Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Immenser Datenverlust bei Privatpersonen und Unternehmen

15.02.2008
Digitale Daten wie Fotos, Filme und Dokumente gehen in großem Stile verloren, weil sie auf Datenträger wie CD, DVD oder Stick gespeichert sind, die jedoch nicht für eine Langzeitarchivierung geeignet sind.

Vor diesem riesigen Datenverlust im Privatbereich aber auch bei Industrie- und Wirtschaftsunternehmen sowie Bibliotheken und Archiven warnt der Professor für Informatik Uwe Borghoff von der Universität der Bundeswehr München. Lösungen sind das regelmäßige Überführen der Daten in neue Systeme und das Simulieren der alten Rechnerumgebung durch präzise Datenbeschreibungen.

Es könnte so einfach sein. Die Urlaubsfotos auf eine CD oder DVD brennen, in die Schublade legen und nach einigen Jahren wieder mit Freunden und Bekannten anschauen. "Doch nach wenigen Jahren werden sie die Fotos nicht mehr betrachten können", prognostiziert Professor Uwe Borghoff, Informatiker und Vizepräsident an der Universität der Bundeswehr München. Dies liege vor allem daran, dass sich Formate und Programme einfach sehr schnell verändern.

Rasante technische Entwicklung wird zum Verhängnis

Damit könnte die rasante technische Entwicklung in den letzten Jahren der Gesellschaft und dem Wissenstransfer zum Verhängnis werden. So seien heute kaum noch Abspielgeräte für 5,25 oder 8-Zoll-Disketten zu finden. Oder einfacher: Was nutzen Platten ohne Plattenspieler? Noch größer sind Vielfalt und Wandel bei der Software. Im Laufe der Jahre entstanden tausende unterschiedliche Editoren für digitale Dokumente, die meisten von ihnen mit jeweils eigenen Datenformaten. Noch dramatischer als bei Privatpersonen sei jedoch der Datenverlust bei Unternehmen, Bibliotheken und Archiven. "Dort haben wir es mit riesigen Datenmengen zu tun, die über lange Zeiträume lesbar sein müssen. So wie wir heute wollen auch künftige Generationen auf die Informationen zugreifen", stellt Borghoff fest.

Lösungen gegen Datenverluste

Doch wie können Daten langfristig gesichert werden? Für den Informatik-Experten Borghoff gibt es zwei Lösungen. Die aufwändigere ist es, wenn der Nutzer die Daten immer wieder in die aktuelle Umgebung und in neue Systeme überführt (Migration). Nachteil ist dabei, dass die bei der Migration notwendigen Anpassungen zu sukzessiven Verfälschungen der Dateien führen können. Das regelmäßige Überspielen, am besten in redundante Datenbanksysteme ist hierbei auf alle Fälle notwendig. Dies ist das gängige Verfahren für alle Nutzergruppen. Die zweite, noch wenig populäre Variante erhält die Originaldateien mit einer präzisen Datenbeschreibung. Zukünftige Generationen können dann per Simulation der alten Rechnerumgebung (Emulation) wieder verlustfrei auf die Daten zugreifen.

Ausführliche Informationen im Buch:

Langzeitarchivierung
Uwe M. Borghoff/Peter Rödig/Jan Scheffczyk/Lothar Schmitz
dpunkt.verlag
Heidelberg 2003
ISBN 3-89864-245-3
Weitere Informationen wie ein Interview im mp3-Format erhalten Sie bei:
Michael Brauns
Pressesprecher
Tel.: 089/6004-2004/-3244
E-Mail: michael.brauns@unibw.de

Michael Brauns | idw
Weitere Informationen:
http://www.unibw.de

Weitere Berichte zu: Datenbeschreibung Datenverlust

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Weltrekord an der Uni Paderborn: Optische Datenübertragung mit 128 Gigabits pro Sekunde
26.04.2018 | Universität Paderborn

nachricht Der Mensch im Zentrum: wandlungsfähige Produktion in der Industrie 4.0
26.04.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nano-Drähte auf Stents sollen Kindern mit Herzfehler unnötige Eingriffe ersparen

27.04.2018 | Medizintechnik

Herz-Medikament kurbelt Reparatur von Neuronen an

27.04.2018 | Medizin Gesundheit

Warum Getreide besser ist

27.04.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics