Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Anwender im Deutschen Forschungsnetz realisieren 100-Gigabit/s-Verbindungen in die USA

03.03.2014

Das Deutsche Forschungsnetz (DFN) hat erste transatlantische Verbindungen mit einer Kapazität von 100 Gigabit/s zwischen Anwendern in Deutschland und den USA in Betrieb genommen. Gemeinsam mit DANTE als Betreiber des europäischen Forschungsnetz-Backbones GÉANT sowie den amerikanischen Forschungsnetzen ESnet und Internet2 konnten Anwender im DFN eine 100G-Strecke zwischen Frankfurt/Main und New York über mehrere Wochen intensiv testen. Der transatlantische Abschnitt von Amsterdam nach New York ist das Ergebnis der internationalen „Advanced Northatlantic 100G“ (ANA-100G) Kooperation.

Anlässlich der Supercomputing Konferenz SC13 in Denver (USA) hat das Steinbuch Centre for Supercomputing (SCC) des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) bereits im November vergangenen Jahres erste Anwendungen im 100G-Bereich über den Atlantik demonstriert.

Wissenschaftler aus Karlsruhe und den USA nutzten den 100G-Link dabei zum Austausch von Experiment-Daten des Large Hadron Colliders in Genf.

Im Dezember und Januar konnten die Rechenzentren der Technischen Universität Dresden und der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen die transatlantische 100G-Verbindung gemeinsam mit der Indiana University in den USA testen.

Gegenstand der Untersuchungen war die ultrabreitbandige Kopplung von Speichersystemen über das verteilte Dateisystem Lustre. KIT, TU Dresden und RWTH Aachen gehören somit zu den ersten Einrichtungen überhaupt, die 100G-Verbindungen zwischen Europa und den USA exklusiv untersuchen konnten.

Mit der Untersuchung transatlantischer 100G-Verbindungen folgt der DFN-Verein konsequent seiner Strategie einer bedarfsgerechten Einführung von 100G-Technologie für die Wissenschaft. Nach der Implementierung von 100-Gigabit/s-Verbindungen im Kernnetz des deutschen Wissenschaftsnetzes wurden im vergangenen Jahr erste Anwenderanschlüsse für die Hochschulen in Deutschland und die Übergänge zu den europäischen und nordamerikanischen Wissenschaftsnetzen mit 100G-Technologie ausgerüstet.

Parallel zum nationalen Ausbau des Wissenschaftsnetzes wurde jüngst auch das gesamte europäische Forschungsnetz-Backbone GÉANT mit 100G-Technologie ausgestattet. GÉANT verbindet die Wissenschaftsnetze in Europa untereinander und unterhält im Rahmen internationaler Kooperationen derzeit direkte Verbindungen zu 65 weiteren Wissenschaftsnetzen weltweit. Der DFN-Verein gehört zu den Initiatoren von GÉANT und dessen Betreibergesellschaft DANTE.

Vom Ausbau der Kapazitäten in den Wissenschaftsnetzen auf 100-Gigabit/s werden in Zukunft neben den traditionellen Heavy-Usern unter den Hochschulen in Deutschland vor allem auch international kooperierende Großforschungseinrichtungen und Projekte profitieren. So wird das teilweise vom Deutschen Forschungsnetz bereitgestellte Netz für die LHC-Experimente des CERN in Deutschland künftig auf der 100G-Infrastruktur aufsetzen. 

Die Zahl der wissenschaftlichen Rechenzentren in Deutschland, die sich für die oberste Leistungsklasse im DFNInternet-Dienst mit 100 Gigabit/s entscheiden, könnte sich in Zukunft rasch vergrößern. Seit Jahren treibt der DFN-Verein seine Strategie voran, eine möglichst große Zahl von Anwendern direkt an das Kernnetz X-WiN anzuschließen, um kostspielige und in der Regel leistungsschwächere Zugangsleitungen zu vermeiden.

Fast alle größeren Wissenschaftseinrichtungen stellen heute Kernnetzknoten des annähernd 11.000 Kilometer Glasfasern umfassenden X-WiN dar, dessen Streckenführung konsequent an die geografische Topologie der deutschen Wissenschaftsstandorte angepasst wurde.

Weitere Informationen:

http://www.dfn.de

Kai Hoelzner | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Berichte zu: CERN DFN-Verein Dresden Forschungsnetz KIT RWTH Rechenzentren Strategie Supercomputing Topologie X-WiN

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Geheime Datensammler auf dem Smartphone enttarnen
21.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Wafer zu Chip: Röntgenblick für weniger Ausschuss
21.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wasserkühlung für die Erdkruste - Meerwasser dringt deutlich tiefer ein

21.11.2017 | Geowissenschaften

Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern

21.11.2017 | Physik Astronomie

Zentraler Schalter

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie