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Apps für alle Endgeräte – erste Forschungsergebnisse veröffentlicht

07.04.2011
Web-Anwendungen der Zukunft: Experten wollen in dem Projekt webinos http://www.webinos.org Technologien für einen nahtlosen, sicheren und plattformübergreifenden Datenaustausch bereitstellen.

Applikationen, kurz „Apps“ genannt, dominieren derzeit den Smartphone-Markt. In Zukunft sollen Apps nicht nur auf Smartphones, sondern auch plattformübergreifend eingesetzt werden: auf internetfähigen Fernsehern, Tablet- und Desktop-PCs, Spielkonsolen und sogar in Autos. Dann lässt sich mithilfe solcher Anwendungen zum Beispiel der Urlaubsort stressfrei erreichen, wie das Konsortium des Projektes webinos und Fraunhofer FOKUS in dem Video http://www.webinos.org demonstrieren.

Um Web-Anwendungen zukünftig plattform- und geräteübergreifend bereitzustellen, entwickeln derzeit 20 Partner aus Industrie und Forschung in dem Projekt webinos eine Open-Source-Plattform sowie Software-Komponenten. „Mit der von uns angestrebten Technologie wollen wir die Programmierung und Entwicklung von Apps ermöglichen, die sich benutzerfreundlich, sicher und nahtlos auf einem breiten Spektrum an Endgeräten einsetzen lassen“, erläutert Projektleiter Dr. Stephan Steglich, Fraunhofer FOKUS. Die Nutzung soll unabhängig von den jeweiligen Hardwarespezifikationen und Betriebssystemen erfolgen.

Kompetenz für kompatible Technologie
Ende März 2011 hat das Projekt-Konsortium die ersten Forschungsergebnisse veröffentlicht. Berichte zu den Themen Anwendungsfälle, Sicherheit, technische Anforderungen und Branchenumfeld stehen auf www.webinos.org zum Download bereit. Das von der Europäischen Union mit zehn Millionen Euro geförderte Projekt startete im September 2010 und läuft bis 2013. Ein erster Protoyp der Technologie wird für Ende 2011 erwartet.

Unter Federführung von Fraunhofer FOKUS kooperieren in webinos Forschungseinrichtungen mit internationalen Großkonzernen – darunter Sony Ericsson, Deutschen Telekom, Samsung, BMW Forschung und Technik. Darüber hinaus ist das Standardisierungsgremium W3C in dem Konsortium vertreten. Die Partner wollen so, die Kompatibilität mit bestehenden und zukünftigen Standards sicherstellen.

Neue Geschäftsmodelle
Basierend auf der Open-Source-Technologie sollen neue Geschäftsmodelle erschlossen werden, um vor allem kleinen und mittelgroßen Unternehmen den Weg in den Markt mit den Internet-Diensten zu ebnen. „Mit der standaridisierten, interaktiven Plattform richten wir uns vor allem an Software- und Anwendungsentwickler“, so Dr. Nick Allott, technischer Koordinator von webinos und Gründer von NquiringMinds Ltd.

„Kleinunternehmen und Mittelständler können sich mit deutlich geringerem Programmierungs- und Vertriebsaufwand als bisher Zugang zum App-Markt verschaffen“, ergänzt Dr. Steglich. Der Kauf oder die Eigenentwicklung zusätzlicher Software zur Individualisierung von Services für unterschiedliche Plattformen ist dann nicht mehr erforderlich.

Sicher unterwegs im WWW
Datenschutz- und Sicherheitsfragen gehören zu weiteren Kernthemen von webinos. Web-Anwendungen, die mit Hilfe der bereitgestellten Technologie programmiert werden, sollen sich unbeschränkt und grenzenlos einsetzen lassen – immer vorausgesetzt, der Benutzer willigt ein. In die Open-Source-Plattform sind Funktionen eingebettet, durch die vertrauliche Informationen und Funktionen explizit unter die Aufsicht des Nutzers gestellt werden.
Anmerkung für Herausgeber:
Im Rahmen von webinos (Secure Web Operating System Application Delivery Environment) will ein internationales Konsortium eine Open Source-Plattform und Softwarekomponenten bereitstellen. Mit der Technologie soll die Entwicklung von Webanwendungen ermöglicht werden, die sich plattformübergreifend auf Mobiltelefonen, PCs, Unterhaltungselektroniksystemen (Fernseher) und in Automobilen einsetzen lassen. Das von der Europäischen Union mit zehn Millionen Euro unterstützte FP7-Projekt startete im September 2010 und läuft drei Jahre. Die Projektleitung von webinos liegt bei Fraunhofer FOKUS.

Das Konsortium setzt sich aus über 20 Partnern zusammen. Forschungseinrichtungen: Fraunhofer Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. (DE), University of Oxford (UK), TNO (NL), National Technical University of Athens (GR), Instituto Superiore Mario Boella (I), Politecnico di Torino (I), Universita di Catania (I), Technische Universität München (DE), Interdisciplinary Institute for Broadband Technology (BE); Global Player: Deutsche Telekom AG (DE), W3C (F), Telecom Italia S.p.A. (I), BMW Forschung und Technik GmbH (DE), Sony Ericsson Mobile Communication AB (SE), Samsung Electronics Ltd (UK), Telefonica Investigation y Desarrollo SA (E), DOCOMO Communications Laboratories Europe GmbH (DE); SMEs: AmbieSense Ltd (UK), Antenna Volantis Ltd (UK), VisionMobile Ltd. (UK), futuretext (UK), IMPLEO Professional Services Limited (UK).

Fraunhofer FOKUS
Fraunhofer FOKUS, das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme, entwickelt und erforscht am Standort Berlin Kommunikations- und Informationstechnologien. Im Zentrum der Forschungsaktivitäten steht die Entwicklung von IT-Infrastrukturen und Netzwerken zur domain- und organisationsübergreifenden Kommunikation.

Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung stellt Fraunhofer FOKUS einen bedeutenden IT-Forschungspartner für die Telekommunikations-, Automobil- und Medienindustrie sowie für die öffentliche Verwaltung. Auf wissenschaftlicher Ebene gilt Fraunhofer FOKUS als renommierter Kooperationspartner in Forschungsprogrammen der Europäischen Kommission sowie nationaler Fördergeber.

Eva Sittig | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.webinos.org
http://www.fokus.fraunhofer.de

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