Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Anwenderorientierte Programmierung von Industrierobotern

23.08.2010
Die große Vielfalt der im Bereich der modernen Industrierobotik verwendeten Programmiersprachen, Sensoren und Schnittstellen ist für viele Anwender schwer zu überschauen.

So ist häufig nicht die Investition Grund für einen Verzicht des Robotereinsatzes, sondern die Bedienung und Programmierung. Einheitliche Soft-ware-Tools und eine nutzerorientierte Programmgenerierung werden benötigt, um eine wirtschaftliche Amortisationszeit von Roboteranlagen auch bei großer Variantenvielfalt und geringen Stückzahlen zu erreichen. Das Fraunhofer IPA entwickelt auf zentrale Software-Tools aufbauende, individuelle Lösungen für nahezu jede Anlage.

Gerade im Bereich der angewandten Robotik-Forschung trifft man auf Komponenten der unterschiedlichsten Hersteller. Ständig neue Herausforderungen bietet dabei die Integration der herstellerspezifischen Schnittstellen in das Gesamtkonzept komplexer Anlagen. Um diesen Prozess zu vereinfachen und zu beschleunigen, wird am Fraunhofer IPA ein zentrales Software-Tool entwickelt, welches einheitliche Schnittstellen für Maschinen, Sensoren, Positionsmesssysteme sowie innovative Programmierverfahren schafft. Von dieser Entwicklung profitieren jetzt auch Endanwender, die nach individuellen Software-Lösungen suchen, welche in ihrer Komplexität genau der geforderten Aufgabenstellung entsprechen.

Für jedes Anwendungsszenario muss zunächst die optimale Programmiermethodik gefunden werden. Je nach Bedarf und Komplexität des Szenarios sind Prozessexperten oder Programmierer mit der Betreuung des Roboters betraut. Damit erscheint der Roboter dem Endanwender auf verschiedenen Benutzerschnittstellen, die entweder auf den Prozess, spezifische Aufgaben oder Bewegungsbefehle auf-setzen können. Je nach Anwendung kann damit Komplexität verborgen und die Anwendung vereinfacht werden. Prozessexperten, für die Roboterprogrammierung häufig Neuland darstellt, arbeiten sich in kürzester Zeit in die Task-Level-Programmierung oder das Programmieren durch Vormachen ein, während auch erfahrenere Programmierer von übersichtlichen und zeitsparenden Software-Tools profitieren. Hierdurch wird die Einarbeitungszeit für die Bedienung der Anlage verringert und die Neuprogrammierung der Roboterzelle für neue oder veränderte Aufgaben beschleunigt.

In modernen Roboteranlagen muss eine Vielzahl komplexer Komponenten perfekt zusammenspielen. Hierunter fallen z.B. der Roboter selbst, die Werkzeuge des Roboters sowie anwendungsspezifische Vorrichtungen oder andere Peripheriegeräte. Durch maßgeschneiderte Schnittstellen können verschiedene Komponenten unkompliziert in das Software-Tool des Fraunhofer IPA integriert und flexibel ausgetauscht werden.

Am Ende der Programmierung steht die Kommunikation zur Maschine, welche in der Industrierobotik herstellerspezifisch ist. Die am Fraunhofer IPA entwickelte Software-Komponente zur automatischen Codegenerierung integriert Online-Daten aus dem gewählten Programmierverfahren mit bestehenden Daten, etwa aus einem CAD-Modell des Werkstücks oder bereits vorhandenen G-Code und erzeugt daraus ein ausführbares Programm, welches direkt auf die Robotersteuerung geladen werden kann.

Die am Fraunhofer IPA eingesetzten Komponenten finden in unterschiedlichen Roboterzellen ihre Anwendung. So ist es möglich, Schweißnähte durch direktes Führen des Roboterarms zu definieren und anhand einer übersichtlichen

graphischen Bedienoberfläche nachzubearbeiten. Präzise Fräsarbeiten können durch die Kombination von hochgenauen Positioniereinheiten und Messsystemen nun auch mit einem Roboter durchgeführt werden. Abläufe von Montagearbeiten lassen sich anhand von Task-Level-Programmierverfahren auf abstrakter Ebene intuitiv definieren.

Für nahezu jedes Szenario bietet eine auf zentralen Software-Tools aufbauende, individuelle Lösung zur Anlagenprogrammierung enorme Vorteile. Eine auf Basis von Kundenanforderungen konzipierte Benutzerschnittstelle erlaubt eine schnelle Programmierung der Gesamtanlage bei geringer Einarbeitungszeit des Anlagen-personals. Durch die maßgeschneiderte Integration der einzelnen Anlagenkom-ponenten werden Flexibilität und Verfügbarkeit der Anlage erhöht sowie die Diagnose von Fehlern erleichtert.

Voraussetzungen zur Umsetzung einer maßgeschneiderten Lösung sind eine sorgfältige Analyse durchzuführender Arbeitsaufgaben durch Experten in der Roboterprogrammierung, eine Implementierung entsprechender Schnittstellen durch Softwarespezialisten, die sorgfältige Analyse von Sicherheitsaspekten durch Sicherheitsexperten und ein von Steuerungsfachleuten entwickeltes Repertoire an Methoden zur Verarbeitung der Daten der einzelnen Anlagenteile. Das Fraunhofer IPA verfügt über entsprechende Experten mit Erfahrung auf diesen Gebieten.

Ihre Ansprechpartner für weitere Informationen:

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Dipl.-Inform. Rebecca Hollmann
Telefon +49 711 970-1095
rebecca.hollmann@ipa.fraunhofer.de
Dipl.-Ing. Manuel Drust
Telefon +49 711 970-1286
manuel.drust@ipa.fraunhofer.de

Hubert Grosser | Fraunhofer IPA
Weitere Informationen:
http://www.ipa.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft
27.04.2017 | Kompetenzzentrum - Das virtuelle Fahrzeug Forschungsgesellschaft mbH

nachricht Ergonomie am Arbeitsplatz: Kamera erkennt ungesunde Bewegungen
24.04.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie