Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Angriffe auf Smartphones vorab erkennen

24.07.2013
Im Transferprojekt SAiM entwickelt das TZI mit drei Projektpartnern eine prototypische Softwarelösung für Unternehmen, die mobile Endgeräte gegen Schadprogramme absichert und erstmals auch neue, unbekannte Angriffe erkennen kann.

Die mobile Kommunikation über Smartphones oder Tablet-Computer spielt für Unternehmen eine immer größere Rolle. Doch zugleich gilt es, diese mobilen Endgeräte sicher in die IT-Infrastruktur zu integrieren, um Angriffe von außen zu verhindern. Denn gerade Smartphones werden immer öfter zur Zielscheibe für gezielte Attacken von Datenspionen oder Hackern.

Das Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik (TZI) der Universität Bremen entwickelt deshalb jetzt im vom Bundeministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten zweijährigen Transferprojekt „SAiM“ eine prototypische Softwarelösung für Unternehmen, die mobile Endgeräte gegen Schadprogramme absichert und erstmals auch neue, unbekannte Angriffe erkennen kann. Projektpartner sind die Bremer neusta mobile solutions GmbH als Koordinator, die Sirrix AG aus Bochum sowie die Institut für Internet-Sicherheit der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen.

Der Prototyp wird auf Basis des Open Source Betriebssystems Android entwickelt. „Das hat für Unternehmen den Vorteil, dass sie eine Lösung erhalten, die sie komplett inhouse ohne externe Anbieter nutzen können“, erläutert TZI-Mitarbeiter Florian Junge.

Der Prototyp ermöglicht ein Mobile-Device-Management, also die zentralisierte Verwaltung von Mobilgeräten durch die jeweiligen Administratoren. „Ein eigenes IT-Sicherheitsmanagement, das Smartphones absichert und zugleich neuartige Angriffe erkennt: genau danach besteht eine große Nachfrage bei Unternehmen“, erläutert Junge. „Und da im Projekt selbst Unternehmen vertreten sind, können wir den Prototypen unter realistischen Bedingungen testen.“

Zu den zentrale Fragestellungen im Projekt gehört die Art der Datenübertragung. Es geht dabei um die Weitergabe von Systemabfragen und darum, wie sich Ergebnisse zu Angriffen schnell auf dem Smartphone und auf dem zentralen Server im Unternehmen auswerten lassen.

„Und dann geht es auch um die Frage, wie das Zusammenspiel zwischen einzelnem Smartphone und Zentrale sinnvoll möglich ist. Denn aufgrund der geringen Rechenleistung auf dem Mobilgerät, muss das Gehirn in der Zentrale verortet sein - für die Mustererkennung von neuen Angriffen auf Basis von Methoden der Künstlichen Intelligenz“, erklärt Junge.

SAiM erhält eine Förderung aus dem Programm „KMU-innovativ“. In diesem Projekt arbeitet das TZI erneut mit der Bremer neusta mobile solutions GmbH zusammen. „Die Verzahnung ist sehr eng, im Unternehmen arbeiten jetzt frühere Mitarbeiter von uns und TZI-Professor Michael Lawo ist einer der beiden Geschäftsführer“, erläutert TZI-Projektkoordinator Karsten Sohr.

„Was wir gemeinsam als Prototypen in ganz verschiedenen Bereichen entwickeln, vermarktet neusta später als Dienstleistung. Die enge Zusammenarbeit ist ein gutes Beispiel für gelingenden Technologietransfer.“ Beide Partner waren auch schon beim Vorläuferprojekt von SAiM dabei: FIDeS. Sie hatten in diesem ebenfalls vom BMBF geförderten Projekt mit Unternehmen wie die Telekom oder der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen den Prototypen für ein IT-Frühwarnsystem mit Methoden der Künstlichen Intelligenz entwickelt.

„Das war die Basis, um jetzt eine Lösung für Smartphones angehen zu können“, sagt Sohr.

Knut Köstergarten
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
TZI Uni Bremen

Fon: +49(0)421.3800353
Fax: +49(0)421.3800354

Knut Köstergarten | Wortpiraten.de
Weitere Informationen:
http://www.tzi.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Mehrkernprozessoren für Mobilität und Industrie 4.0
07.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Wenn das Handy heimlich zuhört: Abwehr ungewollten Audiotrackings durch akustische Cookies
07.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie