Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sensoren messen Zusammensetzung von Flüssigkeiten mit Wärme

13.04.2012
In vielen Bereichen ist es nötig, die genaue Zusammensetzung von Flüssigkeiten zu kennen.

Ein Sensor, den Wissenschaftler der Universität des Saarlandes nun entwickelt haben, kann die Zusammensetzung von Flüssigkeitsgemischen aus zwei Komponenten messen. Eine mögliche Anwendung könnte im Automobilbau liegen.

Die Wissenschaftler präsentieren die Methode vom 23. bis zum 27. April am saarländischen Forschungsstand auf der Hannover Messe (Halle 2, Stand C44).

In der Messtechnik ist es nach wie vor ein großes Problem, das genaue Verhältnis zweier gemischter Flüssigkeiten in den verschiedensten Anwendungsbereichen zu ermitteln. „Die Bandbreite der möglichen Anwendungen variiert dabei von dem Verhältnis Methanol zu Wasser in Brennstoffzellen über die Anwendung in der Abgasnachbehandlung bis hin zur Erfassung von Verunreinigungen in Lebensmitteln“, erklärt Bastian Schmitt, Doktorand am Lehrstuhl für Messtechnik von Professor Andreas Schütze. Er hat den Sensor maßgeblich entwickelt.

„Der Sensor misst, wie sich Wärme in der zu untersuchenden Flüssigkeit ausbreitet. So kann man Rückschlüsse über das Mischungsverhältnis der beiden Flüssigkeiten gewinnen, denn die Wärme breitet sich je nach Verhältnis unterschiedlich schnell aus“, so der junge Wissenschaftler.

„Aufgrund des einfachen Aufbaus des Sensors eignet er sich hervorragend für Low-Cost-Anwendungen“, erklärt Professor Andreas Schütze. „Grundsätzlich besteht er nur aus einer dünnen Folie, einem Heizer auf der Folie und einer simplen Messelektronik. Daher ist er gerade für Zweikomponentengemische wie die Harnstoff-Wasser-Lösung für den DNOx-Katalysator sehr gut geeignet“, so der Professor für Messtechnik weiter. In modernen Diesel-PKW, vor allem aber bei LKW, kommt zur Abgasnachbehandlung ein so genannter DNOx-Katalysator zum Einsatz. Dieser wandelt den Großteil gefährlicher Stickoxide in den Abgasen in die ungefährlichen Bestandteile Stickstoff und Wasser um.

Damit dieser chemische Prozess gelingt, ist eine Lösung aus Wasser und Harnstoff nötig, deren Mischungsverhältnis bei 32,5 Prozent Harnstoff und 67,5 Prozent Wasser liegt. Diese Konzentration könnte ein Sensor, wie ihn die Saarbrücker Ingenieure entwickelt haben, im Fahrzeug überwachen.

Da die Entwicklung noch ganz am Anfang steht, ist die Messgenauigkeit für industrielle Anwendungen noch nicht ausreichend. „Aber mit einer Auflösung von fünf Prozent bereits in der ersten Versuchen sind wir auf einem guten Weg“, sagt Schütze.

Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Schwerpunktes Mikrosystemtechnik als Teil der Ausschreibung „Mikro-Nano-Integration als Schlüsseltechnologie für die nächste Generation von Sensoren und Aktoren (MNI)“.

Fragen beantworten:
Prof. Dr. Andreas Schütze
Tel.: (0681) 3024663
E-Mail: schuetze@lmt.uni-saarland.de

Dipl.-Ing. Bastian Schmitt
Tel.: (0681) 3025017
E-Mail: b.schmitt@lmt.uni-saarland.de

Hinweis für Hörfunk-Journalisten:
Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern und
Studenten der Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-ISDN-Codec.
Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-3610) richten.

Thorsten Mohr | idw
Weitere Informationen:
http://www.lmt.uni-saarland.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Prüfvorgänge servicefreundlich gestalten
20.04.2016 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

nachricht Modulare Steckverbinder in Snap-in-Rahmen
20.04.2016 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops