Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Barrierefreie Gehwege: Informatiker der h_da entwickeln mobile App-Navigation für Rollstuhlfahrende

03.07.2013
Für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer sind Rampen, Treppenstufen oder Kopfsteinpflaster oft unüberwindbare Hindernisse.

Studierende aus dem Fachbereich Informatik der Hochschule Darmstadt (h_da) haben unter der Leitung von Prof. Bettina Harriehausen-Mühlbauer eine App für Smartphones entwickelt, die Rollstuhlfahrende bei der mobilen Navigation unterstützt.


App "Wheel Guide". Ansicht Beschreibung Barrieren.
Hochschule Darmstadt/Waldemar Müller


App "Wheel Guide". Ansicht Beschreibung Hindernis.
Hochschule Darmstadt/Waldemar Müller

„Wheel Guide“ zeigt mittels Ampelfarben an, ob der Weg barrierefrei (grün), eingeschränkt barrierefrei (orange) oder nicht zu bewältigen ist (rot). Dann wird eine barrierefreie Alternativroute empfohlen.

Die empfohlene Route richtet sich auch nach den Angaben, die der Rollstuhlfahrende in seinem Profil macht. Hier kann er eingeben, ob er alleine fährt, wie seine derzeitige Verfassung ist oder ob er in Begleitung unterwegs ist. Begegnen dem Rollstuhlfahrenden auf seinem Weg unvorhergesehene Hindernisse, zum Beispiel umgestürzte Bäume oder auf dem Weg stehende Mülltonnen, kann er diese als temporäres Hindernis eigenhändig eingeben. Auch komplett neue Routen können eingetragen werden, Nutzerinnen und Nutzer können die App somit jederzeit erweitern. Diese interaktive Funktionalität unterscheidet „Wheel Guide“ von bereits auf dem Markt befindlichen Orien-tierungssystemen für Rollstuhlfahrerinnen- und fahrer.

Für die Darstellung der Routen greift die App über eine technische Schnittstelle auf das Kartenprogramm „Open Street Map“ zu und nutzt hier die Funktionalität der so genannten „Points of Interest“, mit denen Sehenswürdigkeiten markiert werden. „Wheel Guide“ markiert hingegen Barrieren, etwa Treppen, Engstellen oder Passagen mit einem schlechten Untergrund. Die Nutzerinnen und Nutzer erfahren mit einem Klick auf die „Points of Interest“ mehr über die jeweilige Barriere: wie viele Stufen hat die Treppe? Wie eng ist der Weg? Fotos liefern weitere Informationen zu Beschaffenheit und Position des Hindernisses. „Wheel Guide“ hat hierbei eine Genauigkeit von drei Metern.

„Wheel Guide soll es Rollstuhlfahrenden ermöglichen, in einer unbekannten Gegend sicher von A nach B zu finden und diese Route mit Gewissheit auch alleine zu schaffen“, sagt Prof. Bettina Harriehausen-Mühlbauer. Im „Wheel Guide“-Prototyen ist Darmstadt inzwischen vollständig erfasst, über eine Kooperation mit der Abteilung Rollstuhlbasketball des Basketballclubs Darmstadt wurden zahlreiche Routen auch schon getestet. Über Kooperationen mit dem Projektbüro des Beirats von Menschen mit Behinderungen (bmb) der Stadt Heidelberg und dem Straßenverkehrsamt der Stadt Weiterstadt sollen weitere Städte folgen. Zur „Wheel Guide“-App sind zudem derzeit mehrere Bachelorarbeiten in Vorbereitung.

Fachliche Ansprechpartnerin für die Medien
Hochschule Darmstadt
Fachbereich Informatik
Haardtring 100 D-64295 Darmstadt

Prof. Dr. Bettina Harriehausen-Mühlbauer
Tel +49.6151-16-8485
bettina.harriehausen@h-da.de

Simon Colin | idw
Weitere Informationen:
http://www.h-da.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft
27.04.2017 | Kompetenzzentrum - Das virtuelle Fahrzeug Forschungsgesellschaft mbH

nachricht Ergonomie am Arbeitsplatz: Kamera erkennt ungesunde Bewegungen
24.04.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie