Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Informatiker optimieren das Internet für Multimedia-Dienste

01.02.2008
EU-Forschungsgeld: Halbe Million für die Würzburger Informatik

Fotos, Musik, Filme: Der Datenverkehr im Internet wächst und wächst. Etwa alle 18 Monate verdoppelt er sich, wodurch die Belastungsgrenzen des weltweiten Netzes immer mehr ausgereizt werden. Darum arbeiten die Informatiker Professor Phuoc Tran-Gia, Dirk Staehle und Tobias Hoßfeld von der Uni Würzburg an einem verbesserten Verkehrsmanagement für Multimedia-Dienste im Internet. Die Europäische Union fördert ihr Projekt mit 500.000 Euro.

Die Würzburger kooperieren dabei mit einer Softwarefirma, zwei Telekommunikationsnetzbetreibern aus Spanien und Zypern sowie mit vier Universitäten aus Deutschland, Griechenland, Polen und der Schweiz. Von deutscher Seite ist neben der Uni Würzburg die Technische Universität Darmstadt beteiligt. Für alle Partner stellt die Europäische Union (EU) in den kommenden drei Jahren rund vier Millionen Euro aus ihrem Programm zur Förderung von Forschung und Entwicklung bereit.

Warum der Datenverkehr im Internet regelungsbedürftig ist, beschreibt Tran-Gia am Beispiel des WWW-Dienstes Joost, mit dem Musikclips oder Filme kostenlos und legal über das Internet bezogen werden können. Die Idee hinter solchen so genannten Peer-to-Peer-Angeboten besteht darin, dass jeder Teilnehmer, der sich Multimedia-Inhalte aus dem Internet lädt, diese gleichzeitig auch anderen Nutzern zur Verfügung stellt. "Weil aber der Datenverkehr zwischen den Teilnehmern bisher noch unkoordiniert hin und herfließt, treibt diese Belastung das Internet bereits jetzt an seine Grenzen", so die Würzburger Experten.

Dabei bereite gerade der Transfer von Daten zwischen den Netzen verschiedener Betreiber große Probleme und verursache erhebliche Kosten. An dieser Stelle setzen die Informatiker an: Sie arbeiten an einer so genannten logischen Overlay-Struktur. Die soll im Internet künftig dafür sorgen, dass Verkehrsströme bevorzugt im Netz eines einzelnen Betreibers fließen. "Wir streben eine Lösung an, von der sowohl Dienste wie Joost als auch die Kunden und die Telekommunikationsnetzbetreiber profitieren", sagt Tran-Gia.

Gefördert wird das Projekt namens SmoothIT (Simple Economic Management Approaches of Overlay Traffic in Heterogeneous Internet Topologies; www.smoothit.org) im siebten Rahmenprogramm der EU. Dabei handelt es sich um das derzeit wichtigste Finanzierungsinstrument der Union, mit dem sie Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in fast allen wissenschaftlichen Disziplinen fördert.

Dass die Würzburger Informatiker beim harten Wettbewerb um die Fördermittel Erfolg hatten, kommt nicht von ungefähr: Sie arbeiten seit Jahren in internationalen Kooperationen daran, die Architektur des Internet zukunftsfähig zu machen. Erst im Sommer 2007 tagte das Euro-FGI, das größte europäische Exzellenz-Netzwerk der Internet-Fachleute, am Würzburger Institut für Informatik. Das Netzwerk umfasst 56 Institute in 18 Ländern, das Team von Tran-Gia ist selbstredend mit dabei.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Phuoc Tran-Gia, T (0931) 888-6630, trangia@informatik.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Berichte zu: Datenverkehr Multimedia-Dienst

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Erster Modularer Supercomputer weltweit geht am Forschungszentrum Jülich in Betrieb
14.11.2017 | Forschungszentrum Jülich GmbH

nachricht Online-Computerspiele verändern das Gehirn
09.11.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte