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Barrierefreie Mobilität für alle

10.08.2011
Eine verbesserte Navigation für Sehbehinderte im In- und Outdoor-Bereich sowie die Kommunikation mit öffentlichen Verkehrsmitteln und öffentlicher Infrastruktur ist das ambitionierte Ziel des Projekts "Ways4all complete".

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An der „barrierefreien Mobilität für alle“ arbeiten die Studiengänge „Energie-, Verkehrs- und Umweltmanagement“ und „Internettechnik“ der FH JOANNEUM Kapfenberg seit Dezember 2008. Mit dem nun kürzlich gestarteten Projekt „Ways4all complete“, das dritte Projekt dieser Reihe nach Ways4all und NAVCOM, geht es konkret um eine ganzheitliche Navigation für Sehbehinderte am neuen Wiener Hauptbahnhof.


Handy-Software für Sehbehinderte

„Generell verfolgen wir das Ziel“, so Projektleiter Elmar Krajnc vom Studiengang „Internetttechnik“, „dass Sehbehinderte mit nur einem Gerät – zum Beispiel einem handelsüblichen Handy – von zu Hause aus bis zum Wiener Hauptbahnhof navigiert werden können.“ Ob drinnen oder draußen: Mittels GPS, Indoor-Navigation über RFID und das Abrufen von Fahrplänen sowie das Erkennen des richtigen öffentlichen Verkehrsmittels soll der Weg komplett ermittelt und angezeigt werden. Krajnc: „Wir arbeiten an einer barrierefreien Anwendung für mobile Geräte, die die In- und Outdoor-Navigation, die Abfrage von Verkehrsinformationen, die Kommunikation mit öffentlichen Verkehrsmitteln vereint.“

Das erste Projekt – eine Applikation für Nokia-Geräte – ist bereits abgeschlossen. In einem zweiten Projekt wird derzeit eine Anwendung für Mobiltelefone auf Android-Basis entwickelt. Ende des Jahres soll diese Applikation fertig sein. Bei „Ways4all complete“ geht es schließlich um eine ganzheitliche Lösung für alle Systeme. Bis Ende 2012 soll dieses am neuen Wiener Hauptbahnhof zum Einsatz kommen. Um die Handhabung so einfach wie möglich zu halten, achten die Projektmitarbeiter auf eine intuitive Bedienung mit Sprachausgabe.

„Eine der größten Herausforderungen“, so Werner Bischof, Projektleiter von NAVCOM, „besteht im Übergang vom Outdoor- zum Indoor-Bereich, da GPS in Gebäuden nicht funktioniert. Wir arbeiten daher für den Innenbereich an der Integration von RFID, WLAN und QR-Codes für die Navigation und Erkennung des richtigen Weges.“

Um dieses Ziel zu erreichen, kooperiert die FH JOANNEUM Kapfenberg mit mehreren Partnern: ÖBB, Wiener Linien, TU Graz, Salzburg Research, Hilfsgemeinschaft, Österreichische Blindenwohlfahrt, Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation, ÖBSV (Österreichischer Blinden- und Sehbehindertenverband) sowie die Unternehmen Digital Concepts, SPI Intelligence und Transelektronik.

Gefördert bzw. finanziert wird das Projekt im Rahmen des österreichischen Strategieprogramms IV2Splus - „Intelligente Verkehrssysteme und Services plus“, Ausschreibung „ways2go“ vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie und der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft mbH (FFG).

Interesse aus dem Ausland

Ausländische Verkehrsunternehmen haben bereits Interesse an diesem Projekt gezeigt. „Die Vision eines Standards für den europaweiten Einsatz“, so Martijn Kiers, Projektleiter ways4all, „rückt schon etwas näher.“ Die angepeilte Lösung kann dann auch von Touristen verwendet werden. Das Projekt wird auf der Fachkonferenz IPIN (Indoor Positioning and Indoor Navigation) im September 2011 in Portugal und am ITS (Intelligent Transportation Society) Weltkongress in Wien im Oktober 2012 vorgestellt werden.

Thomas Winkler | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.ways4all.at/

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