Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Algorithmus für robusteres WLAN entwickelt

27.01.2009
Weniger Störungsanfälligkeit und bessere Reichweite

Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg haben einen Algorithmus entwickelt, der in Kombination mit einem MIMO-System (Multiple-Input-Multiple-Output) mit mehreren Sende- und Empfangsantennen eine stabilere WLAN-Signalübertragung in Aussicht stellt.

"Die zulässige Rauschleistung kann gegenüber der Standard-Übertragung bei gleichbleibender Fehlerrate etwa um einen Faktor 10 erhöht werden", sagt Wolfgang Gerstacker vom Lehrstuhl für Mobilkommunikation im Gespräch mit pressetext. Das macht die Übertragung unanfälliger gegen Störungen beispielsweise durch andere WLAN-Nutzer. Auch der Empfang in größerer Entfernung vom Access Point wird besser.

Bei einer hohen WLAN-Benutzerdichte führen die verschiedenen Signale zu Störungen, sodass Daten nicht immer fehlerfrei übertragen werden. Die MIMO-Technik kann Abhilfe schaffen, denn sie erlaubt eine robustere Signalübertragung durch den Einsatz so genannter Beamforming-Techniken am Sender. Dabei werden die Sendesignale gezielt an den aktuellen Übertragungskanal angepasst. Die deutschen Forscher haben in Zusammenarbeit mit Kollegen der University of British Columbia an einer Optimierung der MIMO-Übertragung gerarbeitet. "Wir haben die hohe Datenstabilität, die MIMO-Übertragungsverfahren mit Beamforming bieten, mit einem relativ aufwandsarmen, gut zu realisierenden Algorithmus erzielt", erklärt Gerstacker.

Ein Vorteil der robusteren WLAN-Übertragung ist, dass Signale auch in größerer Entfernung vom Sender oder auch durch mehrere Wände eher korrekt empfangen werden können. "Ebenso können mehr Störsignale durch andere WLAN-Nutzer zugelassen werden", betont Gerstacker. Bislang haben die Wissenschaftler vor allem theoretisch und in Simulationen an ihrem neuen Algorithmus gearbeitet. Da er nicht besonders komplex ist, wäre er aber nach Ansicht von Gerstacker leicht mit einem Industriepartner praktisch umzusetzen. "Der Algorithmus sollte als einfaches Software-Upgrade für MIMO-Hardware geeignet sein", betont der Wissenschaftler. Eine zügige Umsetzung wäre möglich.

Noch sind MIMO-WLAN-Systeme allerdings selten. "MIMO wird sich durchsetzen", ist Gerstacker aber überzeugt. Dazu hat er guten Grund, immerhin ist MIMO ein vorgesehener Bestandteil des neuen WLAN-Standards 802.11n, der vom Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) im Laufe des Jahres finalisiert werden dürfte. Das Interesse an MIMO ist nicht zuletzt deshalb groß, weil diese Übertragungs-Technologie auch deutlich höhere Datenraten verspricht. Im Frühjahr 2008 haben beispielsweise Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich gezeigt, wie MIMO gängiges WLAN viermal schneller macht (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080313024).

Thomas Pichler | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.uni-erlangen.de
http://www.ieee.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Europäisches Konsortium baut effizientestes Rechenzentrum der Welt
22.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

nachricht Geheime Datensammler auf dem Smartphone enttarnen
21.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften