Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Augen als Maus: Projekt "Bright Eyes" macht lästiges Klicken überflüssig

12.03.2010
Universität Regensburg entwickelt ein System, mit dem Computer direkt mit den Augen gesteuert werden können - Präsentation auf der CeBIT 2010 - Anwendungen in der IT-Sicherheit oder im E-Learning-Bereich sind möglich

Blickbewegungsanalysen werden heutzutage nicht selten mit so genannten Eye-Tracking-Systemen durchgeführt. Dabei geht es darum, mithilfe entsprechender technischer Hilfsmittel die Augen- bzw. die Blickbewegungen einer Testperson aufzuzeichnen und hinsichtlich verschiedener Fragestellungen auszuwerten.

Eye-Tracking kommt daher häufig bei Marktforschungsanalysen zur Wirksamkeit von Werbekampagnen oder auch bei Untersuchungen zur Benutzerfreundlichkeit von Internetseiten zum Einsatz.

Eye-Tracking-Systeme können darüber hinaus aber auch für die Steuerung von Computern eingesetzt werden. Mit "Bright Eyes" haben Prof. Dr. Christian Wolff, Dr. Ludwig Hitzenberger und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Fachgebiet Medieninformatik der Universität Regensburg in Kooperation mit der Universität in Erlangen-Nürnberg (Lehrstuhl für Mustererkennung, Prof. Elmar Nöth) einen Prototyp entwickelt, bei dem das Blickverhalten eines Computer-Nutzers in Echtzeit analysiert und für eine dynamische Systemanpassung am Bildschirm genutzt wird. Mit anderen Worten: Der Computer sieht oder "weiß", was der Benutzer gesehen, und was er nicht gesehen hat, und zieht daraus sofort praktische Konsequenzen, indem er das Systemverhalten und die Informationspräsentation dementsprechend anpasst.

Bei "Bright Eyes" werden die Augenbewegungen eines PC-Nutzers von einem Eye-Tracker erfasst. Der Cursor auf dem Bildschirm folgt daraufhin dem Blick des Nutzers, der auf diese Weise einzelne Programme direkt mit seinen Augen steuern kann. Die Mausbenutzung wird so für verschiedene Anwendungen überflüssig. Zu Testzwecken wurde von den Wissenschaftlern eine E-Learning-Umgebung entwickelt, um die Benutzbarkeit der neuen Interaktionsmethode zu demonstrieren. Diese wurde von den Forschern kürzlich im Rahmen der CeBIT 2010 in Hannover präsentiert. Neben den Projektleitern Prof. Wolff und Dr. Hitzenberger bestand das Regensburger Messeteam aus Martin Brockelmann (Entwicklung), Maria Wycislo (Evaluation) und Stefan Mikes (Support und Präsentation).

Zahlreiche Anwendungen in den Bereichen IT-Sicherheit oder E-Learning sind denkbar. So kann sich der Computer über "Bright Eyes" an die Lerngewohnheiten und das individuelle Lernverhalten eines Benutzers anpassen und entsprechend darauf reagieren. Dem Projekt "Bright Eyes" liegt das von der Universität Regensburg entwickelte Programm "Eye-Mouse" zu Grunde, das schon im letzten Jahr erfolgreich zum Einsatz kam.

Weiterführende Informationen zu Bright-Eyes/Eye-Mouse als Video unter:
http://www.youtube.com/watch?v=XGuqsm8nJwY
Ansprechpartner für Medienvertreter:
Prof. Dr. Christian Wolff
Universität Regensburg
Institut für Information und Medien, Sprache und Kultur
Tel.: 0941 943-3386
Christian.Wolff@sprachlit.uni-regensburg.de

Alexander Schlaak | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-regensburg.de

Weitere Berichte zu: Bright Eyes E-Learning Eye-Mouse Eye-Tracking-Systeme IT-Sicherheit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten