Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Digitaler Begleiter überwacht Atmung

19.02.2008
Patienten mit Atemwegserkrankungen müssen ihren Lebensstil der Krankheit anpassen. Ein digitaler Begleiter unterstützt sie dabei. Zur Überwachung der Atmung wurde ein Messsystem direkt in die Kleidung integriert.

Die Technik stellen Fraunhofer-Forscher auf der CeBIT (4. bis 9. März in Hannover) vor.

Reizstoffe vermeiden, richtig atmen, viel trinken, regelmäßig Ausdauersport treiben, Asthmatagebuch führen - Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen müssen sehr diszipliniert leben. Ein digitaler Patientenbegleiter kann sie künftig dabei unterstützen: Er protokolliert das Verhalten, erinnert an die Atemübungen, bietet telemedizinische Dienstleistungen, einen direkten Draht zu den Therapeuten und informiert zum Beispiel, welche Radtouren für den Patienten geeignet sind. Auf der CeBIT stellen Forscher der Fraunhofer-Institute für Software und Systemtechnik ISST und für Integrierte Schaltungen IIS das System am Beispiel eines Fahrradguides vor.

Der digitale Begleiter dient als Navigationsgerät und informiert die Radler mit Videoclips über Sehenswürdigkeiten. Vor allem aber kümmert er sich um gesundheitliche Bedürfnisse, wie Projektleiter Thomas Königsmann vom ISST berichtet: "Der PDA schlägt passende Touren vor und überwacht auf der Radwanderung die Atemwerte des Patienten." Abends kann der Arzt die Daten auslesen und sich ein Bild über den gesundheitlichen Fortschritt des Patienten machen. Falls notwendig, kann er aufgrund der Daten die Medikamente neu dosieren.

Die Atmung lässt sich mit dem Messsystem RespiSENS überwachen, das Forscher des IIS entwickelt haben. Es befindet sich direkt in der Kleidung und erfasst, wie schnell und stark der Träger atmet. Gemessen wird dies mit Hilfe von Atembändern. Dies sind zickzackförmige Leiterbahnen, die über Brust und Bauch in ein T-Shirt integriert sind und bei Dehnung ein elektrisches Signal abgeben.

Die Rohdaten werden zu einem kleinen Modul geleitet, das sie aufnimmt, verarbeitet und die Informationen dann zu einem Handy oder PDA überträgt. Unterschreitet der Wert eine bestimmte, vorher festgelegte Größe, schlägt das System Alarm. "Das Gerät ist besonders stromsparend und so klein, dass es in der Kleidung nicht stört", sagt Projektleiter Andreas Tobola, "das Modul selbst ist nicht größer als ein Streichholzbriefchen, dazu kommt noch ein kleiner Akku zur Stromversorgung." Das Messsystem lässt sich vielfältig einsetzten: in der Schlafdiagnostik, der Fernbetreuung von Patienten oder im Sport.

Leistungssportler, aber auch interessierte Freizeitsportler können damit ihre Atemfrequenz und -anstrengung mit hoher Robustheit messen.

Der digitale Patientenbegleiter und das Messsystem RespiSENS werden auf dem Fraunhofer-Stand in Halle 9, B36, vorgestellt.

Ansprechpartner:
Thomas Königsmann
Telefon 0231 97677-418
thomas.koenigsmann@
do.isst.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für
Software- und Systemtechnik ISST
Emil-Figge-Straße 91
44227 Dortmund
Herbert Siegert
Telefon 09131 776-7362
herbert.siegert@iis.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für
Integrierte Schaltungen IIS
Am Wolfsmantel 33
91058 Erlangen

Birgit Niesing | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.iis.fraunhofer.de
http://www.isst.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Atemwegserkrankung Atmung Messsystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Analyse komplexer Biosysteme mittels High-Performance-Computing
13.12.2017 | Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e.V.

nachricht Roboter-Navigation über die Cloud
11.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rest-Spannung trotz Megabeben

13.12.2017 | Geowissenschaften

Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs

13.12.2017 | Medizin Gesundheit

Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

13.12.2017 | Geowissenschaften