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Bad Homburger erhalten Katastrophenwarnsystem "KATWARN"

20.09.2011
Heute startet Bad Homburgs Oberbürgermeister Michael Korwisi gemeinsam mit der SV SparkassenVersicherung (SV) in seiner Stadt das neue Frühwarnsystem KATWARN, das vom Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST entwickelt wurde. Bei Gefahrensituationen wie Unwettern, Entschärfungen von Blindgängern oder Großunfällen erhalten die Bad Homburger in Zukunft kostenlos ortsbasierte Warnungen und Verhaltenshinweise per SMS und E-Mail.

Ob hektische Metropole oder idyllische Kleinstadt in malerischer Umgebung: Wer denkt im Alltag schon daran, dass jederzeit ein Katastrophenfall eintreten könnte? Wenn ein Großbrand in der Nachbarschaft lodert oder ein Chemieunfall in dem naheliegenden Industriegebiet auftritt, wissen die wenigsten Bürger, wie sie sich richtig verhalten sollen.

Aufheulende Sirenen sind in solchen Fällen für den einzelnen nur bedingt hilfreich, denn sie warnen zwar vor einer Gefahrenlage, um aber angemessen zu reagieren, muss man die Signale richtig deuten. »Das vom Fraunhofer ISST entwickelte Frühwarnsystem KATWARN setzt genau an dieser Stelle an«, sagt Sicherheitsexperte Ortwin Neuschwander, Beauftragter öffentliche Sicherheit und Frühwarnsysteme am Fraunhofer ISST. »Es bietet den Vorteil, die Bevölkerung nicht nur postleitzahlgenau per SMS und optional per E-Mail im Ernstfall zu warnen, sondern die Bürger erhalten auch genaue Verhaltenshinweise«. So wird vermieden, dass Warnungen fehlinterpretiert werden oder sogar zu panischen Reaktionen führen.

Solche Extremsituationen, in denen der Bürger darauf angewiesen ist, Maßnahmen zum Selbstschutz zu ergreifen, sind zum Glück selten. Gleichzeitig hat dies zur Folge, dass wenn ein echter Notfall eintritt, die Bevölkerung umso mehr davon überrascht wird und überfordert ist. »Deswegen sind Frühwarnsysteme wie KATWARN so wichtig für den Bevölkerungsschutz: Bei besonders großen Schadenslagen können wir uns nicht allein auf die Einsatzkräfte der Feuerwehr und Rettungsdienste vor Ort verlassen«, so Ulrich Meissen, Leiter der Abteilung Frühwarnsysteme am Fraunhofer ISST. »Wenn es darauf ankommt, müssen Bürger eigenständig agieren können und KATWARN hilft dabei«.

Bereits seit einigen Jahren bietet die SparkassenVersicherung (SV) in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer ISST und der Meteomedia GmbH ihren Kunden »Wind & Wetter« an, einen elektronischen Unwetterwarnservice, der automatisch, frühzeitig und präzise vor Starkregen, Hagel, Sturm, Gewitter, Starkschneefall, Frost und Glatteis warnt. »So können Kunden der SV vor Elementarereignissen gewarnt und ihnen gezielte Tipps gegeben werden, wie Schäden im besten Fall zu vermeiden oder zu verringern sind. Unsere Kunden nehmen diesen Service gerne an«, berichtet Arno Vetter, Abteilungsleiter Risikoservice der SV. KATWARN ist die nächste Ausbaustufe. »Gerade bei großen Schadenfällen zählt jede Minute. Je schneller die Bevölkerung weiß, was zu tun ist, desto höher ist die Chance, Schäden zu minimieren«, so Vetter.

»Die Stadt Bad Homburg hat eine hervorragend ausgerüstete und geschulte Feuerwehr. Doch auch gut vorbereitete Kräfte sind im Ernstfall darauf angewiesen, dass alle mitspielen – auch die Bürgerinnen und Bürger. Das Warnsystem kann dazu beitragen, dass die Einwohner die Arbeit unserer Feuerwehr durch das richtige Verhalten erleichtern und unterstützen«, sagt Oberbürgermeister Michael Korwisi. Deshalb geht auch Bad Homburg neue, innovative Wege im Bevölkerungsschutz. »Mithilfe von KATWARN können die Feuerwehr Bad Homburg und die Zentrale Leitstelle Hochtaunus zusätzliche Warnhinweise per SMS oder E-Mail zu der aufgetretenen Gefahrensituation absetzen«, beschreibt Feuerwehrdezernent Sepp Peklar das System. Neben Kurzinformationen zur Gefahrenlage, wie beispielsweise Hochwasser, Großbrand oder Gefahrgutunfall, enthalten diese auch Verhaltensempfehlungen. Ein Beispiel: »Großbrand – Warnung der Feuerwehr, gültig ab sofort, für PLZ 61352, Bahnhofsvorplatz verlassen, Fenster geschlossen halten«.

KATWARN ist ab heute auch für die Bürgerinnen und Bürger von Bad Homburg kostenlos verfügbar. Dabei übernimmt die Stadt die Einführungs- und Betriebskosten für diesen Service sowie für das Versenden der Warnmeldungen. Die technische Plattform wird von der SparkassenVersicherung kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Fraunhofer ISST, welches KATWARN entwickelt hat, führt die technische Umsetzung und Betreuung des Systems durch.

Und so kann man sich für KATWARN anmelden:

Wer zukünftig den Warndienst Bad Homburgs nutzen möchte, meldet sich per SMS über die Servicenummer 0163-755 88 42 mit dem Stichwort »KATWARN« und der Postleitzahl des Gebietes, für das man die Warnungen erhalten möchte, an. Dabei ist zu beachten, dass nur Postleitzahlen innerhalb Bad Homburgs berücksichtigt werden und nur eine Postleitzahl pro Handy angegeben werden kann. Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist optional.

Angemeldete Nutzer erhalten dann automatisch Warnmeldungen, sobald sich eine Gefahrenlage für das angegebene Gebiet ergibt. Außer den üblichen SMS-Gebühren des Mobilfunkanbieters für die einmalige SMS-Anmeldung und ggf. Um- bzw. Abmeldung zu KATWARN ist diese Dienstleistung kostenfrei.

Bei einer Teilnahme ist zu beachten, dass KATWARN nicht die lokalen Anweisungen von Behörden, Polizei oder Einsatzkräften ersetzt, sondern diese ergänzt. Den Anweisungen ist auch weiterhin unbedingt Folge zu leisten.

Britta Klocke | idw
Weitere Informationen:
http://www.isst.fraunhofer.de/KATWARN

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