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Wie werden Maschinen intelligent?

18.01.2008
Wie lernen Roboter? Wie werden Maschinen intelligent? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Künstliche Intelligenz (KI), ein Teilgebiet der Informatik.

Das neue Lehrbuch von Professor Dr. Wolfgang Ertel, Dozent an der Hochschule Ravensburg-Weingarten, behandelt dieses Thema. Und dies in so kompakter, leicht verständlicher und vollständiger Form wie kaum ein deutsches Lehrbuch über künstliche Intelligenz bisher. "Grundkurs Künstliche Intelligenz.Eine praxisorientierte Einführung" heißt es und ist im Vieweg-Verlag erschienen.

Seit sechs Jahren hält Wolfgang Ertel an der Hochschule Ravensburg-Weingarten eine Vorlesung über künstliche Intelligenz, doch bereits seit 20 Jahren forscht er intensiv auf verschiedenen Gebieten der KI. Ein Lehrbuch über diese Materie zu verfassen, hatte er nie geplant, denn es gibt ein sehr gutes englisches Standardwerk, das er den Studierenden empfahl. "Doch es hat sich gezeigt, dass das Buch mit 1400 Seiten einfach zu dick und für eine einsemestrige Vorlesung nicht geeignet ist", so Ertel.

Daraufhin begann der Informatikprofessor den deutschen Lehrbuchmarkt unter die Lupe zu nehmen und kam zu dem Schluss, dass es keine geeigneten Bücher für eine Vorlesung gebe. Aus diesem Grund beschloss er, selbst ein Lehrbuch zu verfassen. "Mein Ziel war ein modernes KI-Buch zu schreiben, das alle Inhalte darstellt, sich aber auf 300 Seiten beschränkt."

Dies sei eine große Herausforderung gewesen, denn die Gebiete und die mathematischen Methoden sind sehr unterschiedlich. "Man kann sich die künstliche Intelligenz wie einen Gemischtwarenladen vorstellen, in dem es ganz unterschiedliche Dinge gibt. Der Wissenschaftler muss einen kompletten Überblick haben, um richtig arbeiten zu können." Wichtig war Ertel vor allem, dass die wichtigsten aktuellen Ansätze "Schließen mit Unsicherheit" und "Maschinelles Lernen" ausführlich dargestellt werden. "Beim maschinellen Lernen müssen intelligenten Maschinen und Roboter nicht mehr komplett programmiert werden, sondern sie sind in der Lage, aus Erfahrungen zu lernen und sich zum Beispiel das Laufen selbst beizubringen. Dieses Wissen ist für Studierende, die später in der Industrie arbeiten wollen, von großer Wichtigkeit."

Das Buch sei natürlich nur als Einführung zu verstehen, wer sich intensiver mit dem Thema auseinandersetzen wolle, müsse stärker in die Tiefe gehen, erklärt der Diplom-Physiker. Bei den Studierenden komme das Lehrbuch gut an. "Die Rückmeldungen sind sehr positiv. Die jungen Leute haben meine überarbeitete Vorlesung nach dem Buch um rund eine halbe Note besser bewertet als vorher."

Das Buch enthält Übungsaufgaben und Musterlösungen, zusätzlich Beispiele, witzige Zeichnungen und Cartoons, die die Lehrinhalte originell aufgreifen. Es ist auch zum Selbststudium für Informatiker und Ingenieure geeignet und im Buchhandel erhältlich.

Christine Gehringer | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-weingarten.de

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