berichte zu: FED Flachbildschirm Kupfer-Nanodraht Nanodraht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise