Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sicherheitsanalyse zur Festplattenverschlüsselung mit Windows und Trusted Computing

05.03.2008
BSI-Leitfaden zur Festplattenverschlüsselung mit Windows-BitLocker bietet Praxistipps, Checklisten und Merkblätter

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) haben gemeinsam die Sicherheit der Windowsverschlüsselung BitLocker Drive Encryption analysiert.

Diese Software gehört zu den ersten massenhaft ausgelieferten Produkten, die Trusted-Computing-Technik einsetzen. Die Ergebnisse der Analyse haben die Sicherheitsexperten mit Microsoft diskutiert und in einem Leitfaden zusammengefasst. Der Leitfaden richtet sich an IT-Verantwortliche, Administratoren und Sicherheitsbeauftragte und gibt zahlreiche Empfehlungen zur richtigen Handhabung der BitLocker-Software auf Laptops und Desktop-Computern - von Planung und Inbetriebnahme bis hin zur Nutzung und Ausmusterung. Wer möchte, kann das Dokument im Internet kostenlos unter http://testlab.sit.fraunhofer.de/bitlocker/ herunterladen.

Ziel von Trusted Computing ist es, Hardware und Software enger zu verbinden, um die Sicherheit von IT-Systemen zu erhöhen. Insbesondere Unternehmen erhoffen sich von der neuen Technik besseren Schutz von Computern und Infrastrukturen. Einige Versionen des Windowsbetriebssystems Vista enthalten BitLocker Drive Encryption und nutzen damit erstmals Trusted Computing zur Festplattenverschlüsselung. "BitLocker spielt für die weitere Windows-Entwicklung und damit die massenhafte Anwendung der Trusted Computing-Technologie eine wichtige Rolle", sagt BSI-Projektleiter Thomas Caspers. "Um die Integrität von Unternehmensinfrastrukturen wirkungsvoll abzusichern, muss dringend auf neue Mechanismen, wie sie Trusted Computing bietet, gesetzt werden. Erst so kann eine wirkliche Vertrauenswürdigkeit von vernetzten IT-Systemen entstehen." Die Sicherheitsanalyse untersuchte nicht nur die theoretische Sicherheit der Software, Fraunhofer SIT führte auch praktische Tests und Angriffe durch. "Verschlüsselungslösungen für Dateien und Datenträger gibt es wie Sand am Meer", sagt Sven Türpe, Leiter des Testlabors IT-Sicherheit am Fraunhofer-Institut SIT, "doch ob eine Software im Alltag sich von Unternehmen sicher und einfach nutzen lässt, hängt von vielen Dingen ab - von der Anzahl der Nutzer, wie BitLocker eingesetzt wird und von anderen Faktoren." Ein Ergebnis der Tests: Laptopnutzer sollten nicht den Energiesparmodus verwenden, weil sie dadurch physische Angriffe ermöglichen. Auch Forscher der Princeton University haben jüngst auf diese Gefahr hingewiesen.

BitLocker Drive Encryption verschlüsselt den Inhalt von Festplatten mit Hilfe des Advanced Encryption Standards (AES). Enthalten ist die Software in den Windowsversionen Vista Enterprise, Vista Ultimate und Server 2008. Diese besitzen dadurch eine Verschlüsselungsfunktion für Festplattenpartitionen. Die BitLocker-Software bedient sich bei der Verschlüsselung der Trusted-Computing-Technik, indem sie das Trusted Platform Module (TPM) nutzt. Dabei handelt es sich um einen Chip, der in immer mehr modernen Computern eingebaut wird. Er überprüft, ob der Rechner sich in einem sicheren Zustand befindet. Ist dies der Fall, gibt das TPM die Schlüssel frei, welche BitLocker zum Ver- und Entschlüsseln benötigt, und der Benutzer kann den Rechner nutzen. Erfüllt der Rechner die Sicherheitsanforderungen nicht, weil jemand unerlaubte Manipulationen an Hard- oder Software vorgenommen hat, startet der Rechner nicht oder kann die verschlüsselten Festplattenteile nicht lesen. Fazit der Experten: BitLocker schützt vertrauliche Daten gut vor physischen Angriffen und damit auch bei Verlust oder Diebstahl von Computern - sofern die Software richtig eingesetzt wird.

Weil dies nicht ganz leicht ist, gibt der Leitfaden zahlreiche praktische Hilfestellungen zur sicheren Nutzung. Dabei geht er nicht nur auf unterschiedliche Systemeinstellungen ein, sondern beschreibt beispielsweise auch, wie Schlüssel sicher hinterlegt und wiederhergestellt werden können - etwa wenn der Benutzer seine PIN vergessen hat. Die Autoren erläutern auch die Verwendung mit anderen Verschlüsselungswerkzeugen wie der kostenlosen Software TrueCrypt oder dem Windows Encrypting File System (EFS).

Oliver Küch | idw
Weitere Informationen:
http://www.sit.fraunhofer.de
http://testlab.sit.fraunhofer.de/bitlocker/

Weitere Berichte zu: Festplattenverschlüsselung Rechner

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Volle Konzentration am Steuer
25.11.2016 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Warum Reibung von der Zahl der Schichten abhängt
24.11.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie