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HANNOVER MESSE zeigt intelligente Lösungen zum Schutz gegen Produktpiraterie

18.03.2010
Volkswirtschaftlicher Schaden durch Produkt- und Markenpiraterie beträgt allein in Deutschland rund 30 Milliarden Euro jährlich – und bedeutet die Vernichtung von geschätzt 70 000 Arbeitsplätzen

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Produktpiraterie macht vor keiner Branche Halt. Sie hat erschreckende Ausmaße angenommen. Inzwischen sind viele Branchen von Plagiaten und Fälschungen betroffen. Die Verletzung geistiger Eigentumsrechte bringt zunehmend kleine und mittlere Unternehmen in schwierige Situationen – vor allem, wenn deren Geschäft von einem einzigen Produkt abhängig ist.


Der wirtschaftliche Schaden, der allein den deutschen Maschinen- und Anlagenbauern im Jahre 2007 durch Produktpiraterie entstanden ist, beträgt laut einer Studie des Branchenverbandes Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) etwa sieben Milliarden Euro.

Zwei Drittel der befragten Unternehmen gaben an, von dem Thema betroffen zu sein. In 60 Prozent der Fälle seien sogar komplette Maschinen nachgebaut worden. Wenn ein Produkt zudem fehlerhaft ist und dadurch Schaden anrichtet oder eine Maschine nicht funktioniert, kann auch ein Produkthaftungs-Prozess auf den Hersteller zukommen. So lange er nicht beweisen kann, dass es sich ohne sein Verschulden um ein Plagiat handelt.

Plagiate und Kopien verursachen weltweit 184 Milliarden Euro Schaden

Weltweit wird der durch Produktpiraterie entstandene wirtschaftliche Schaden in einer aktuellen OECD-Studie (November 2009) auf rund 184 Milliarden Euro taxiert. Juristische Regelungen wie Patente und Copyrights genügen nicht. Jede Firma ist zunächst selbst dafür zuständig, ihre Produkte, Entwicklungen und Ideen zu schützen.

Produktschutz im Zentrum von Identification, Vision & Protection

Der Ausstellungsschwerpunkt Identification, Vision & Protection präsentiert auf der HANNOVER MESSE 2010 zum Produktschutz umfassende Lösungen. Der Schwerpunkt positioniert sich im direkten Umfeld zu Produktionslogistik, Robotik, Maschinen- und Anlagenbau und Automatisierung. So entstehen Synergien. Durch die Einbindung in die Leitmesse Industrial Automation profitiert der Schwerpunkt zudem von Besuchern aus diesem Zweig der Industrie.

Im Fokus steht dabei der Gemeinschaftsstand Produktschutz (Halle 17, Stand C 14 bis D17). Hier zeigen Hersteller Lösungen, die sich bereits auf dem Markt bewährt haben. Darüber hinaus stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung Ergebnisse der Forschungsoffensive „Innovationen gegen Produktpiraterie“ vor. Sie ist in Zusammenarbeit mit 70 Partnern entstanden und besteht aus zehn Teilprojekten. Insbesondere die Vorbeugung gegen Produktpiraterie im Maschinen- und Anlagenbau treibt die Initiative voran.

„Nur bei Herstellern, die sich absichern, bleibt jeder Euro, den sie durch ihre Produkte erwirtschaften, auch in der Firma“

„Produktschutz ist ein internationales Problem und deshalb besonders gut auf der HANNOVER MESSE platziert“, sagt Rainer Glatz, Geschäftsführer der Fachverbände Software und Elektrische Automation sowie der neuen Arbeitsgemeinschaft Produkt- und Know-how-Schutz im VDMA. „Die Nachfrage nach technologischen Lösungen gegen Produktpiraterie steigt. So sind Unternehmen aus dem Automationsbereich sehr daran interessiert, einerseits ihre eigenen Produkte zu sichern, anderseits auch selber spezifische Lösungen für ihre Kunden anzubieten. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten müssen sich Unternehmen jeden Umsatz-Euro sichern.“ Damit gewinne der Schutz der Produkte eine noch stärkere wirtschaftliche Bedeutung. Hätten sich die Hersteller jedoch abgesichert, bliebe jeder Euro, den sie durch ihre Produkte erwirtschaften, auch in der Firma.

Weltneuheit mit Schutzschild gegen Produktpiraten

Wie umfassender Schutz aussehen kann, zeigt ein weltweit erster Werkzeugmaschinen-Prototyp, den das Forschungsprojekt ProOriginal ausstellt. In diesem Versuchsobjekt werden die Komponenten nicht nur durch Einzelmaßnahmen geschützt, sondern zusätzlich auf Echtheit geprüft. Das geschieht, indem auf die Maschinensteuerung zurückgegriffen wird. Der neuartige Ansatz des Demonstrations-Objektes ist, die aktuelle Maschinenkonfiguration zu ermitteln und mit dem Originalzustand zu vergleichen. Abweichungen werden automatisch protokolliert und visualisiert. Das Exponat vereint verschiedene Schutztechniken und schafft einen Schutzschild gegen Produktpiraten für die Gesamtmaschine.

Joint Venture bietet IT-Dienst zur ganzheitlichen Überprüfung

Einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt auch der Zusammenschluss der Unternehmen SAP, Nokia und Giesecke & Devrient zu dem Gemeinschaftsunternehmen Original1 GmbH. Es präsentiert sein Projekt in der Halle 17, Stand D15/2. „Das Thema Produktschutz ist für unser Unternehmen von größter Wichtigkeit“, sagt Susanne Schmitt, Leiterin des Marketings der Original1 GmbH, Frankfurt. „Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag schätzt den volkswirtschaftlichen Schaden durch Produkt- und Markenpiraterie allein in Deutschland auf 30 Milliarden Euro jährlich. Dazu kommen die Gefährdung oder Vernichtung von geschätzt 70 000 Arbeitsplätzen in Deutschland in den vergangenen Jahren.“ Der IT-Dienst von Original1 biete eine einfache mobile Lösung, die in Echtzeit eine Produkt-Überprüfung zu jeder Zeit und an jedem Ort erlaube.

Zentrale Datenbank speichert Informationen und erleichtert Produktverfolgung

Der Hersteller stattet seine Produkte mit Bar-Codes oder elektronischen Etiketten aus und versieht diese sowohl mit einer eindeutigen Identifizierungsnummer jedes Produktes als auch mit zusätzlichen Produktinformationen. Diese Informationen werden in der zentralen Datenbank von Original1 verschlüsselt vorgehalten. Ab diesem Punkt ist das Produkt registriert und kann jederzeit nachverfolgt werden. Einsetzbar ist dieser Dienst laut Anbieter in vielen Branchen wie in der Elektronik, Automobil-Branche, im Maschinenbau sowie in der Pharma- und Chemie-Industrie.

Chemisches Markierungs-System unverwüstlich

„Auf der HANNOVER MESSE 2010 werden Technologien zu sehen sein, die die Industrie enorm sucht“, sagt Roland Tessari, Vertriebsleiter der Polysecure GmbH aus Freiburg, die in Halle 17 auf dem Stand D25 ausstellt. So werde sein Unternehmen Lösungen präsentieren, die aus der Praxis heraus entwickelt worden seien und somit universell in den meisten Bereichen eingesetzt werden könnten. Polysecure bietet ein eigenes chemisches Markierungs-System an, das medizinische und andere Produkte gegenüber Kopien und für die Qualitätssicherung identifizieren kann. Einzigartig ist die Möglichkeit, einen vom Anwender vorgegebenen Zahlencode in chemischer Form verschlüsseln und diesen mit geringem Aufwand wieder auslesen zu können. Das System ist physikalisch sehr stabil. „Wir können sogar Daten aus Schmelzen auslesen“, sagt Tessari.

Infotag „Prävention gegen Produktpiraterie“ mit Beispielen aus der Praxis

Das Thema wird vom Infotag „Produktschutz – Prävention gegen Produktpiraterie“ am 20. April abgerundet. Zwei Projekte stellen ihre Arbeit im Detail vor, ebenso wie zwei Anbieter, die aus der Praxis berichten. Anwender und Hersteller haben die Chance, Informationen einzuholen und sie mit ihren Anforderungen im Produktionsprozess abzugleichen.

Über die HANNOVER MESSE

Das weltweit bedeutendste Technologieereignis wird vom 19. bis 23. April 2010 in Hannover ausgerichtet. Die HANNOVER MESSE 2010 vereint neun Leitmessen an einem Ort: Industrial Automation, Energy, Power Plant Technology, MobiliTec, Digital Factory, Industrial Supply, CoilTechnica, MicroNanoTec sowie Research & Technology. Die zentralen Themen der HANNOVER MESSE 2010 sind Industrieautomation, Energie­technologien, industrielle Zulieferung und Dienstleistungen sowie Zukunftstechnologien. Italien ist das Partnerland der HANNOVER MESSE 2010.

Ansprechpartner für die Redaktion:
Harald Schultz
Tel.: +49 511 89-31012
E-Mail: harald.schultz@messe.de

Harald Schultz | Quelle: Deutsche Messe
Weitere Informationen: www.hannovermesse.de

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