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Alles Wissen zu einem Thema entdecken und per Mausklick zusammenführen

20.12.2007
Internetbasierte Wissensgenerierung von Fraunhofer IAIS auf der
CeBIT Hannover, 4. bis 9. März 2008, Halle 9, Stand B36

Niemand kann all das, was es heute schon zu einem Thema im Internet gibt, zusammentragen. Mal läuft die Suchfunktion ins Leere, mal lassen sich aufgefundene Inhalte nicht importieren oder die zusammen getragenen Wissensbausteine zu einem Thema sind völlig inkompatibel für ihre Weiterverarbeitung. Ideal wäre eine Wissensplattform, die eine intelligente, inhaltsbezogene semantische Suche in einem Themenfeld ermöglicht und darüber hinaus vorhandene mit neuen digitalen Quelldokumenten nutzerfreundlich verknüpfen kann. Das Fraunhofer IAIS präsentiert seine neuesten Analyse- und Informationssysteme, auch für das webbasierte Wissensmanagment, auf der CeBIT vom 04. - 09. März.

Im BMBF-Verbundprojekt Wikinger (Wiki Next Generation Enhanced Repository) unter Leitung von Fraunhofer IAIS wirken Informatiker, Ingenieurs- und Geschichtswissenschaftler kooperativ zusammen, um Fragen, Methoden und Verfahren internetbasierter Wissensgenerierung und -organisation neu bzw. weiter zu entwickeln.

Ein Schlüssel hierzu ist die semantische Netztechnologie: Nehmen wir an, wir stoßen auf den Begriff "Netz", wissen aber nichts weiter damit anzufangen: Mit Hilfe von Ontologien (semantische Netze) lässt sich der Begriff mittels vieler inhaltlicher Bezüge eingrenzen und verstehen. Zunächst werden so genannte Instanzrelationen gefunden ("Netz" ist eine Instanz der Klasse "Neue Medien" oder auch "Natur" (Spinnennetz) oder auch "Verkehr" (Schienennetz). Wir folgen der Spur "Neue Medien", dazu finden wir auch Vererbungsrelationen ("Netz" ist ein Unterbegriff zu "Computer", Computer" ist ein Unterbegriff zu "Kommunikation") schließlich werden partitive Relationen zu "Netz" gefunden (man stößt auf Texte zum Thema "Wiki"*) oder auch verwandte Eigenschaften ("Wiki"* ist echtzeitfähig) und viele weitere lexikalisch-semantische Relationen.

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(* Wikis sind Websites, die in Echtzeit online geändert werden können und es somit einer Autorengemeinschaft ermöglichen, gemeinschaftlich von unterschiedlichen Orten aus auf denselben Seiten an den Texten zu arbeiten)

Eine Technologie auch für textbasierte Archive (etwa in Zeitungsverlagen) und überall dort, wo große Datenbanken erschlossen werden oder multimediale Daten verknüpft werden müssen, um zusätzliches, neues Wissen zu erhalten. Wikinger verspricht eine enorme Vereinfachung und Zeitersparnis beim Bemühen, dokumentbasiertes Wissen aus Dokumentensammlungen zu erschließen.

Beispiel Wissenschaftsbetrieb

Die Generierung und der Austausch von wissenschaftlichen Arbeiten innerhalb größerer Forschungsgemeinschaften werden schwerpunktmäßig durch die klassi-schen Kanäle der Wissenschaft - Konferenzen, Veröffentlichungen und bilaterale Kommunikation - geprägt. Durch das Internet haben sich vielfältige zusätzliche Formen der Kommunikation etabliert, etwa der Austausch über E-Mail oder Mailinglisten sowie der Zugriff auf zentrale Webserver. Allerdings wird das Potential für vernetztes Wissensmanagement, das das World Wide Web oder neuere Entwicklungen wie das Semantic Web bieten, aus genannten Gründen nur unzureichend genutzt.

In Wikinger wird eine domänen-neutrale Plattform entwickelt, die es Wissenschaftlern ermöglicht, neue Beiträge mit bereits vorhandenem Wissen, etwa aus digitalen Archiven oder relationalen Datenbanken, zu vernetzen. Das derart repräsentierte Fachdomänen-Wissen wird so effizient und ortsunabhängig zugreifbar und kollaborativ aktualisierbar.

Ute Schütz | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.iais.fraunhofer.de/cebit2008.html
http://www.iais.fraunhofer.de/pressemitteilungen.html

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