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Apple und Nike haben sie bereits populär gemacht. Die Rede ist von Smart Textiles, intelligenter Kleidung. In diesem Fall ein Schuh, der beim Joggen via Sensor mit dem iPod kommuniziert.
Auch die Forscher des Technologie-Zentrums Informatik und Informationstechnik (TZI) der Universität Bremen entwickeln in Projekten mit Anwendungspartnern aus der Industrie Smart Textiles für hoch komplexe Anforderungen. So im Projekt „Horst“ eine intelligente Schutzhose für die Arbeit mit Kettensägen. Kommt letztere dem menschlichen Körper zu nah, soll sich der Motor automatisch abschalten.
Oder im Projekt „Glovenet“, wo die Forscher einen Gesten- und Datenhandschuh für den Notfalleinsatz, etwa bei der Feuerwehr, konzipieren und als Prototypen realisieren. Mit diesem sollen die Einsatzkräfte im Brandfall ohne Sichtkontakt via Gesten wichtige Informationen an die Einsatzleitung weitergeben. Zudem hilft ein integrierter Temperatursensor bei der Abschätzung von Gefahren. „Wir greifen dabei auf die Gesten aus der Feuerwehr-Dienstvorschrift zurück und versuchen diese dank ausgefeilter Sensorik übertragbar zu machen“, erläutert Projektleiter Christof Breckenfelder. „Der Temperatursensor kann den Einsatzkräften vor Ort wichtige Entscheidungshilfen geben. Etwa: Schlage ich die Tür jetzt ein oder wird es dann zu heiß für den Schutzanzug?“
Und im dritten Projekt „Chronious“ wird ein intelligentes T-Shirt entwickelt, das chronisch Kranken ein sicheres Leben zuhause ermöglichen soll und kontinuierlich die Körperfunktionen und Aktivitäten der Menschen überwacht. „Nimmt der Patient nicht rechtzeitig seine Medikamente ein oder nicht genug Flüssigkeit zu sich, erhält er eine Warnung – etwa über eine drahtlose Verbindung zu einem digitalen Fernseher. Und dieser tragbare IT-Assistent alarmiert bei Unregelmäßigkeiten sofort den Arzt über Internet oder Handy“, schildert Professor Michael Lawo, der das Leitthema Mobile Lösungen am TZI koordiniert. Alle drei Anwendungen haben gemeinsam, dass sie absolut zuverlässig sein müssen, um später in der Praxis tatsächlich zum Einsatz zu kommen. Dabei ist die Hardware dank fortschreitender Miniaturisierung kein Problem mehr. Eher die Stromversorgung von intelligenter Kleidung, denn so ein Live-Shirt sollen die Patienten oder auch Feuerwehrleute ja nicht mehr und anders spüren als ein normales Unterhemd.
Eine Herausforderung stellt auch die Sensortechnik bei der intelligenten Schutzhose dar. Wie nah darf die Kettensäge der Hose kommen, damit ein Abbremsen noch möglich ist? Wie lassen sich die Armbewegungen genau lokalisieren? „Klar ist: Die Technik darf die Arbeit etwa der Forstleute nicht beeinträchtigen. Diese sollen ja von der intelligenten Schutzhose profitieren durch mehr Sicherheit bei einer dank weniger Schnittschutzlagen leichteren Hose“, erklärt Breckenfelder. Zwei Jahre haben die Forscher Zeit, bei „Glovenet“ ein halbes Jahr mehr. Dort ist als Anwendungspartner die Feuerwehr Reutlingen mit im Boot. „Feuerwehren sind über Gestenerkennung und Temperatursensor hinaus vor allem an einem Thema interessiert: Wie finde ich Einsatzkräfte, wenn sie sich nicht mehr melden“, sagt Breckenfelder. Doch die Ortung über Sensoren in einem Gebäude ist noch immer nicht exakt, sondern nur über Annäherungen möglich. „Wir sind da auf einem guten Weg, wollen den Partnern aber vorab nicht zu große Hoffnungen machen“, erklärt Breckenfelder.
Bereits im 2009 beendeten EU-Forschungsprojekt wearIT@work mit 42 Partnern aus Hochschulen und Unternehmen, darunter Global Player wie SAP, Microsoft, Skoda, EADS, Hewlett Packard oder Zeiss, entwickelten Mitarbeiter des TZI in Kooperation mit der Pariser Feuerwehr einen in den Stiefel integrierten Sensor für die Lokalisierung und einen Schutzhelmmonitor für die Datenübermittlung . „Die Themen persönliche Schutzausrüstung und Gesundheit stehen im Fokus unserer Forschungsarbeit bei Smart Textiles“, berichtet Michael Lawo.
Knut Köstergarten | Quelle: www.wortpiraten.de
Weitere Informationen: www.tzi.de
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