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Die HANNOVER MESSE 2010 hat den Konjunkturaufschwung verstärkt – davon wird in den nächsten Monaten auch die Industrie profitieren. Die Aussteller blicken optimistisch in die Zukunft.
„Weil die Stimmung auf der HANNOVER MESSE ein Konjunkturbarometer ist, können wir jetzt sagen: Es geht wieder bergauf“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Messe AG, Dr. Wolfram von Fritsch, zum Abschluss der HANNOVER MESSE am Freitag in Hannover. „Zwar hat uns das internationale Flugchaos in den ersten Tagen getroffen, aber die Messe legte einen eindrucksvollen Schlussspurt hin.“
Von Fritsch sagte: „Aussteller berichten von sehr konkreten Projekten, Investitionsvorhaben und Abschlüssen, die in den nächsten Wochen und Monaten zu einer weiter steigenden Auslastung der Industrie beitragen werden. Im vergangenen Jahr suchten die Besucher Orientierung, in diesem Jahr machten sie Geschäft. Die HANNOVER MESSE konnte in dieser Phase ihre Stärken ausspielen und für eine zusätzliche Dynamik sorgen. Einige Aussteller haben sogar das Niveau des Boomjahres 2008 erreicht.“
Die massiven Behinderungen im internationalen Luftverkehr zeigten Folgen bei Ausstellern und Besuchern. Die Deutsche Messe reagierte mit einem umfangreichen Maßnahmenbündel auf die Situation. Mehrere hundert Aussteller wurden aus ganz Europa mit Bussen nach Hannover geholt. Aus der Türkei nahmen beispielsweise 150 Personen eine mehr als 50-stündige Busfahrt auf sich, um in Hannover ausstellen zu können. Aus Neuseeland war eine Ausstellerin 134 Stunden nach Hannover unterwegs. „Viele hundert Unternehmer haben uns eindrucksvoll gezeigt, welche Kraft und welche Bedeutung die HANNOVER MESSE für sie hat“, sagte von Fritsch. Auf Grund der Flugverbote war es allerdings für rund 300 Aussteller unmöglich, ihre Stände noch rechtzeitig zu besetzen. Vor allem Aussteller aus Asien und Amerika konnten nicht nach Hannover reisen.
Das weltweite Flugchaos über Europa wirkte sich auch auf die Besucherzahlen aus. „Die Sperrung des Luftverkehrs und ein tagelanges Hin und Her haben wir am Montag, Dienstag und Mittwoch massiv zu spüren bekommen. Dies konnte bis zum Ende der Messe nicht mehr ausgeglichen werden“, stellte von Fritsch fest. Die Zahl der Besucher aus dem Ausland ist deshalb um etwa die Hälfte gesunken. Insgesamt ging die Zahl der Besucher um rund 20 Prozent auf 150 000 zurück. Deutlich spürbar waren die Rückgänge bei den Besuchern aus Übersee, hier insbesondere aus Asien und Nordamerika.
Von den ausländischen Besuchern kamen die meisten angesichts der Luftraumsperrung erwartungsgemäß aus den Nachbarländern Deutschlands. Aus den Niederlanden kamen sogar deutlich mehr Besucher als 2008. Danach folgten Dänemark, Österreich, Frankreich, die Schweiz und Polen.
„Der Erfolg der HANNOVER MESSE lässt sich in diesem Jahr nicht an der Besucherzahl messen. Diese Veranstaltung wird als Vulkan-Messe in unsere Unternehmensgeschichte eingehen“, sagte von Fritsch.
Auch der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Hans-Peter Keitel, zog eine positive Bilanz: „Die Asche-Wolke hat den internationalen Flugverkehr lahmgelegt – aber nicht die HANNOVER MESSE. Ganz im Gegenteil. Die Aussteller und in besonderer Weise auch die Deutsche Messe haben alles daran gesetzt, diese HANNOVER MESSE zu einem Erfolg zu führen. Das ist gerade in der aktuellen Phase des aufkeimenden Aufschwungs von besonderer Bedeutung. Die Unternehmen und Branchen, die in Hannover vertreten waren, haben allen widrigen Umständen zum Trotz Kraft für eine nachhaltige Erholung der Konjunktur geschöpft.“
Die starken Säulen der HANNOVER MESSE 2010 waren Industrieautomation, Energietechnologien sowie industrielle Zulieferung und Dienstleistungen. Insgesamt wurden weit mehr als 4 000 Innovationen auf dem Gelände präsentiert. In der Forschungshalle 2 fanden sich marktfähige Forschungsergebnisse für die industrielle Anwendung.
Zur HANNOVER MESSE, die in diesem Jahr unter dem Motto „Effizienter – Innovativer – Nachhaltiger“ stand, hatten sich mehr als 4 800 Aussteller aus 64 Ländern angemeldet – das Niveau des Boomjahres 2008.
Die Energiemessen der HANNOVER MESSE belegten rund ein Viertel der Ausstellungsfläche. Mehr als 1 100 Unternehmen präsentierten mit konventionellen wie erneuerbaren Energieträgern den Energiemix der Zukunft und zeigten die gesamte energiewirtschaftliche Wertschöpfungskette von der Erzeugung, Lieferung, Übertragung, Verteilung bis hin zu Transformation und Speicherung.
Als Publikumsmagnet entpuppte sich die neue Leitmesse MobiliTec in Halle 27. Dort befanden sich auch der Gemeinschaftsstand Wasserstoff und Brennstoffzellen sowie der Ausstellungsschwerpunkt Renewables. Mit der MobiliTec besetzte die Deutsche Messe das Thema Elektromobilität. Ein Zukunftsthema, an dem rund ein Drittel aller Messebesucher Interesse zeigte. Sie informierten sich über hybride und elektrische Antriebstechnologien, mobile Energiespeicher und alternative Mobilitätstechnologien. Rund 100 Aussteller präsentierten auf einer Gesamtfläche von mehr als 4 000 Quadratmetern Technologien und Lösungsansätze für die Mobilität von morgen. „Die neue Leitmesse MobiliTec war ein durchschlagender Erfolg“, sagte von Fritsch. „Unser Konzept, das Zusammenwirken aller beteiligten Branchen und Technologien aufzuzeigen, ist aufgegangen. Wir präsentieren die Elektromobilität mit allen Aspekten – von den Komponenten, Antriebs- und Speichertechnologien, Batterien bis hin zu ganzheitlichen Systemen und ihren Anwendungen inklusive der Infrastruktur und der Netzintegration.“
Mit der CoilTechnica feierte 2010 eine weitere Messe Premiere. In Halle 6 präsentierten rund 70 Aussteller Technologien für die Fertigung von Transformatoren, Generatoren, Spulen und Elektromotoren. Bereits während der HANNOVER MESSE hat sich die Branche auf eine CoilTechnica im Jahre 2011 verständigt. „Die Bedeutung der industriellen Zulieferung innerhalb der HANNOVER MESSE hat damit weiter zugenommen. Mit der CoilTechnica haben wir eine Branche gewonnen, die hervorragend in das Portfolio der HANNOVER MESSE passt. Die Aussteller waren mit dem Messeverlauf sehr zufrieden und werden im nächsten Jahr erneut in Hannover ausstellen“, berichtete von Fritsch.
Hohe Aufmerksamkeit besaßen erneut die Themen der Industrial Automation. Von besonderem Interesse waren die Efficiency Days, die vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), dem Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) sowie der Deutschen Messe organisiert wurden. An fünf Messetagen präsentierten Unternehmen mit Vorträgen, Diskussionen und Vorführungen ihr Know-how in Sachen Energieeffizienz in industriellen Prozessen.
Von Fritsch bedankte sich für einen herausragenden Auftritt des diesjährigen Partnerlandes. „Italien hat alle Chancen genutzt, um sich als exportstarke Industrienation mit großer Innovationskraft zu präsentieren. Die italienischen Aussteller waren ebenso flexibel wie ihr Wirtschaftsminister Claudio Scajola, der mit dem Auto aus Italien zur Eröffnung anreiste. Das ist ein beeindruckendes Zeichen für die enge Partnerschaft zu Italien.“
Die Nachwuchsinitiative TectoYou war auch in diesem Jahr ein Erfolg. Mehrere tausend Jugendliche aus dem ganzen Bundesgebiet kamen nach Hannover und waren begeistert von den Technologien und Innovationen der Aussteller.
In mehr als 1 000 Kongressen, Foren und Workshops konnten sich die Besucher über aktuelle Themen und Trends der HANNOVER MESSE informieren.
Am Messefreitag richtet die Deutsche Messe bereits zum siebenten Mal den Fachkongress WoMenPower aus. Dort stehen Karrierefragen, Erfolgsstrategien im Beruf sowie Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Mittelpunkt. Die Deutsche Messe erwartet mehr als 800 Teilnehmer.
Die HANNOVER MESSE 2011 wird vom 4. bis 8. April mit 13 Leitmessen das Messegelände komplett belegen. Zusätzlich zu den neun Leitmessen dieses Jahres – Industrial Automation, Energy, Power Plant Technology, MobiliTec, Digital Factory, Industrial Supply, CoilTechnica, MicroNanoTec sowie Research & Technology – werden erneut die Motion, Drive & Automation, die Wind, die SurfaceTechnology und die ComVac im Programm sein.
Die HANNOVER MESSE 2011 wird die industrielle Wertschöpfungskette von der industriellen Automation über die Antriebs- und Fluidtechnik, Drucklufttechnik, Oberflächentechnik, Mikro- und Nanotechnologien, Energietechnologien, Kraftwerksbau, Elektromobilität bis hin zur Zulieferung und zu Software-Anwendungen für die Industrie zeigen.
Ansprechpartner für die Redaktion:
Hartwig von Saß
Tel.: +49 511/ 89-31 010
E-Mail: hartwig.vonSass@messe.de
Hartwig von Saß | Quelle: Deutsche Messe AG
Weitere Informationen: www.hannovermesse.de
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