Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

So leicht wie Kunststoff, so stabil wie Metall

05.04.2013
Spitzentechnologiecluster eniPROD der TU Chemnitz präsentiert vom 8. bis 12. April 2013 auf der Hannover Messe ein Verfahren zum Beschichten von Kunststoffen

Strukturleichtbau in Kombination mit hybriden Materialverbunden aus Kunststoffen und Metallen sind die Grundvoraussetzungen für Energieeinspaarungen in Industrie und Technik.

Ein Verfahren, mit dem die Herstellung energieeffizienter Bauteile möglich wird, ist das thermische Spritzen. Eine Weiterentwicklung des sogenannten Drahtlichtbogenspritzes präsentieren Wissenschaftler des Spitzentechnologieclusters eniPROD der Technischen Universität Chemnitz auf der Hannover Messe. Vom 8. bis 12. April 2013 stellen sie ihre Arbeit vor auf dem Gemeinschaftsstand "Forschung für die Zukunft", Halle 2, Stand A38.

"Die Basis unserer Forschungsarbeiten bildet das genormte Drahtlichtbogenspritzen nach DIN EN 657. Dieses Verfahren haben wir mit einer speziellen Pulsmodulation für die zum Zerstäuben aufgeschmolzenen Zusatzwerkstoffe ausgestattet. Es trägt den Namen `PulsedPlasmaArc´", fasst eniPROD-Mitarbeiter Gerd Paczkowski zusammen. Allgemein versteht man unter thermischem Spritzen Verfahren, die Materialien in Pulver- oder Drahtform unter dem Einfluss von hochkinetischen Gasströmungen verarbeiten können. Der wesentliche Unterschied der einzelnen Technologien besteht in der Bereitstellung der für den Beschichtungsprozess benötigten Energie - entweder in Plasma- oder in Flammenform. Allen Verfahren gemein ist das Prinzip der Erzeugung schneller, heißer oder kalter Gase, die infolge einer Impulsübertragung den aufgebrachten Werkstoff beschleunigen und durch Wärmeübertragung die Materialfraktionen ganz oder teilweise aufschmelzen. Die Innovation der Chemnitzer Verfahrensvariante des Drahtlichtbogenspritzens liegt in einer sinusähnlichen Beaufschlagung der Gasphase. Mit Geschwindigkeiten von mehr als 450 Metern pro Sekunde zerstäubt das Gas den aufgeschmolzenen Werkstoff schlagartig. "Das Besondere dabei ist, dass wir so eine Reduzierung der störenden Nachlaufgebiete, also der Wirbelgebiete, hinter den Drähten erreichen", sagt Paczkowski und ergänzt: "Die so erzeugten Schichten setzen einen neuen Qualitätsmaßstab. Sie zeichnen sich aus durch ihre hohe Dichte, niedrige Oxidation und materialschonende Verarbeitung des Beschichtungswerkstoffes. Außerdem wird teures und energieintensives Zerstäubergas eingespart."

Auf der Hannover Messe haben die Wissenschaftler einen Demonstrator im Gepäck: eine hybride Kugelgewindespindel. Sie besteht im Kern aus kohlefaserverstärktem Kunststoff, auf den mehrere Lagen Metall aufgespritzt sind. "Dieses Konzept ist auf dem Gebiet der Wälzschraubtriebe einzigartig. Es kombiniert die Vorteile hochsteifer Strukturen aus kohlefaserverstärktem Kunststoff mit den Eigenschaften tribologisch beständiger thermischer Spritzschichten im Zentimetermaßstab", fasst Paczkowski zusammen. Das Ziel des Messebesuchs bestehe in der Etablierung dieser Technologie in neuen Märkten und Anwendungsfeldern mit dem Fokus auf energieeffizienter und ressourcenschonender Produktion.

Im Spitzentechnologiecluster "Energieeffiziente Produkt- und Prozessinnovationen in der Produktionstechnik" eniPROD forschen Wissenschaftler der TU Chemnitz und des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU an ganzheitlichen Lösungsansätzen für eine 30-prozentige Reduzierung des Energieverbrauches in der Produktion. Die Forschungsaufgaben reichen von der ressourcenschonenden Produktentwicklung über innovative Produktionssysteme, die Verkürzung von Prozessketten und neue Werkstoffe bis hin zur energiesparenden Logistik und Fabrikplanung.

Weitere Informationen erteilt Gerd Paczkowski, Telefon 0371 531-37887, E-Mail gerd.paczkowski@mb.tu-chemnitz.de

Katharina Thehos | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Key Enabling Technologies auf der HANNOVER MESSE 2017
08.03.2017 | IVAM Fachverband für Mikrotechnik

nachricht Digitale Nachrüstung für bestehende Maschinen und Anlagen
01.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie