Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schmeckt Vanille-Eis immer gleich? Messgerät für Gerüche erkennt Aromastoffe und verdorbene Waren

30.03.2011
Wer bei Vanille-Eis nach einem Markenprodukt greift, erwartet eine bestimmte Geschmacksnote. Dabei spielen duftende Aromastoffe eine wichtige Rolle. Ihre Qualität muss immer gleich bleiben, damit sich auch der Gaumengenuss nicht verändert.

Mit einem Messverfahren, das objektiv Gerüche bestimmt, können die Lebensmittelhersteller jetzt Aromen genau bewerten. Die Geruchstests helfen Firmen auch dabei, die Verarbeitung ihrer Produkte zu verbessern und verdorbene Waren frühzeitig zu erkennen. Außerdem können sie damit noch besser den Duft etwa von Kosmetikartikeln in immer gleicher Qualität produzieren. Forscher der Saar-Uni haben das grundlegende Messverfahren dafür entwickelt.

Die 3S GmbH in Saarbrücken hat die Technologie zur Marktreife gebracht und noch weiter verbessert. Sie stellt das Verfahren vom 4. bis 8. April auf dem saarländischen Forschungsstand der Hannover Messe (Halle 2, Stand C 44) vor.

Kunden lassen sich leichter von einem Produkt überzeugen, wenn es gut riecht. Dies gilt nicht nur für Kosmetikartikel wie Taschentücher oder Shampoos, sondern auch für Textilien und Lebensmittel. Bisher musste die menschliche Nase dafür herhalten, um festzustellen, welche Ware besonders ansprechend duftet. „Diese Geruchstests sind jedoch aufwändig und teuer, da das menschliche Riechorgan schnell ermüdet. Außerdem belasten sie die menschlichen Tester, wenn es um unangenehme Gerüche geht, zum Beispiel bei verdorbenem Fisch oder ranzigem Öl“, sagt Andreas Schütze, Professor für Messtechnik der Universität des Saarlandes. Die menschliche Nase sei zudem oft ungenau. So würden etwa in Großbäckereien die angelieferten Hefepackungen nur kurz beschnuppert, was aber wenig darüber aussage, ob die Qualität noch stimme.

Die Saarbrücker Forscher haben daher ein Messverfahren entwickelt, mit dem man Gerüche objektiv bewerten kann. Die Geruchsproben kommen dafür in eine Testkammer. Ihre Ausdünstungen werden abgesaugt und an empfindlichen Gassensoren vorbeigeführt. Die erfassten Daten werden dann mit Geruchsmustern verglichen, die in Versuchsreihen von menschlichen Testpersonen bewertet wurden. Dabei riechen die Tester an einem Produkt und bewerten auf einer Skala von eins bis fünf, wie stark ihre subjektive Geruchs-Schmerzgrenze überschritten wird. Sie verwenden dafür auch qualitativ unterschiedliche Kriterien, zum Beispiel, ob etwas süßlich oder stechend riecht. „Wir vergleichen diese Ergebnisse von Testpersonen mit den Mustern der Sensor-Messungen und können so bestimmen, ob ein Produkt für den Menschen angenehm duftet oder eben besonders unangenehm stinkt“, erläutert Thorsten Conrad von der 3S GmbH, einer Ausgründung der Universität des Saarlandes, die die Technologie marktgerecht zu entsprechenden Geräten weiterentwickelt hat und diese nun vertreibt.

In verschiedenen Projekten mit der Schuh- und Strumpfindustrie sowie Aroma- und Lebensmittelfirmen hat die Messtechnik bereits den Praxistest bestanden. Derzeit erforschen die Saarbrücker Wissenschaftler und Ingenieure der 3S GmbH außerdem neue Methoden, um den Entwicklungsaufwand für individuelle Messreihen zu reduzieren. „Wir wollen die Gassensoren, ihre Betriebsweise und die Signalauswertung so aufeinander abstimmen, dass unsere Kunden diese schnell auf ihre jeweiligen Geruchsproben einstellen können“, sagt Thorsten Conrad. Im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) wird diese Zusammenarbeit vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie mit rund 300.000 Euro für 30 Monate gefördert. Der industrielle Partner 3S GmbH steuert weitere 200.000 Euro bei.

Fragen beantworten:

Zum grundlegenden Verfahren:
Prof. Dr. Andreas Schütze
Lehrstuhl für Messtechnik der Universität des Saarlandes
Tel. 0681 / 302 4663
E-Mail: schuetze@lmt.uni-saarland.de
Zur konkreten Anwendung:
3S GmbH - Sensors, Signal processing, Systems
Thorsten Conrad
Tel. 0681 / 91 003 52
Tel. 0511 / 89 497101 (Telefon am Messestand)
E-Mail: Conrad@3S-ing.de
Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern der Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-ISDN-Codec. Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-3610) richten.

Friederike Meyer zu Tittingdorf | idw
Weitere Informationen:
http://www.lmt.uni-saarland.de
http://www.3S-ing.de
http://www.uni-saarland.de/pressefotos

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Hannover Messe Preview 2017: Industrie 4.0: Virtueller Zwilling steuert die Produktion
09.02.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht Hannover Messe Preview 2017: Bauteil mit Verantwortung
09.02.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie