Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Durchbruch bei holographischer 3D-Darstellung

11.02.2008
Forscher entwickeln wiederbeschreibbare Hologramme

Forscher an der Universität in Arizona haben ein neuartiges holografisches Display vorgestellt, das innerhalb von Minuten gelöscht und wiederbeschrieben werden kann. Die Wissenschaftler haben mit der Entwicklung von wiederverwendbaren Hologrammen einen technologischen Durchbruch auf dem Gebiet der holografischen 3D-Darstellung geschafft. "Von den bereits seit vielen Jahre bekannten Hologrammen, wie sie auf Kreditkarten zu finden sind, unterscheidet sich unsere Entwicklung gewaltig", erläutert der an der Entwicklung beteiligte Forscher Nasser Peyghambarian.

Der größte Unterschied ist, dass bisherige Hologramme ein dauerhaftes 3D-Bild aufweisen. "Die Aufnahmen können nicht durch eine andere ersetzt werden", erläutert Peyghambarian. Dies sei nun mit den von ihm und seinem Team entwickelten dynamischen Hologrammen möglich. Sie bestehen aus einem lichtempfindlichen Kunststoff, einem sogenannten photoreaktiven Polymer. Dieses befindet sich zwischen zwei Glasplatten, die mit durchsichtigen Elektroden beschichtet sind. Mithilfe eines Lasers und eines externen elektrischen Feldes wird das Polymer beschrieben. Die Forscher nehmen dazu das abzubildende Objekt oder den Schauplatz aus unterschiedlichen zweidimensionalen Perspektiven auf. Das holographische Display setzt diese Aufnahmen schließlich zu einem 3D-Bild zusammen. Drei Minuten werden dabei für die Aufnahme benötigt, die dann für drei Stunden gespeichert wird, erläutert der Forscher.

Die möglichen Anwendungen sind nach Ansicht des Wissenschaftlers breit gefächert. So könnten dynamische Hologramme in Geräte integriert werden, mit denen Chirurgen komplexe Operationen beispielsweise am menschlichen Gehirn üben. Zu Trainingszwecken könne die Technologie ebenfalls bei Kampf- oder Linienpiloten eingesetzt werden. Mithilfe der dreidimensionalen Hologramme kann der gesamte Luftraum rund um eine Maschine mit allen Objekten dargestellt werden. Zu guter Letzt werden dynamische Hologramme auch Anwendung im kommerziellen Bereich finden, ist der Forscher überzeugt. "Stellen sie sich vor, sie gehen durch einen Supermarkt, in dem alle Werbetafeln dreidimensionale Produktbilder wiedergeben", so Peyghambarian.

... mehr zu:
»3D-Darstellung »Hologramm »Laser

Bis die Technologie jedoch in der Größe einer Anzeigentafel umgesetzt werden kann, wird noch einiges an Forschung nötig sein. Der Prototyp hat die Größe von etwa zehn mal zehn Zentimetern. Des Weiteren ist die Darstellung der Objekte momentan nur in der Farbe rot möglich. Die Forscher sind jedoch überzeugt, dass es ihnen gelingen wird, ein deutlich größeres Holo-Display in Farbe zu entwickeln. Der nächste Schritt sieht vor, die Größe auf einen Quadratmeter zu bringen. Dies soll durch die Verwendung von günstigen Materialien gelingen, wobei die Forscher nicht verraten, welche damit gemeint sind. Verbesserungspotenzial gibt es zudem in der Schreibgeschwindigkeit, die durch die Verwendung pulsierender Laser beschleunigt werden soll.

Andreas List | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.arizona.edu

Weitere Berichte zu: 3D-Darstellung Hologramm Laser

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft
27.04.2017 | Kompetenzzentrum - Das virtuelle Fahrzeug Forschungsgesellschaft mbH

nachricht Ergonomie am Arbeitsplatz: Kamera erkennt ungesunde Bewegungen
24.04.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie