Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein Steuerungskonzept für die Fabrik von morgen

17.04.2008
Intelligente Lösungen für die Fabrik der Zukunft haben

Automatisierungstechniker der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zusammen mit renommierten Partnern im Forschungsprojekt EnAS (Energieautarke Aktor- und Sensorsysteme) entwickelt. Zukünftige Steuerungssysteme bestehen aus Geräten unterschiedlicher Hersteller mit kabelgebundenen oder drahtlosen Kommunikationsnetzwerken.

Durch die Anwendung moderner Methoden der Informatik entstehen extrem flexible Systeme zur Herstellung von Produkten nach Kundenwunsch. Zum Abschluss des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten Projekts werden die Ergebnisse auf der Hannover Messe (21. bis 25. April 2008) präsentiert.

Die drahtlose Vernetzung von Produktionsanlagen verspricht großes Potenzial zur Kostenreduktion und Optimierung von Industrieprozessen. Neben einer funkbasierten Datenübertragung werden im Forschungsprojekt EnAS Verfahren entwickelt, die einen energieautarken Betrieb von Aktor- und Sensorsystemen ermöglichen sollen.

Ein im Rahmen des Projekts entwickelter Demonstrator veranschaulicht auf der Hannover Messe (Halle 6, Stand K23) bereits heute die praktische Umsetzbarkeit der von EnAS angestrebten Zielsetzungen. Drei zentrale Technologiefelder können durch den Demonstrator dargestellt werden: die drahtlose Kommunikation (Übertragung mit geringer, definierter Reaktionszeit bzw. niedrigem Energieverbrauch und hoher Reichweite), das dezentrale, flexible Steuerungskonzept und die autarke Energieversorgung für Sensoren und Aktoren.

Der Anteil des Lehrstuhls für Automatisierungstechnik der Martin-Luther-Universität bestand in der systematischen Erstellung des dezentralen und flexibel rekonfigurierbaren Steuerungskonzeptes. Die halleschen Wissenschaftler verwendeten dabei einen neuen internationalen Standard für Funktionsblöcke industrieller Leitsysteme (IEC 61499).

Durch eine hierarchische Unterteilung des Steuerungsprogramms in eine wiederverwendbare Task-Ebene und eine rekonfigurierbare Master-Ebene ergeben sich Vorteile für den Engineering- und Produktionsprozess. "Jede mechatronische Komponente wird mit einer separaten Steuerungseinheit ausgestattet und arbeitet weitestgehend autonom. Soll nun der Produktionsprozess abgeändert werden, kommt in der Anlage eine neue Komponente hinzu oder wird eine neue Anlage automatisiert, so kann die Master-Ebene rekonfiguriert bzw. die Task-Ebene mit Bibliothekselementen angepasst werden. Das spart Zeit und vor allem Geld.", erklärt Prof. Dr.-Ing. Hans-Michael Hanisch vom Institut für Informatik der Martin-Luther-Universität.

Ferner ist durch die Kapselung einzelner Funktionalitäten in verschiedene Funktionsblöcke und die Verwendung von fest definierten Adaptern der unterschiedliche Zugriff auf die kabelgebundene und funkbasierte Peripherie erleichtert worden. So war es den Forschern des Lehrstuhls für Automatisierungstechnik ohne weiteres möglich, sowohl für die kabelgebundene als auch für die funkbasierte Seite des Demonstrators ein und dasselbe Steuerungsprogramm mit unterschiedlichen Parametern und einem geänderten Objekt zum Zugriff auf die Peripherie zu verwenden.

Im Projekt EnAS teilen sich mehrere Hochschulen, weitere Forschungseinrichten und Unternehmen die Forschungsarbeit. Mit dabei sind u.a. die Helmut-Schmidt-Universität Hamburg und die Festo AG & Co. KG aus Esslingen. Das Projekt ist Teil des Programms "next generation media", das gemeinschaftliche Forschungen zur intelligenten Vernetzung von Mensch und Technik vorantreiben und Lösungen für neue Technologien und Prozesse bereitstellen soll.

Ansprechpartner:
Prof. Dr.-Ing. Hans-Michael Hanisch
Tel.: 0345 55 25971
E-Mail: hans-michael.hanisch@informatik.uni-halle.de

Carsten Heckmann | idw
Weitere Informationen:
http://aut.informatik.uni-halle.de/forschung/enas
http://www.energieautark.com

Weitere Berichte zu: EnAS Sensorsystem Steuerungskonzept

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise