Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues vom Produktionstechnischen Zentrum Hannover (PZH) auf der Hannover Messe 2010

15.04.2010
Auch in diesem Jahr präsentiert sich das PZH auf dem Gemeinschaftsstand der Leibniz Universität Hannover mit aktuellen Forschungsthemen und -ergebnissen aus der Produktionstechnik

Am Produktionstechnischen Zentrum der Leibniz Universität Hannover werden alle Bereiche und Prozessschritte der Produktionstechnik erforscht und optimiert: von den Werkstoffeigenschaften bis hin zur Planung ganzer Fabriken.

Entsprechend vielfältig ist der Themenfächer, den die sechs Institute mit ihren Exponaten auf der Hannover Messe in Halle 2 am Stand C10 ausbreiten können:

Das Institut für Fabrikanlagen und Logistik (IFA) demonstriert seine Forschungs- und Beratungsleistungen mithilfe einer Visualisierung - zu sehen ist unter anderem die Planung der Fabrik Wackersdorf der Modine GmbH, die 2006 für ihre "hervorragende Montage" im Wettbewerb "Fabrik des Jahres" ausgezeichnet wurde.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Umformtechnik und Umformmaschinen (IFUM) haben für die Messebesucher ein selbst entwickeltes Tiefziehwerkzeug auseinandergebaut, um zu zeigen, wie damit Blechbauteile lokal auf minus 20 Grad abgekühlt und deren Eigenschaften durch den Einfluss der unterschiedlichen Temperaturen beim Umformen ganz gezielt eingestellt werden können - genau so, wie es der spätere Einsatz beispielsweise als "Crashbox" im Auto erforderlich macht.

Das Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW) stellt seinen Forschungsbereich "Oberflächenfunktionalisierung" vor. Dazu gehören Mikroschmiertaschen, die die Reibung etwa in Zylinderbuchsen minimieren, Riblets, die nach dem Vorbild von Haifischhaut beispielsweise den Luftwiderstand von Verdichterschaufeln reduzieren und auch das robuste Speichern von Informationen im Bauteil selbst, das unter anderem dem Plagiatschutz dient. Plakativer wirkt das Sägeblatt, das die Wissenschaftler zum Gong umfunktionieren: Wenn Standbesucher ihn anschlagen, hören sie ihn nicht nur, sie sehen auf einem Monitor auch das Ergebnis einer Modalanalyse, mit der normalerweise unerwünschte Eigenschwingungen von Maschinen ausfindig gemacht werden.

Die Wissenschaftler vom Institut für Mikroproduktionstechnik (IMPT) demonstrieren ihre Forschungsschwerpunkte am Beispiel eines Festplattenspeichers: Sie haben nicht nur den elektro-magnetischen Mikroaktor zur Feinpositionierung des Schreib-/Leseelementes entwickelt, sondern auch die zum Auslesen der magnetisch gespeicherten Informationen verwendeten magneto-resistiven Mikrosensoren. Am IMPT durchgeführte tribologische Analysen geben Auskunft über das Reib- und Verschleißverhalten des Mikrobauteils.

Wissenschaftler vom Institut für Transport- und Automatisierungstechnik (ITA) präsentieren ein Handhabungsgerät für Roboter, das mithilfe von RFID und kognitiven Fähigkeiten in der Lage ist, Produkte und Geometrien zu erkennen und zu nutzen. Damit trägt es zur Automatisierung von Materialflüssen bei.

Die Wissenschaftler schließlich, die sich am Institut für Werkstoffkunde (IW) mit "zerstörungsfreien Prüfverfahren" beschäftigen, demonstrieren an zwei Versuchsständen die Möglichkeiten von Wirbelstrommessungen. Mithilfe solcher Wirbelströme lesen sie am Stand etwa Informationen aus, die zuvor über eine lokale Wärmebehandlung in Bauteilen hinterlegt wurden. Über Belastungssensoren im Bauteil selbst können außerdem Informationen über die Bauteilbeanspruchung gewonnen werden. Und ob Zahnradzähne tatsächlich genau so hart sind, wie sie sein müssten, verrät zerstörungsfrei schon im Fertigungsablauf eine selbst entwickelte Sonde und eine sogenannte "Harmonischen-Analyse".

Wer besonderes Interesse an den Ergebnissen des PZH-Sonderforschungsbereichs 653 "Gentelligente Bauteile" hat, ist am Donnerstag, 22. April 2010, herzlich eingeladen, das Kolloquium "Genetik und Intelligenz - Neue Wege in der Produktionstechnik" im Convention Center zu besuchen. Infos dazu unter http://www.sfb653.uni-hannover.de

Weitere Einblicke in die Forschung am Produktionstechnischen Zentrum können die Messebesucher mit nach Hause nehmen: Das neue Magazin "pzh" will auf verständliche Weise nicht nur einzelne Forschungsprojekte, sondern auch die Themenvielfalt im Maschinenbau und insbesondere in der Produktionstechnik veranschaulichen.

Jessica Lumme | idw
Weitere Informationen:
http://www.sfb653.uni-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht Rittal mit neuer Push-in-Leiteranschlussklemme - Kontakte im Handumdrehen
26.04.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Neuer Blue e+ Chiller von Rittal - Exakt regeln und effizient kühlen
25.04.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise