Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Automatische Erstellung von hochgenauem Kartenmaterial für zukünftige Sicherheitssysteme

22.10.2008
Digitale Straßenkarten enthalten bereits Aussichtspunkte oder Tankstellen.

Details wie Ampeln, Gehsteige oder Leitplanken sind aber wegen des hohen Aufwands praktisch nicht erfasst. Damit Fahrerassistenz- und Sicherheitssysteme im Fahrzeug künftig Sensordaten mit detaillierten Informationen über die Umgebung abgleichen können, haben Ingenieure des Instituts für Mess-, Regel- und Mikrotechnik an der Universität Ulm Verfahren zur hochgenauen Kartographierung mit Hilfe eines Fahrzeugs entwickelt.

Das mit Laserscannern, Videokameras und hochauflösender Satellitennavigation ausgerüstete Auto liefert die Daten für eine auf 10 Zentimeter genaue digitale Karte der Verkehrsinfrastruktur. Bei der European Satellite Navigation Competition 2008 hat das Projekt nun den zweiten Platz im Landeswettbewerb erreicht. In zukünftigen Serienfahrzeugen sind Umfeldsensoren wie Laserscanner, Radar oder Videokameras selbstverständlich. Warn- und Assistenzsysteme wie Tempomate mit Abstandsregler arbeiten bereits heute damit und greifen dabei zum Teil auf digitales Kartenmaterial zurück, um etwa feste Tempolimits und Streckeninformationen einzubeziehen.Weitere Assistenzfunktionen benötigen jedoch genauere Umgebungsdaten: Ob beispielsweise der von den Bordsensoren erfasste nächtliche Wanderer neben oder auf der Fahrbahn geht, ist für das Warnsystem erst klar, wenn es die Position des Autos und den exakten Verlauf des Randsteins kennt. Unfälle mit havarierten oder langsameren Fahrzeugen lassen sich so ebenfalls vermeiden.

Anhand neu entwickelter Verfahren und Algorithmen erstellen die Ulmer Ingenieure mit den vom Versuchsfahrzeug gelieferten Daten positionsgenaue Karten als Grundlage der Fahrerassistenz. Am Auto angebrachte Laserscanner erfassen einerseits Schilder-, Ampel- und Leitpfosten sowie Häuserwände und auch sich bewegende Objekte. Darüber hinaus werden auch Leitplanken, Gehsteigkanten oder Mauern verzeichnet. Durch Fusion von Laserscanner- und Videokameradaten lassen sich Fahrbahnlinien sehr präzise extrahieren – und zusammen mit den anderen erfassten Objekten mittels hoch präziser Satellitennavigation auf 10 Zentimeter genau in eine digitale Karte eintragen. Das Verfahren braucht dabei nur wenig Speicherplatz und ist mit Standardkarten kompatibel. Die detaillierte Karte allein hilft bei der Fahrerassistenz indes nur wenig, wenn die in Serienfahrzeugen verbreiteten Standard-GPS-Empfänger nur eine Genauigkeit von 5 Metern zulassen. Darum hat das Institut für Mess-, Regel- und Mikrotechnik Algorithmen zur hochgenauen Positionierung eines Fahrzeugs entwickelt: Im Auto integrierte Laserscanner nutzen dabei zum Beispiel in der Detailkarte verzeichnete Ampel- oder Schilderpfosten als Landmarken, wodurch sich wieder die Position auf 10 Zentimeter bestimmen lässt. Dies wurde bereits in realen Verkehrsszenarien getestet und mit Hilfe eines Referenzsystems nachgewiesen. Das Verfahren hat das Institut in einem Kooperationsprojekt mit IBEO Automobile Sensor GmbH entwickelt und innerhalb weiterer Projekte erfolgreich eingesetzt.

Kontakt:
Universität Ulm
Institut für Mess-, Regel- und Mikrotechnik
Albert-Einstein-Allee 41 · 89081 Ulm
Ansprechpartner: Dipl.-Ing. Thorsten Weiss
Tel.: (0731) 50 26327 · Fax: (0731) 50 26301
thorsten.weiss@uni-ulm.de
Geschäftsstelle
European Satellite Navigation Competition in Baden-Württemberg
c/o · Hindenburgstraße 54 · 72762 Reutlingen
Ansprechpartner: Dr. Stefan Engelhard
Telefon (07121) 2 01- 119 · Fax (07121) 201- 4119
engelhard@reutlingen.ihk.de

Dr. Stefan Engelhard | IHK Reutlingen
Weitere Informationen:
http://www.uni-ulm.de/in/mrm.html
http://www.galileo-masters-bw.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits
15.12.2017 | Forschungszentrum Jülich GmbH

nachricht Neues Epidemie-Management-System bekämpft Affenpocken-Ausbruch in Nigeria
15.12.2017 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Carmenes“ findet ersten Planeten

Deutsch-spanisches Forscherteam entwirft, baut und nutzt modernen Spektrografen

Seit Januar 2016 nutzt ein deutsch-spanisches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen den modernen Spektrografen „Carmenes“ für die Suche nach...

Im Focus: Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

Heute verfügbare Ionenfallen-Technologien eignen sich als Basis für den Bau von großen Quantencomputern. Das zeigen Untersuchungen eines internationalen Forscherteams, deren Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift Physical Review X veröffentlicht wurden. Die Wissenschaftler haben für Ionenfallen maßgeschneiderte Protokolle entwickelt, mit denen auftretende Fehler jederzeit entdeckt und korrigiert werden können.

Damit die heute existierenden Prototypen von Quantencomputern ihr volles Potenzial entfalten, müssen sie erstens viel größer werden, d.h. über deutlich mehr...

Im Focus: Error-free into the Quantum Computer Age

A study carried out by an international team of researchers and published in the journal Physical Review X shows that ion-trap technologies available today are suitable for building large-scale quantum computers. The scientists introduce trapped-ion quantum error correction protocols that detect and correct processing errors.

In order to reach their full potential, today’s quantum computer prototypes have to meet specific criteria: First, they have to be made bigger, which means...

Im Focus: Search for planets with Carmenes successful

German and Spanish researchers plan, build and use modern spectrograph

Since 2016, German and Spanish researchers, among them scientists from the University of Göttingen, have been hunting for exoplanets with the “Carmenes”...

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Alexa und Co in unserem Kopf: Wo die Stimmerkennung im Gehirn sitzt

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chemiker der Uni Graz nutzen Treibhausgas zur Herstellung eines Wirkstoffs gegen Schlafkrankheit

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zusammenarbeit von Fraunhofer und Universität in Würzburg bringt Medizinforschung voran

18.12.2017 | Biowissenschaften Chemie