Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

App nutzt Erdmagnetfeld für Indoor-Navigation

16.07.2012
IndoorAtlas-Technologie kommt für Ortung auch ohne Satelliten aus

Finnische Wissenschaftler haben einen innovativen Ansatz entwickelt, der die Indoor-Navigation auf Smartphones revolutionieren könnte. Der Clou dabei: Das System von IndoorAtlas, einem Ableger der Universität von Oulu, kann seine User auch dann zielsicher durch das Innere von Gebäudekomplexen leiten, wenn gerade keine satellitengestützte GPS-Ortung verfügbar ist. Möglich wird das durch die Nutzung des Erdmagnetfelds in Verbindung mit dem in Android-Handys und iPhones verbauten Kompass, durch die sich die Position des Anwenders einwandfrei bestimmen lässt.


App-Innovation: Indoor-Navigation per Erdmagnetfeld (Foto: indooratlas.com)

"Das IPS-System von IndoorAtlas ist eine vollkommene Neuheit, die auf einem Phänomen beruht, das noch niemals zuvor im Bereich der Indoor-Navigation und des Mobile Computing eingesetzt worden ist", schreiben die IndoorAtlas-Forscher Janne Haverinen und Kollegen in ihrem Whitepaper. Der konzeptionelle Ausgangspunkt ihres Indoor Positioning Systems (IPS) sei auch vom Tierreich inspiriert, wo sich bestimmte Arten am Erdmagnetfeld orientieren würden. "Mit unserer Technologie erreichen wir eine Genauigkeit von 0,1 bis zwei Meter", so das Versprechen.

Magnetische Verzerrungen

"Moderne Gebäude erzeugen mit ihren Beton- und Stahlstrukturen unverwechselbare, magnetische, räumliche Felder, die für die Bestimmung einer genauen Position genutzt werden können", erläutern die finnischen Computerwissenschaftler ihre Theorie. In der Praxis funktioniert das Ganze folgendermaßen: Die in den Gebäuden verbauten Stahlmassen führen zu Verzerrungen des irdischen Magnetfeldes. Diese Störungen machen es im Normalfall unmöglich, dass ein Kompass in einem Innenraum die richtige Himmelsrichtung anzeigen kann.

IndoorAtlas greift diese Störungen auf und erstellt aus den gesammelten Daten eine einzigartige Karte, die Smartphone-Besitzern eine einfache Indoor-Navigation ermöglichen soll.

"Im Prinzip produziert ein nicht-einheitliches magnetisches Feld unterschiedliche magnetische Beobachtungen, die jeweils davon abhängen, auf welchem Weg man sich hindurch bewegt hat", beschreiben die IndoorAtlas-Entwickler. Ihre Entwicklung funktioniere sowohl alleine als auch in Kombination mit anderen aktuellen IPS-Systemen. "Der Kern unserer Technologie besteht aus einer speziellen Lokalisierungssoftware. Hardwareseitig wird lediglich ein Smartphone mit integrierten Sensoren benötigt", betonen die Wissenschaftler.

Suche nach Indoor-Lösungen

Die verbreitetste Form der Positionsbestimmung, GPS, setzt auf Sichtkontakt zu Satelliten. Naturgemäß ist die Verbindung innerhalb von Gebäuden daher beeinträchtigt oder gar nicht möglich. Deswegen arbeiten Forscher schon seit Jahren mit Hochdruck an verschiedenen Indoor-Lösungen. Wissenschaftler der Duke University haben erst kürzlich ein intelligentes Navigationssystem für Innenräume namens "UnLoc" (Unsupervised Indoor Localization) vorgestellt, das sich die Eigenheiten der jeweiligen Umgebung zunutze macht, um Besucher schnell an ihr Ziel zu bringen (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20120629011/ ).

Markus Steiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.indooratlas.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Deep Learning und KI in der Motorenentwicklung – IAV und DFKI eröffnen gemeinsames Forschungslabor
23.01.2018 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder
19.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Optisches Nanoskop ermöglicht Abbildung von Quantenpunkten

Physiker haben eine lichtmikroskopische Technik entwickelt, mit der sich Atome auf der Nanoskala abbilden lassen. Das neue Verfahren ermöglicht insbesondere, Quantenpunkte in einem Halbleiter-Chip bildlich darzustellen. Dies berichten die Wissenschaftler des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel zusammen mit Kollegen der Universität Bochum in «Nature Photonics».

Mikroskope machen Strukturen sichtbar, die dem menschlichen Auge sonst verborgen blieben. Einzelne Moleküle und Atome, die nur Bruchteile eines Nanometers...

Im Focus: Optical Nanoscope Allows Imaging of Quantum Dots

Physicists have developed a technique based on optical microscopy that can be used to create images of atoms on the nanoscale. In particular, the new method allows the imaging of quantum dots in a semiconductor chip. Together with colleagues from the University of Bochum, scientists from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute reported the findings in the journal Nature Photonics.

Microscopes allow us to see structures that are otherwise invisible to the human eye. However, conventional optical microscopes cannot be used to image...

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leichtbau zu Ende gedacht – Herausforderung Recycling

23.01.2018 | Veranstaltungen

Die Flugerprobung des Airbus A320neo

23.01.2018 | Veranstaltungen

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optisches Nanoskop ermöglicht Abbildung von Quantenpunkten

23.01.2018 | Physik Astronomie

Neue Formeln zur Erforschung der Altersstruktur nicht-linearer dynamischer Systeme

23.01.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Dreifachblockade am Glioblastom

23.01.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics