Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Digitale Gesichtserkennung mit nur einem Foto

29.01.2008
Forscher entwickelt effektive Algorithmen

Ein Set von Algorithmen, das eine Gesichtserkennung anhand von Fotos erlaubt, hat der Forscher Hung-Son Le an der schwedischen Universität Umeå entwickelt. Die Algorithmen dienen dazu, ähnliche Gesichter in Bilddatenbanken zu finden. "Es kann ein einzelnes Foto verwendet werden, um das System zu trainieren", beschreibt Hung-Son Le im Gespräch mit pressetext die Besonderheit seiner Entwicklung.

Der grundlegende Umgang mit den Fotos basiert auf dem sogenannten "Hidden Markov Model" (HMM). "HMM ist ein statistisches Werkzeug, das in vielen Bereichen zur Modellierung von Mustern verwendet werden kann", erklärt Hung-Son Le. Die Methode sei weit verbreitet und auch zur Gesichtserkennung bereits in Gebrauch. "Bisherige HMM-Zugänge haben viele Trainings-Fotos erfordert", erläutert der Forscher den wesentlichen Unterschied zu seinem Modell. Dieses kann ein Gesicht mit nur einem Foto als Referenz erkennen.

"Ich verwende eine weitere Methode, um den Kontrast und visuelle Details zu verbessern", gibt Hung-Son Le eine zusätzliche Stärke seines Algorithmen-Sets an. Damit kann es mit unzureichend oder zu stark belichteten Bildern oder unterschiedlichem Mienenspiel umgehen. Sonnenbrillen und besonders Vermummungen bleiben allerdings wie bei allen Algorithmen zur Gesichtserkennung problematisch.

Das System wurde anhand von internationalen Standards wie die Face Recognition Technology (FERET) Datenbank getestet und hat nach Angaben Hung-Son Les dabei bessere Ergebnisse erzielt als derzeit gängige Lösungen. Kommerzielle Anwendungen der Forschungsergebnisse sind bereits in Entwicklung, darunter eine Websuchmaschine für Gesichter.

Mit dem ebenfalls schwedischen Start-up Polar Rose, dessen Gesichtssuche sich derzeit in der geschlossenen Beta-Phase befindet, steht Hung-Son Le eigenen Angaben nach nicht in Verbindung. "Meines Wissens nach arbeitet sie nicht mit automatischer Gesichtserkennung", sagt er zur Polar-Rose-Suche. Das stimmt auch, wie das Unternehmen auf Anfrage von pressetext bestätigt. Die aktuelle Beta-Version kann zwar Gesichter auf Fotos finden, enthält aber noch keine Algorithmen zum automatischen Vergleich. Eine entsprechende Funktionalität sei aber ebenfalls in Planung.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.umu.se
http://www.polarrose.com

Weitere Berichte zu: Algorithmus Digital Gesichtserkennung HMM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Sicheres Bezahlen ohne Datenspur
17.10.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Saarbrücker Forscher erstellen digitale Objekte aus unvollständigen 3-D-Daten
12.10.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise