Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Digitales Produktgedächtnis macht Warenfluss sicher und schnell

29.04.2008
Schavan startet Innovationsallianz von Wissenschaft und Wirtschaft / Deutschland ist Vorreiter beim "Internet der Dinge"

Ein Chip in der Verpackung der Blutkonserve speichert Informationen über die Herkunft und protokolliert dank eines eingebauten Temperatursensors zudem die Lagertemperatur der empfindlichen Ware - das ist ein sinnvoller Einsatz für das Digitale Produktgedächtnis.

Der Einbau von winzig kleinen Computersystemen in tragende Bolzen von Flugzeugtriebwerken, die Risse automatisch messen und melden können, ist eine andere Anwendungsmöglichkeit. Mit einer neuen Innovationsallianz zwischen Wissenschaft und Wirtschaft stärkt das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Entwicklung der Technologie, die als "Digitales Produktgedächtnis" bezeichnet wird.

"Das 'Digitale Produktgedächtnis' ist eine völlige Neuerung in der Logistik. Künftig steuern nicht mehr zentrale Leitrechner den Warenfluss, sondern die Waren finden ihren Weg allein zum Ziel, indem sie miteinander und mit ihrer Umwelt kommunizieren. Das wäre ohne modernste Informationstechnik nicht möglich", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan am Dienstag im Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken. "Wir sind auf dem Weg zum 'Internet der Dinge', bei dem Gegenstände elektronisch vernetzt sind. Deutschland agiert hier weltweit an vorderster Stelle."

Die Innovationsallianz "Digitales Produktgedächtnis" soll mobile, im Produkt oder der Verpackung eingebettete und funkbasierte Elemente für die Kommunikation zwischen Alltagsobjekten untersuchen. Neben dem Konsortialführer DFKI sind Unternehmen verschiedener Branchen beteiligt. Die Vertreter der Wirtschaft haben für die kommenden fünf Jahre für die Erforschung der relevanten Technologien, ihre Entwicklung und den Übergang zum marktreifen Einsatz Investitionen von insgesamt mehr als 150 Millionen Euro zugesagt. Das BMBF fördert das Vorhaben in einer ersten Projektphase mit 16,5 Millionen Euro.

Schavan: "Mit der Innovationsallianz 'Digitales Produktgedächtnis' setzen wir die Erfolgsbilanz der Hightech-Strategie fort. Unsere Forschungsförderung ist nachhaltig und zeigt eine große Hebelwirkung im Engagement der Unternehmen."

Während die heute übliche RFID (Radiofrequenz-Identifikation) Kennzeichnung lediglich die eindeutige Identifikation einer Ware erlaubt, werden die Möglichkeiten der intelligenten Produkte weit darüber hinausgehen. Die miniaturisierten und im Produkt eingebetteten Computersysteme verfügen zusätzlich zu Mikroprozessor und Speicher zum Beispiel über eigene Sensoren, eigene Stromversorgung oder GPS-Navigation und Funkbausteine. Neben der Auswertung von Sensoren, beispielsweise für Temperatur, Helligkeit, Feuchtigkeit, Geschwindigkeit, Beschleunigung und Lage, erfassen sie alle relevanten Produkt- und Betriebsdaten und können mit anderen Produkten ihrer Umgebung sowie ihren Nutzern aktiv Informationen austauschen. So kann sensible Fracht zum Beispiel durch die eingebaute Ortung Abweichungen von der geplanten Route zum Schutz gegen Diebstahl melden. Alle Daten lassen sich speichern, um prüfen zu können, ob eine Ware echt ist, noch haltbar oder zu einer zurück gerufenen Charge gehört.

Die an der Innovationsallianz "Digitales Produktgedächtnis" beteiligten Unternehmen decken verschiedene Handlungsfelder ab und garantieren die internationale Technologieführerschaft und eine praxisrelevante Umsetzung und Standardisierung der Ergebnisse in Branchen wie Handel, Logistik, Gesundheitswesen und Automobilbau. Im Bereich der Produktion sind BMW, Siemens und DFKI-Smartfactory engagiert, im Bereich der Logistik die Deutsche Post und DFKI-Robotik, im Handel die Firma Globus, im Bereich der Unternehmenssoftware SAP und im Bereich der produktbezogenen Dienste für Endverbraucher die Unternehmen 7x4 Pharma und DFKI-Intelligente Benutzerschnittstellen.

| BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/press/

Weitere Berichte zu: Innovationsallianz Produktgedächtnis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb
27.06.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

nachricht Überschwemmungen genau in den Blick nehmen
27.06.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie

Digitalanzeige mit Touchscreen WAY-AX & WAY-DX von WayCon

27.06.2017 | Energie und Elektrotechnik

Der Krümmung einen Schritt voraus

27.06.2017 | Informationstechnologie