Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Autonomie garantiert Sicherheit

10.02.2010
Chemnitzer Informatiker stellen Programm vor, das in komplexen IT- Strukturen zwischen verteilten Anwendungen vermittelt

Beruflich und privat kommunizieren immer mehr Menschen nahezu täglich per E-Mail, verschicken Dokumente digitalisiert, verlassen sich auf das Navigationssystem im Auto und kennen oft nur noch die Handynummer von Freunden und Geschäftspartnern. Kurzum: Der reibungslose Ablauf unseres Alltags ist bereits sehr stark von elektronischen Informations- und Kommunikationssystemen abhängig.

Eine zunehmende Nutzung dieser Systeme führt unweigerlich zu ständig komplexer werdenden IT-Infrastrukturen, was jedoch deren Verlässlichkeit empfindlich stören kann. Ein Weg, um Schwachstellen dieser Art zu umgehen, ist die Autonomisierung der Systeme. Derartige intelligent, computergestützte Systeme sind in der Lage, Aufgaben selbstständig zu erfüllen. Sie können auf verschiedenen Ebenen, zum Beispiel in der Hardware, im Betriebssystem oder in einer so genannten Middleware angesiedelt sein.

Wissenschaftler der TU Chemnitz, der TU Berlin und der Universität Rostock untersuchen im Auftrag des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik in einem gemeinsamen Forschungsprojekt die Autonomieprinzipien in verteilten Systemen - und zwar auf Basis einer Publish/Subscribe-Middleware. Eine Middleware ist - vereinfacht formuliert - ein zwischengeschaltetes neutrales Programm, das zwischen Anwendungen oder Prozessen vermittelt. "Wir wollen Möglichkeiten und Vorteile, aber auch Grenzen und Nachteile der Autonomisierung aufzeigen", beschreibt Prof. Dr. Matthias Werner, Inhaber der Professur Betriebssysteme an der TU Chemnitz, das Ziel des Projektes "REBECA- A (Rebeca Event Based Electronic Commerce Architecture - Autonomic)".

"Der Nutzen einer Publish/Subscribe-Middleware liegt in der späten Kopplung zwischen Sender und Empfänger. Dadurch können Systeme schnell umkonfiguriert und an geänderte Anforderungen angepasst werden", erklärt Informatiker Alexej Schepeljanski. Es gebe außerdem keinen zentralen Punkt, dessen Ausfall zum kompletten Versagen des Systems führt. Die Middleware sei intelligent genug, um selbstständig zu entscheiden, welche Teilanwendungen die zu verschickenden Informationen sicher erhält. "Das Prinzip gleicht dem einer Mailingliste oder eines Zeitungsabonnements - bloß, dass anstelle der menschlichen Endkonsumenten die Teilanwendungen sitzen", ergänzt Schepeljanski.

Wie der Prototyp der neuen Middleware aus dem Projekt "REBECA-A"
funktioniert, zeigen Mitarbeiter der Professur Betriebssysteme vom 2. bis 6. März 2010 auf der CeBIT in Hannover in Halle 9 am mitteldeutschen Gemeinschaftsstand "Forschung für die Zukunft" (Stand D04).

Weitere Informationen erteilt Alexej Schepeljanski, Telefon 0371 531- 37985, E-Mail alexej.schepeljanski@informatik.tu-chemnitz.de

Mario Steinebach | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de/tu/presse/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Volle Konzentration am Steuer
25.11.2016 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Warum Reibung von der Zahl der Schichten abhängt
24.11.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie