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Mikrowellen-Funk: Datenrate von zehn Gigabit pro Sekunde möglich

22.01.2008
Pico-Zelle vernetzt HD-Geräte und erspart Kabelsalat

Forscher an der TU Dresden haben ein drahtloses Übertragungskonzept entwickelt, mit dem Daten mit einer Geschwindigkeit von bis zu zehn Gigabit pro Sekunden gefunkt werden können. Die Wissenschaftler rund um Christian Schäffer vom Institut für Nachrichtentechnik der TU Dresden beginnen damit den nächsten Schritt zu setzen, nachdem erst kürzlich der Startschuss für die Funktechnologie Ultra-Wideband (UWB) gefallen ist (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=080117036 ).

Um derart hohe Datenraten zuwege zu bringen, müssen die Techniker im Frequenzband hinaufklettern. Schäffer spricht von Frequenznutzung im Mikrowellenbereich zwischen 26 und 150 Gigahertz. "Die Funktechnologie wird künftig in jedem Fall die Mikrowellenfrequenzen nutzen müssen, da das derzeit verwendetet Spektrum schon relativ voll ist", meint Schäffer im Gespräch mit pressetext. Anfänglich wird die Drahtlostechnologie natürlich mit geringerer Bandbreite arbeiten. "Der Sprung auf Mikrowellen ist jedoch in jedem Fall bereits absehbar", so Schäffer.

Dem Forscherteam ist es nun gelungen, einen entsprechend leistungsstarken Demonstrator zu konstruieren, der pro Funkzelle Datenraten von 2,5 bis zu zehn Gigabit pro Sekunde bereitstellen kann. "Unseres Wissens nach handelt es sich hierbei um das erste System in Europa, das eine drahtlose Übertragung mit dieser Geschwindigkeit im Mikrowellenbereich erlaubt", sagt Schäffer. Der Wissenschaftler geht davon aus, dass es noch etwa drei bis fünf Jahre dauern wird, bis die Technik ausgereift und leistbar ist. "Momentan haben wir noch ein Problem mit der Elektronik." Die entsprechenden Komponenten seien noch viel zu teuer.

Ebenso wie bei UWB ist die extrem schnelle Datenrate nur innerhalb eines kleinen Umkreises möglich. Ein Einsatzgebiet sieht Schäffer hier in der Übertragung von hochaufgelösten TV-Inhalten. Der aktuell meistgenutzte Kabelstandard HDMI ist für eine Bandbreite von drei Gigabit ausgelegt. Um nun den Kabelsalat, der zur Verbindung der HD-Geräte notwendig ist, zu vermeiden, wäre eine einfach zu nutzende drahtlose Technologie wünschenswert, so Schäffer. Künftig könnte ein Haushalt über ein bis zwei sogenannte Pico-Zellen verfügen, in denen elektronische Geräte wie TV-Gerät, HD-Player, Computer oder Beamer miteinander vernetzt sind und Daten austauschen.

Andreas List | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ifn.et.tu-dresden.de

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