Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausgelagerte Leistung: Server rechnet für Handy

07.05.2009
Mobiltelefon betreibt rechenintensive Anwendungen online

Unter dem Namen "CloneCloud" arbeiten Forscher des Halbleiterherstellers Intel an einer Methode, Handys mehr Leistung zu verschaffen.

Die Techniker gehen dabei einen völlig anderen Ansatz, als Unternehmen, die beispielsweise zusätzliche leistungsfähige Chips in die Mobiltelefone integrieren und somit Videobearbeitung ermöglichen. Byung-Gon Chun und Petros Maniatis wollen die Rechenleistung komplett auslagern und die Arbeit von einem Server verrichten lassen. Dies hätte den Vorteil, dass der Chip im Mobiltelefon generell entlastet wird und somit eine längere Akkulaufzeit zu erwarten ist.

Die beiden Entwickler haben derzeit einen Prototypen mit ihrem Ansatz unter dem Betriebssystem Android laufen. Das Mobiltelefon hält über die Mobilfunkverbindung Kontakt mit einem Server, auf dem eine exakte Kopie des Handys betrieben wird. Das Handysystem überwacht nun ständig die Anforderungen, die an den integrieren Chip gestellt werden. Benötigt eine Anwendung mehr Leistung, so wird diese an den Server ausgelagert. Das Handy sendet die Daten an die virtuelle Handykopie, wo diese deutlich schneller verarbeitet werden können.

Wie das MIT-Magazin Technology Review berichtet, haben die Intel-Forscher als Beispielanwendung eine Gesichtserkennungssoftware auf dem Handy-Prototypen installiert. Während die internen Chips rund 100 Sekunden benötigen, um das Gesicht auf einem Foto zu erkennen, konnte diese Aufgabe von dem verbundenen virtuellen Handy auf einem Desktoprechner innerhalb von einer Sekunde erledigt werden. Weitere Details zu ihrer Entwicklung wollen die beiden Techniker auf der in der Schweiz stattfindenden Konferenz HotOS http://www.usenix.org/event/hotos09/ präsentieren.

Der Ansatz der Forscher ist ein weiterer Weg, die Serverperformance für alltägliche Rechenaufgaben zu nutzen und diese Funktion in die Arbeitsweise der Endgeräte so zu integrieren. Der Nutzer bemerkt dies kaum. Schon jetzt werden viele Anwendungen "in the Cloud", also im Web ausgeführt. Cloud Computing gilt als Kerntechnologie in der künftigen vernetzten Onlinewelt und ihr wird von Analysten ein starkes Wachstum vorausgesagt. Applikationen werden nicht mehr auf dem lokalen Rechner ausgeführt, sondern die Rechenleistung von einem Server übernommen. Angebote gibt es unter anderem von Google, Salesforce oder Amazon.

Bis wann die Intel-Entwicklung tatsächlich den Markt erreichen kann und somit Mobiltelefone an die Cloud angeboten werden, kann momentan noch nicht abgeschätzt werden. Intel setzt gemeinsam mit Unternehmen wie HP, Yahoo und anderen in die Zukunft des Cloud Computing. "Wir stellen in jedem Fall die Hardwareinfrastruktur im Datencenter als Backbone in der Cloud zur Verfügung", sagt Intel-Sprecher Martin Strobel im Gespräch mit pressetext.

Insgesamt seien an der Umsetzung von Cloud-Computing-Technologien jedoch viele weitere Unternehmen beteiligt. Zudem gelte es im Falle von CloneCloud noch weitere Fragen, die geklärt werden müssen. "Darunter beispielsweise einige sicherheitstechnischer Natur", so Strobel. Immerhin werden die Daten des Users vom Handy an den Server übertragen, wo sie schließlich abgespeichert sind.

Andreas List | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.intel.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Analyse komplexer Biosysteme mittels High-Performance-Computing
13.12.2017 | Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e.V.

nachricht Roboter-Navigation über die Cloud
11.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rest-Spannung trotz Megabeben

13.12.2017 | Geowissenschaften

Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs

13.12.2017 | Medizin Gesundheit

Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

13.12.2017 | Geowissenschaften