Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausgereifte Prüfverfahren für RFID-Technik

05.11.2008
Am Institut für Transport- und Automatisierungstechnik der Leibniz Universität Hannover sind umfangreiche Tests zu Robustheit und Systemsicherheit möglich

RFID-Technik ist im Kommen.

Die drahtlose Technologie zur Identifikation von Gegenständen nimmt in der industriellen Anwendung einen immer höheren Stellenwert ein. Wenn über RFID gesprochen wird, besteht immer auch die Frage nach der Sicherheit solcher Systeme. Eine einzige Fehllesung kann zu unüberschaubaren Kettenreaktionen führen. Im Bereich Logistik beispielsweise müsste eine verloren gegangene Paket-Sendung aufwändig gesucht werden.

Am Institut für Transport- und Automatisierungstechnik (ITA) am Produktionstechnischen Zentrum der Leibniz Universität Hannover gibt es deshalb umfangreiche Untersuchungen, die die Lesbarkeit von Transpondern und deren mechanische Robustheit betreffen. Dafür unterhält das ITA eine ausgereifte Prüftechnik. Zur Ausstattung gehört u. a. ein Geschwindigkeitsprüfstand, mit dessen Hilfe analysiert wird, wie schnell man einen Transponder an einem Lesegerät vorbeibewegen und dabei auslesen kann.

In der Praxis wird dies bedeutsam, wenn Pakete auf einem Förderband bewegt, und die Transponder an einem stationären Gate ausgelesen werden. Die Transponder befinden sich nur in einem kurzen Zeitfenster im Empfangsfeld des Gates. Innerhalb dieser Zeit muss die Kommunikation abgewickelt werden. Am Institut für Transport- und Automatisierungstechnik können Versuche mit Relativgeschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern durchgeführt werden.

Da die Transponder häufig hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt sind, muss auch deren Robustheit und Widerstandsfähigkeit geprüft werden. Neben klimatischen Tests und Versuchen zu Druck- und Zugbeanspruchung kann am ITA auch die Beanspruchung von Transpondern durch darüber rollende Fahrzeuge untersucht werden. Sowohl PKW-Reifen als auch die Räder von Flurförderzeugen wurden in der Vergangenheit zu Tests verwendet. Langzeituntersuchungen ergaben, dass ein Transponder mit einem geeigneten Gehäuse mehrere Millionen Mal von einem Fahrzeug "überfahren" werden kann. Zusätzlich dazu gibt es einen Reichweitenprüfstand. Er ermöglicht mit hoher Wiederholgenauigkeit zu prüfen, unter welchen Bedingungen eine Kommunikation mit den RFID-Transpondern stattfindet. Mit diesem System konnte bereits die optimale Einbauposition für Transponder in Europaletten bestimmt werden. Dipl.-Ing. Andreas Jungk: "Der Reichweitenprüfstand erlaubt es, die Anforderungen eines Anwenders möglichst genau zu reproduzieren und schon im Vorfeld einer Installation zu testen, ob diese ihre Funktion erfüllt."

All diese Untersuchungen machen auch neue Wege in der Theorie erforderlich. Wie ist eigentlich die Funktionsfähigkeit eines solchen RFID-Systems zu beschreiben? Für diese Frage haben die Forscher am ITA eine eigene Bewertungssystematik entwickelt, mit der genau dargelegt werden kann, wie gut ein bestimmtes System die jeweils gestellte Aufgabe erfüllen kann. Aktuell wird beispielsweise untersucht, wie Sonderladungsträger - beispielsweise Gestelle für Reifen in der Automobilindustrie - mit optimalen Transpondern auszustatten sind. Auch beim Aufkleben von Transpondern auf dem Boden besteht noch eine Reihe ungelöster Probleme, die die Forscher bearbeiten. Das Institut, das auch über eigene Anlagen zur Herstellung von RFID-Transpondern verfügt, untersucht ebenfalls, wie sich der Herstellungsprozess und die Alterung von RFID-Transpondern auf die Leistungsfähigkeit auswirken. Zielstellung ist dabei immer, der RFID-Technik die notwendige Prozesssicherheit für einen breit aufgestellten Industrieeinsatz zu verleihen.

Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen steht Dipl.-Ing. Andreas Jungk vom Institut für Transport- und Automatisierungstechnik (ITA) unter Telefon +49 511 762 2545 oder per E-Mail unter andreas.jungk@ita.uni-hannover.de gern zur Verfügung.

Dr. Stefanie Beier | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Der Form eine Funktion verleihen
23.06.2017 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Zukunftstechnologie 3D-Druck: Raubkopien mit sicherem Lizenzmanagement verhindern
23.06.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften