Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Trends im Bereich Wasserstoff- und Brennstoffzelle

23.02.2009
Größter europäischer Gemeinschaftsstand 2009 in Hannover
Im Interview: Dr. Peter Podesser, Vorstandsvorsitzender der SFC Smart Fuel Cell AG, Brunnthal/München

Regenerative Energien aus Sonne, Wind, Wasser oder Geothermie können mit Hilfe von Wasserstoff gespeichert und transportiert werden. In der Brennstoffzelle wiederum kann Wasserstoff zu Strom und Wärme umgewandelt werden.

Auf diese Weise kann die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie einen wichtigen Beitrag zum globalen Klimaschutz leisten. Auf der HANNOVER MESSE 2009 präsentieren sich im Rahmen der Energy mehr als 150 Aussteller von Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologien aus über 20 Ländern. Hierzu gehören Unternehmen wie Ballard Power Systems, BASF Fuel Cell, Dana, MTU Onsite Energy, Plug Power und Hydrogenics. Der Gemeinschaftsstand "Hydrogen & Fuel Cells" im Rahmen der HANNOVER MESSE 2009 ist die größte europäische Präsentation zu diesem Thema. Das Thema ist seit vielen Jahren auf der HANNOVER MESSE präsent und wächst kontinuierlich.

Globale Konzerne, klein- und mittelständische Unternehmen sowie Forschungs­einrichtungen nehmen am Gemeinschaftsstand teil. Sie präsentieren ihre Produkte und Innovationen aus allen Bereichen dieses aufstrebenden Wirtschaftszweiges: dazu gehören Wasserstoffproduktion, Brennstoff­zellen­komponenten, stationäre, tragbare und mobile Brennstoffzellen, Anwendungen von Brennstoffzellen, Testsysteme für Brennstoffzellen, Reformer sowie Wasserstofftransport, -lagerung und -infrastruktur. Ein Schwerpunkt des Gemeinschaftsstandes Hydrogen & Fuel Cells im Rahmen der HANNOVER MESSE 2009 liegt auf den stationären Brennstoffzellen.

Eines der Highlights finden die Messebesucher auf dem Freigelände der HANNOVER MESSE. Dort können in diesem Jahr mit Brennstoffzellen betriebene Fahrzeugen live und direkt vor Ort gefahren werden. Verschiedene Anwendungen geben dem Besucher auf rund 3000 Quadrat­metern Fläche einen Eindruck über das Potenzial dieser Technologie.

Im "Public Forum" im Zentrum des Gemeinschaftsstandes in Halle 13 diskutieren täglich rund 20 internationale Top-Manager aus Wirtschaft und Wissenschaft über aktuelle Herausforderungen der Technologie auf dem Weg zur Kommer­zialisierung. In dem zweiten Forum, dem "Technischen Forum", stehen erstmals die technischen Details der Produkte und Forschungsergebnisse der Aussteller im Vordergrund.

Dr. Peter Podesser, Vorstandsvorsitzender der SFC Smart Fuel Cell AG, Brunnthal/München, beantwortet einige Fragen:

In welchen Bereichen und Leistungsklassen werden Ihre Brennstoffzellen eingesetzt?

Podesser: Die SFC-Brennstoffzellen versorgen mobile und portable Anwendungen im kleinen bis mittleren Leistungsbereich zwischen 10 und 1000 W Nennleistung netzfern mit Strom. Das eröffnet ein nahezu unbegrenztes Spektrum von Einsatzmöglichkeiten. So finden Sie die EFOY-Brennstoffzellen von SFC weltweit beim Endverbraucher im Einsatz im Reisemobil, Segelboot und in der Ferien-, Alpen- oder Jagdhütte. Professionelle und industrielle Anwender betreiben mit der EFOY Pro Series netzferne Insellösungen im Feld, wo immer es auf eine 100% zuverlässige Stromversorgung bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit ankommt. Als "mobile Steckdose" an Bord von Elektrofahrzeugen unterhalb der PKW-Ebene laden die EFOY Pro-Brennstoffzellen die Bordbatterie, die den Elektromotor versorgt, während der Fahrt und beim Halten und Parken völlig automatisch immer wieder auf.

Welchen Betriebsstoff nutzen die SFC-Brennstoffzellen und gibt es dafür bereits eine Infrastruktur?

Podesser: Alle SFC-Brennstoffzellen basieren auf der DMFC-Technologie und nutzen den Alkohol Methanol als Energieträger. Ein Vorteil: Methanol verfügt über eine ausgezeichnete Energiedichte: 10 l enthalten bei einem Gewicht von nur 8,4 kg eine Kapazität von 11,1 kWh - nur zum Vergleich: dieselbe Energiemenge in Bleibatterien wiegt 270 kg. Ein weiterer Vorteil: SFC hat eine internationale Infrastruktur für die EFOY-Tankpatronen etabliert, sie sind heute bereits an über 1100 Verkaufsstellen in ganz Europa erhältlich und verfügen über alle notwendigen Zertifizierungen und Zulassungen.

SFC verkauft ja bereits seit 2003 Produkte, wie viele haben Sie bereits im Markt?

Podesser: In der Tat sehen wir uns bei SFC als "Eisbrecher" in einer Industrie, die bislang eher durch Prototypenankündigungen als durch echte kommerzielle Lösungen in der Öffentlichkeit bekannt ist. Mittlerweile laufen weltweit über 11000 SFC-Brennstoffzellen in den unterschiedlichsten Anwendungen bei End­ver­brauchern und professionellen Nutzern. Mit einem attraktiven Preis zwischen 2000 und 4000 EUR je nach Leistung sind sie mittlerweise in vielen Industriesparten die Energieversorgung der Wahl geworden.

Und wie reagiert die Industrie?

Podesser: Gerade im letzten Jahr haben wir in unseren wichtigsten Ziel-märkten sehr angesehene Industriepreise gewonnen - die Initiative Mittelstand zeichnete die EFOY in der Kategorie "Energie" als interessanteste und innovativste Lösung des Jahres mit dem Industriepreis 2008 aus, und die Leser sowohl von Deutschlands als auch Großbritanniens größten Reisemobilzeitschriften wählten die EFOY-Brennstoffzelle unabhängig voneinander unter die TOP 3 der besten Produkte im Reisemobilbereich. Wir sehen das als unmittelbare Bestätigung der Kunden, dass unsere Brennstoffzellen eine wertvolle Lösung für Anforderungen in diesen Märkten darstellen.

Wie sehen Sie die weitere Entwicklung Ihrer Produkte und Märkte?

Podesser: Unsere EFOY-Brennstoffzellen bieten entscheidende Vorteile für den Nutzer: sie stellen eine 100%ige netzferne Stromversorgung sicher, wo auch immer die Anwendung laufen soll, und sie passen sich perfekt in existierende Systeme ein. Sie sind einfach zu installieren und zu betreiben, können mit jeder gängigen Batterie und jedem Solarmodul hybridisiert werden, sie passen in jeden Schaltschrank und jedes Reisemobil oder Boot, sind leicht zu transportieren und ihre Logistik ist absolut unkompliziert. Ein derartiger netzferner Energiekomfort ist mit anderen Formen der Stromversorgung einfach nicht darstellbar. Daher gehen wir davon aus, dass unsere Technologie auch zukünftig in vielen weiteren Einsatzbereichen Einzug halten wird.

Was zeigen Sie auf der HANNOVER MESSE 2008?

Podesser: Wir werden mit Anwendungen aus der Verkehrs-, Sicherheits- und Sensor-/Messtechnik und unseren jeweiligen Industriepartnern auf der Messe sein. Ganz wichtig dabei: alle diese Anwendungen sind kommerziell erhältlich. Daneben zeigen wir verschiedene Hybridansätze, um die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten unserer Produkte auch in neuen Märkten zu illustrieren. Ganz besonders freuen wir uns, dass es diesmal erstmalig zusätzlich eine Freifläche gibt, auf der Besucher unsere brennstoffzellenbetriebenen Elektro­fahrzeuge im wahrsten Sinne des Wortes "erfahren" können: hier können Sie die neue Dimension der Elektromobilität mit Brennstoffzelle selbst Probe fahren, erleben, wie einfach man ein solches Fahrzeug "betankt" (Tank­patronen­wechsel in wenigen Sekunden) und, wenn Sie wollen, es auch direkt vor Ort bestellen.

Katja Havemeister | Deutsche Messe AG
Weitere Informationen:
http://www.hannovermesse.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie HANNOVER MESSE:

nachricht M12-Steckverbinder mit Anschlusstechnik für alle Applikationen
24.04.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

nachricht Neue Gerätesteckverbinder mit K-, L-, M-Kodierung
24.04.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung